Baukosten im Höhenflug

Ein Mann muss drei Dinge im Leben tun: ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und einen Sohn zeugen – so heißt es zumindest im Volksmund. Besonderes ersteres erfordert dabei nicht nur besonders großes Engagement, sondern vor allem auch das nötige Kapital. Das Bauen eines Eigenheims gestaltet sich schon seit Jahren als eine kostspieligen Angelegenheit, wobei die Gründe dafür sehr vielseitig sind: So spielen dabei nicht nur die hohen Grundstückspreise, der planerische Aufwand durch komplexe Bauvorschriften und das allgemeine Verhältnis von Angebot und Nachfrage eine Rolle, sondern auch die ausgefallenen und oft überdimensionierten Ansprüche der Bauerherren.

Zu diesen Kostenvariablen gesellt sich aktuelle eine weitere, jene der hohen Ausgaben für Baumaterial. Insbesondere die Preise für Holz, Stahl und Dämmmaterial sind in den letzten Monaten stark angestiegen. Auslöser für diesen Anstieg ist dabei die pandemische Situation, zu welcher am Anfang die Produktion, aufgrund der Marktunsicherheit, zurückgefahren wurde, jedoch die Nachfrage gleichblieb und es daraufhin zu einer Verknappung der Baumaterialien kam, welche bis heute anhält. Glaubt man Branchenexperten ist das volle Ausmaß der erhöhten Preise für private Bauherren noch nicht voll spürbar, momentan sind davon zentral die Bauunternehmen betroffen.

Insgesamt ist das Bauen bereits im ersten Quartal 2021 um 2,7% teurer geworden als im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2020, wie die Zahlen der Statistik Austria darlegen. Vergleicht man die Zahlen fürs erste Quartal 2021 mit jenem aus dem ersten Quartal 2020, sind die Baukosten im Hoch- und Tiefbau sogar um 3,6% angestiegen. [1] Ein Ende dieses Preishochs ist momentan nicht in Sicht, dazu tragen auch die nachfrageanregenden finanziellen Fördermaßnahmen und steuerlichen Erleichterungen seitens des Staates im Sinne einer antizyklischen Geldpolitik bei. Für einen Mann gestaltet sich das Umsetzen dieses Lebensziels also recht herausfordernd.

Quellen:

[1] Statistik Austria: „Baupreisindex für den Hoch- und Tiefbau, Basisjahr 2020“; Abgerufen unter: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/wirtschaft/preise/baupreisindex/022822.html, Österreich 2020.

Weiterführender Artikel: Neues Bauen in Südtirol

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