Wer war Rudolf Riedl?

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Der Traminer Lehrer Rudolf Riedl stand bereits nach der Annexion Südtirols durch Italien im Visier der neuen Machthaber. Im Faschismus wurde er aufgrund seines Einsatzes für die deutsche Notschule schikaniert, verfolgt und verbannt. Seinen Einsatz für die Heimat setzte er im Exil in Nordtirol fort.

Die Familie Riedl stammt aus dem Oberen Vinschgau. Der Vater, Christian Riedl, war Volksschullehrer, unterrichtete unter anderem in Tramin und heiratete Foska Schöpf aus Neumarkt. Christian Riedl gilt als Begründer der Bürgerkapelle Tramin, weil er Traminer Musikanten dazu bewegte, sich als Kapelle zu formieren.

Rufolf Riedl kam am 2. Februar 1876 in Neumarkt zur Welt, besuchte die Grundschule in Tramin und das Franziskanergymnasium in Bozen und wurde, nachdem er die Lehrerbildungsanstalt besuchte, Lehrer, vorerst in Riffian. Dort gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr. Nach drei Jahren wurde er Lehrer in Tramin.

Zudem ließ er sich in Regensburg musikalisch ausbilden und wurde einer der „führenden Köpfe der Kirchenmusik des deutschen Anteils der Diözese Trient“ [1]. Rudolf Riedl wurde künstlerischer Leiter des Kirchenchors und der Bürgerkapelle Tramin. 1897 gründete er den Männergesangsverein Tramin. Riedl bemühte sich darum, die Musikkapelle mit einer Schützentracht auszustatten. Die Tracht sollte einen historischen Bezug nehmen. 1913 wurde die „Nationaltracht“ der Bürgerkapelle eingeführt. 1921 war Rudolf Riedl Hauptmann-Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehr Tramin.

1904 heiratete er Aloisia Zelger. Dem Paar wurden fünf Kinder geschenkt: Cäcilia, Siegfried, Rudolf, Luitpold und Oswald. Luitpold verstarb als Rudolf Riedl im Felde stand.

Rudolf Riedl war 1907 an der Gründung der Traminer Ortsgruppe des „Tiroler Volksbundes“ beteiligt und wurde in den Vorstand gewählt. Der Volksbund sammelte in Tramin Finanzmittel, um zu verhindern, dass Liegenschaften in Eigentum italienischer Käufer gerieten. Zu diesem Zweck wurden Bürgschaftsanteile übernommen mit zwei Bedingungen: Die Liegenschaften sollten nördlich der Sprachgrenze liegen und die Bürgschaft sollte solidarisch aufgeteilt werden.

Der „Tiroler Volksbund“ war eine Tiroler Variante des Schutzvereinsgedankens und vereinte die klerikale wie die freiheitliche Richtung. Josef Fontana betrachtete den Volksbund in seinen Aktivitäten südlich der Sprachgrenze äußerst kritisch, weil dieser die Eskalation betrieb, indem von den radikalsten Vertretern eine Germanisierung Welschtirols in den Raum gestellt wurde. Für Fontana war das Betreiben des Volksbundes in Welschtirol vielfach kontraproduktiv, weil dadurch italienische Irredentisten auf den Plan gerufen wurden. Im Gegenzug lobte Fontana das Vorgehen des „Deutschen Schulvereins“. Rudolf Riedl war auch Mitglied im Deutschen Schulverein.

Rudolf Riedl meldete sich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Tirol freiwillig zu den Standschützen, stand bis Kriegsende im Dienst des Standschützen-Bataillons Kaltern II.

Insgesamt war Rudolf Riedl fest im öffentlichen Leben verankert, in der Musikkapelle, im Kirchenchor und in der Freiwilligen Feuerwehr, sodass er nach der Annexion Südtirols ins Visier der Besatzer geriet. ls die Musikkapelle Tramin am Ostersonntag 1919 unter Kapellmeister Rudolf Riedl aufspielen wollte, rückte ein ganzes Regiment an Carabinieri und Militärpatrouillen an. Andererseits boykottierte die Musikkapelle jene Aktivitäten, mit denen die Italiener versuchten, einen Zugang zur einheimischen Bevölkerung zu erlangen. Als die italienische Flagge am Rathaus gehisst wurde, verweigerte die Bürgerkapelle die Teilnahme. Rudolf Riedl wurde verdächtigt, die Bevölkerung aufzuhetzen. Man drohte ihm mit einer Verbannung nach Verona [2].

Das Tolomei-Programm von April 1919 sah die Bekämpfung der „deutschnationalen Köpfe“ in den Hauptorten Südtitols vor. Er wusste nämlich mehr als gut, wer intellektuell in der Lage war, dem Italianisierungsprogramm intellektuellen Widerstand zu leisten.

Infolgedessen legten Tolomei und seine Mitarbeiter dem italienischen militärischen Gouverneur in Südtirol, Guglielmo Pecori Giraldi, eine Liste von 22 „Pangermanisten“ vor, die inhaftiert werden sollten [2]:

  • Prof. Josef Andreatta, Bozen
  • Hans Forcher-Mayr, Bozen
  • Max von Gelmini, Salurn
  • Albert Hoke, Meran
  • Anton Kinsele, Bozen
  • Heinrich Lun, Bozen
  • Oskar Luchner, Bozen
  • Josef Masera und dessen Bruder
  • Robert von Malfèr, Auer
  • Maximilian Deodato
  • Edgar Mayer („falls er auf Schloss Welfenstein zurückkehren sollte“)
  • Viktor Perathoner, Bürgermeister von Pfatten
  • Rudolf Riedl, Tramin
  • Rudolf Schlesinger
  • Franz Schumacher, Bozen (später Innsbruck)
  • Eduard von Sölder
  • Johann Streck (ehemaliger Pfarrer von Margreid)
  • (Georg von) Tschurtschenthaler
  • Anton von Walther, Bozen
  • Wilhelm von Walther, Bozen
  • Julius Perathoner, Bozen

Militärgouverneur Pecori Giraldi war allerdings ein Vertreter einer „freundlichen“ Italianisierung, war politischer Kopf genug, um zu wissen, dass ein derartiges Vorgehen heftige Südtiroler Widerstände provoziert hätte. Anton von Longo war hingegen auf eine „Schwarze Liste“ gesetzt worden und als „pangermanista esagerato“ (übertriebener Pangermanist) eingestuft, also noch einmal eine Stufe „schlimmer“ als die 22 Männer, die Tolomei als „Pangermanisten“ deklarierte.

Rudolf Riedl wurde von einem italienischen Unteroffizier darüber in Kenntnis gesetzt, dass er am 25. Juli 1919 hätte verhaftet werden sollen. Er flüchtete rechtzeitig nach Nordtirol [2]. Wenig später, ab dem 1. August 1919 wechselte die italienische Verwaltung Südtirols von der Militärverwaltung zur Zivilverwaltung. Riedl kehrte zurück.

Der Herz-Jesu-Sonntag 1920 führte zur Eskalation: Die italienischen Behörden ließen höchstens eine kirchliche Feier zu. Da in Tramin ein Fackelzug samt Böllerschüssen durchgeführt wurde, kam es zu Verhaftungen, zu Aufständen, zu weiteren Verhaftungen und zu Verurteilungen mehrerer Traminer am Kreisgericht in Trient. Die Kluft zwischen Bevölkerung und Staat war unüberwindlich. In Rudolf Riedl erachteten die staatlichen Behörden den Rädelsführer. Er wurde wieder einmal vorgewarnt.

Das „liberale“ Italien führte im Südtiroler Unterland einen subtilen Kampf gegen das Deutschtum. Die Zivilverwaltung setzte nicht unbedingt Maßnahmen gegen die deutsche Schule, aber „Maßnahmen für die italienische Schule“, die im Endeffekt jedoch gegen die deutsche Schule ausgerichtet waren: Im Schuljahr 1919/20 wurden 45 italienische Schulklassen eingeführt, die allerdings von der Unterlandler Bevölkerung weitgehend ignoriert wurden. Generalzivilkommissar Luigi Credaro wollte verhindern, dass die Italiener, von denen er im Unterland ausging, weiterhin „eingedeutscht“ werden würden und verfolgte infolgedessen eine „moderate“ Italianisierungspolitik. Aus diesem Anlass wurde in Laag die deutsche Schule durch eine italienische ersetzt, die Laager schrieben die Kinder jedoch in die deutschen Schulen der Umgebung ein und wurden deshalb mit hohen Strafen bedroht.

Der im „Laager Schulstreit“ mit dem „Deutschen Verband“ erzielte „Kompromiss“ sah so aus, dass die Unterstufe italienisch blieb und die Oberstufe wieder deutsch wurde.

Die „Legge Corbino“ vom 28. August 2021, die auf den liberalen Unterrichtsminister Orso Mario Corbino zurück geht, sollte wiederum neue Möglichkeiten schaffen, um die italienische Sprache und Kultur zu „stärken“. Im Kern besagte das Gesetz, dass Kinder italienischer und ladinischer Muttersprache ausschließlich italienische Schulen besuchen durften. Entscheidend, ob ein Kind als deutsch, italienisch oder ladinisch einzustufen war, war das Urteil einer Kommission, die selbst dann, wenn ein Vorfahre einen italienischen Namen hatte, das Kind kurzerhand als „italienisch“ deklarierte. Rund 49 deutsche Schulen fielen dem Gesetz zum Opfer, 22 Schulen mit 64 Klassen im Unterland, 17 Schulen in Ladinien, 7 Schulen in den deutschen Sprachinseln und 3 Schulen in Gargazon und Burgstall.

Im Zuge der Entlassung der deutschen Lehrer durch das faschistische Gentile-Gesetz („Lex Gentile“) im Oktober 1923 wurde Rudolf Riedl als Lehrer abgesetzt. Josef Noldin und Rudolf Riedl folgten dem Aufruf von Michael Gamper zum Aufbau der Katakombenschule. Rudolf Riedl und Josef Noldin freundeten sich an.

Für die Organisation der Katakombenschulen wirkte Rudolf Riedl bis zu seiner Verbannung als Vertrauensmann [7]:

Vertrauensmann Rudolf Riedl

Wenig später verstarb 1925 die Frau Rudolf Riedls, die Mutter der vier Kinder. Es folgten schwere Schicksalsstunden für die Familie, die nun auf den Vater alleine gestellt war.

Riedl erhielt nach einiger Zeit der Arbeitssuche die Stelle des Zahlmeisters in der Raiffeisenkasse Tramin. Dadurch hatte er wieder ein Einkommen, musste die Tätigkeit in der Katakombenschule jedoch einschränken. Dennoch wurde er bespitzelt und am 24. Dezember 1925 nach einer Hausdurchsuchung verhaftet, weil man einen Dolch und Munition gefunden hatte. Die Carabinieri-Beamten äußerten ihm gegenüber, sie hätten das belastende Material selbst mitgebracht, um ihn für eine Zeit lang auszuschalten. Riedl verbrachte den Heiligen Abend in Haft. Am ersten Weihnachstag wurde er ins Gefängnis von Neumarkt überführt, wo er seinen ebenfalls inhaftierten Freund Josef Noldin antraf. Erst am 31. Dezember kam er frei. Die Gerichtsverhandlung sollte erst am 20. Jänner 1927 stattfinden, wo er zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Das Jahr 1926 verlief für Rudolf Riedl recht ruhig. Der faschistische Staat versuchte zwar, die Raiffeisen-Genossenschaften aufzulösen und in italienische Bankinstitute einzugliedern, er hatte auf die Genossenschaftsbanken jedoch keine Zugriffsmöglichkeit. Zu Fall gebracht wurde im Oktober 1926 nur die Raiffeisen-Zentralbank in Bozen. Riedl wurde ohne Grund mehrfach vom Amtsbürgermeister Ernesto De Varda verwarnt: Triebfeder war wohl der Frust aufgrund des Widerstandes der Raiffeisenbanken, die sich nicht in italienische Bankinstitute eingliedern wollten.

Wie auch bei Josef Noldin, der aufgrund seiner Unterstützung des Katakombenunterrichts 1925 zu Geld- und Haftstrafen verurteilt wurde, wurden bei Rudolf Riedl allerlei falsche Beschuldigungen und Verleumdungen in Umlauf gebracht, die dazu dienten, neuerlich das Gesetz gegen ihn anzuwenden. Ab 1926 hatte der faschistische Staat ohnehin die Möglichkeit geschaffen, Staatsbürger ohne Gerichtsurteil zu verhaften und zu verbannen.

Josef Noldin wurd kurz nach Weihnachten 1926 zum zweiten Mal verhaftet. Die Südtiroler Parlamentarier Karl Tinzl und Paul von Sternbach versuchten beim Präfekten vergeblich, eine Freilassung zu erlangen. Rudolf Riedl wurde am 29. Jänner 1927 verhaftet, befand sich zugleich wie Josef Noldin im Gefängnis Trient, durfte diesen nicht sprechen. Später wurde ihm bekannt, dass er am 24. Jänner 1927 in Abwesenheit, ohne Nennung der Gründe und ohne Möglichkeit, sich zu verteidigen, zu 5 Jahren Verbannung verurteilt wurde. Dabei handelte es sich um die Höchststrafe.

Die Mutter war verstorben, der Vater, Rudolf Riedl, wurde verhaftet und verbannt. Was sollte aus den Kindern werden? Eduard Reut-Nicolussi, der damals noch Rechtsanwalt in Bozen war, setzte sich persönlich dafür ein, dass Rudolf Riedls Kinder weiterstudieren durften, was gelingen sollte.

Die Kinder Rudolf Riedls [5]

Am 5. Februar 1927 wurde Rudolf Riedl mittels Gefangenentransport nach Pantelleria überführt. Am 16. März wurde er auf der Insel Ustica überstellt.

„Der Südtiroler“, 15. März 1927

Am 3. März 1927 richteten die Kinder von ein Gnadengesuch an Mussolini, dass er dem „Vater die Freiheit und uns den Vater, die einzige Stütze unserer zarten Jugend“ wiedergeben möge, das bald darauf angenommen wurde. Riedl wollte in Tramin seiner Tätigkeit in der Raiffeisenkasse nachgehen. Jede berufliche Tätigkeit wurde ihm jedoch behördlich untersagt. Die Familie hatte zudem hohe finanzielle Strafen zu stemmen.

Nach der Heimkehr war Riedl weiterhin den Übergriffen der lokalen Behörden ausgesetzt. Ständig wurde er durch Carabinieri-Beamte überwacht und an der Teilnahme am öffentlichen Leben gehindert. Der faschistische Amtsbürgermeister wollte unter allen Umständen verhindern, dass Rudolf Riedl an einem Volksfest in Tramin teilnahm, befürchtete breite Solidarität der Bevölkerung.

Rudolf Riedl war Ehrenkapellmeister der Musikkapelle Tramin sowie – bis zur Auflösung – Obmann des Feuerwehrbezirks Unterland. Als Riedl am Tag des Festzuges das Haus verließ, wurde er unmittelbar durch Carabinieri-Beamte zurück in sein Heim gedrängt. Die Angst war immens, dass Riedl als Märtyrer gefeiert wurde. Die faschistischen Beamten fürchteten, dass es ihnen dann, falls es zu einer Vollskundgebung für Riedl kam, selbst an den Kragen ging.

Das faschistische System war darauf ausgerichtet, dass jeder Amtsträger mit der Angst lebte, dass ihm jemand vorwarf, zu wenig resolut zu handeln. Es handelte sich folglich um ein selbstverstärkendes Herrschaftssystem.

Tramin, Hans-Feur-Straße 2026: Zu Zeiten Rudolf Riedl dürfte sie recht ähnlich ausgesehen haben

Rudolf Riedl wurde durch die Faschisten laufend bedroht. Als er sich in ein geheimes Versteck zurückzog, wurde der Hass auf seine Kinder projiziert. Es ging nicht mehr weiter: Rudolf Riedl fasste den Entschluss, auszuwandern. Er beantragte und erlangte eine Ausreiseerlaubnis und die österreichische Staatsbürgerschaft für sich und seine Familie.

Inzwischen wurde der bisherige Amtsbürgermeister De Varda ausgetauscht, weil mehrere Verfahren wegen Misswirtschaft gegen ihn geführt wurden. Der neue Amtsbürgermeister Luigi Cioffi zitierte Rudolf Riedl umgehend zu sich, nannte ihn einen „Pangermanisten“, wollte, trotz behördlicher Rundumüberwachung, wissen, wer die Familie Riedl finanzierte, vermutete „ausländische Unterstützung“.

Am Tag der geplanten Abreise, am 16. September 1927, wurde Rudolf Riedl verhaftet. Der Vorwurf lautete Ausreiseversuch mit gefälschten Papieren. Die staatliche Willkür hatte ihren Höhepunkt erreicht. Erst am 3. November kam er wieder frei. Jetzt konnte Rudolf Riedl Volksschullehrer in Hatting werden. Er lebte fortan in Nordtirol im Exil.

In enger Abstimmung mit Eduard Reut-Nicolussi, der Südtirol im Oktober 1927 verlassen musste, referierte Rudolf Riedl im gesamten deutschen Sprachraum über die Zustände in Südtirol.

Reut war es auch, der Rudolf Riedl dazu bewegte, die Erfahrungen im Werk „In Ketten zur Verbrecher-Insel. Erlebnisse des Oberlehrers Rudolf Riedl-Tramin unter der faschistischen Herrschaft“ nieder zu schreiben, das 1930 von der „Arbeitsstelle für Südtirol“ in Innsbruck veröffentlicht wurde. Reut-Nicolussi war der Kopf, hatte genügend Weitblick, um den Wert einer (inter-)nationalen Bewusstseinsbildung für Südtirol zu erkennen.

Im September 1929 heiratete Rudolf Riedl in zweiter Ehe die ehemalige Katakombenlehrerin Anna Pichler aus Kaltern.

Erst 22 Jahre nach seiner Übersiedlung nach Nordtirol konnte Rudolf Riedl wieder nach Südtirol reisen. Die Mittelschule Tramin ist nach Rudolf Riedl benannt.

Rudolf Riedl verstarb 1965 in Absam. Sein Leben nahm ein deutlich anderes Ende als jenes von Josef Noldin, der 1929 verstarb, und jenes von Angela Nikoletti, die 1930 verstarb. Rudolf Riedl lebte noch relativ lange in Nordtirol, heiratete wieder. Zu behaupten, Rudolf Riedl hätte sich weniger energisch für die deutsche Schule und Kultur eingesetzt, wäre ein Fehlurteil. Sein Leben endete zwar weniger dramatisch, Rudolf Riedl stand aber bereits 1919, drei Jahre vor dem Faschismus, im Visier der italienischen Verwaltung, weil er eine wesentliche Rolle im Gesellschaftsleben spielte und alles andere als unpolitisch war.

Literatur:

[1] Othmar Parteli: „Rudolf Riedl: In Ketten zur Verbrecherinsel“, Athesia, Bozen 2010

[2] Josef Fontana: „Unbehagen – Band 1: Südtirol unter der Militärverwaltung. 4. November 1918 – 31. Juli 1919“, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009

[3] Josef Fontana: „Unbehagen – Band 2: Südtirol unter der Zivilverwaltung. 1. August 1919 – 28. Oktober 1922“, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2010

[4] Eduard Reut-Nicolussi: „Tirol unterm Beil“, C.H. Becksche Verlagsbuchhandlung München, 1928

[5] Rudolf Riedl: „In Ketten zur Verbrecher-Insel. Erlebnisse des Oberlehrers Rudolf Riedl-Tramin unter der faschistischen Herrschaft“, Arbeitsstelle für Südtirol, Innsbruck 1930

[6] Stefan Lechner: „Die Eroberung der Fremdstämmigen. Provinzfaschismus in Südtirol 1921 – 1926“, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2005

[7] Maria Villgrater: „Katakombenschule. Faschismus und Schule in Südtirol“, Athesia, Bozen 1984

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