Der Deutsche Schulverein, der 1880 in Wien von sechs Burschenschaftern gegründet wurde, wurde wesentlich durch die missliche Lage des Deutschtums im Südtiroler Unterland und am Deutschnonsberg beeinflusst. Die Österreichische Landsmannschaft setzte und setzt die Tradition fort.
Ab 1866 betonte die „Bozner Zeitung“ immer wieder das Vordringen der italienischen Sprache nördlich von Salurn, mitunter durch italienische Großgrundbesitzer und irredentistische Vereine gezielt vorangetrieben.
Die Klerikal-Konservativen relativierten die Lage im Gegensatz zu den Deutschfreiheitlichen und vermieden es grundsätzlich, von „Deutschtum“ zu sprechen. Es sei „unzulässig“, in nationalen Kategorien zu denken. Relevant war nur die „Glaubenseinheit“, ein italienischer Katholik vermeintlich wesensnäher als ein deutscher Protestant.

Es war die Initiative von Franz Xaver Mitterer, der als junger Pfarrer in Proveis über die mehr als missliche Lage des Deutschtums am Deutschnonsberg sowie über die Untätigkeit des Staates erschüttert war. Das war der Ausgangspunkt. Mitterers Aufruf erreichte Innsbruck und Wien.
In den 1840er-Jahren stellten Reiseschriftsteller ein erschreckendes Zurückweichen des deutschen Elements im Etschtal fest, etwa der freiheitliche Schriftsteller Ludwig Steub 1844 in der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Als Reaktion auf die Ausführungen Steubs erschienen mehrere anonyme Aufsätze in der klerikal-konservativen „Augsburger Postzeitung“. Darin wurden das „Phrasendeutschtum“, die Aufhetzung nationaler Gegensätze in Tirol sowie die „Angriffe“ gegen das italienische Element angeprangert.
Ab 1866 betonte die „Bozner Zeitung“ immer wieder das Vordringen der italienischen Sprache nördlich von Salurn. Die Klerikalen leugneten dieses Vordringen und noch mehr: Es sei „unzulässig“, nationale Themen überhaupt anzusprechen. Die „Glaubenseinheit“ sei wichtiger.
1867 wurde in Innsbruck ein „Komitee zur Unterstützung der deutschen Schulen in Welschtirol und an der Sprachgrenze“ gegründet, das der Proveiser Pfarrer Franz Xaver Mitterer initiierte. Gesammelt wurden Geldmittel für Lehrmaterial und zur Bezahlung von Lehrkräften im Fersental, in Lusern, Proveis, Margreid und Kurtinig.
Im Jahr 1872 verfasste der Frankfurter Arzt August Lotz die Schrift „Aus den Bergen an der deutschen Sprachgrenze in Südtirol: eine Bitte an alle Alpenfreunde“ und appellierte darin um Mithilfe zum Erhalt der bedrängten deutschen Sprache am Nonsberg und im Unterland.
1876 wurde das in Innsbruck gegründete Komitee in „Deutsche Schulgesellschaft zu Innsbruck“ umbenannt.
Der „Deutsche Verein“ wurde 1867 in Wien gegründet und bestand aus „Liberalen der schärferen Tonart“ [3], die kritisch gegenüber der Regierung auftraten. Die Begriffe „liberal“ und „freiheitlich“ wurden synonym verwendet. Der „Deutsche“ Verein war die korporative Grundlage für den „Deutschen Schulverein“, zumal die Gründer des Schulvereins aus den Reihen des „Deutschen Vereins“ stammten.
Ein Komitee, bestehend aus Otto Steinwender, Heinrich Friedjung, Victor Adler und Engelbert Pernerstorfer, prüfte ab Dezember 1879 die Lage des Deutschtums in den Grenzgebieten. Engelbert Pernerstorfer wurde Tirol zugeteilt. Daraufhin entstand die Idee, eine Organisation zur Stärkung deutscher Schulen und damit zur Erhaltung der kulturellen Identität zu schaffen.
Der Deutsche Schulverein wurde in der Folge am 13. Mai 1880 in Wien gegründet. Die Gründung vollzog sich in einem politischen Kontext, in dem sich die Deutschen in Österreich zunehmend auf sich alleine gestellt sahen, zumal der Staat Österreich den nicht-deutschen Volksgruppen laufend Konzessionen gewährte.

Die Gründer des Deutschen Schulvereins waren 1880 sechs Burschenschafter:
- Der Kärntner Otto Steinwender wurde in Wien Mitglied der Burschenschaft Silesia, war Gymnasialprofessor und Führungsfigur der Deutschen Volkspartei, schlussendlich in der Ersten Republik sogar Staatssekretär für Finanzen.
- Engelbert Pernerstorfer begann seine politische Laufbahn in der deutschnationalen Bewegung und war Mitglied der Burschenschaft „Braune Arminia“ in Wien, aus welcher die Wiener akademische Burschenschaft Teutonia hervorging. Ab den 1880er-Jahren orientierte er sich stärker an sozialen Reformfragen und an den Ideen der Arbeiterbewegung, was schließlich 1896 in seinem Beitritt zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei mündete.
- Victor Adler war während seiner Studienzeit Mitglied der Burschenschaft „Braune Arminia“ in Wien, arbeitete am deutschnationalen „Linz-Programm“ von 1882 mit, das auf eine Stärkung des deutschen Elements im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn abzielte. Aus seiner Tätigkeit als Arzt, aber auch durch Begegnungen mit führenden Sozialisten wie Friedrich Engels, entsprang sein Einsatz für die Arbeiterbewegung. 1886 gründete er die sozialistische Wochenzeitung „Gleichheit“, 1889 vereinigte er verschiedene Strömungen zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs.
- Josef Pommer studierte Philosophie, Germanistik, Mathematik und Physik in Wien, wurde wie Otto Steinwender 1865 Mitglied der Wiener Burschenschaft Silesia, war Gymnasiallehrer.
Von 1895 bis 1897 war Pommer Mitglied des Wiener Gemeinderats und von 1897 bis 1907 Abgeordneter der Deutschen Volkspartei im Österreichischen Reichsrat. Parallel zu seinem politischen Wirken widmete sich Pommer intensiv der Volksmusik und gilt als einer der Mitbegründer der österreichischen Volksliedforschung. - Viktor von Kraus studierte ab 1863 an der Universität Wien Geographie und Geschichte, wurde 1863 Mitglied der Wiener Burschenschaft Silesia, war 1865 einer der Gründer der Wiener Burschenschaft „Braune Arminia“ und wurde 1884 Ehrenbursch der Grazer Burschenschaft Arminia. Vor seiner Lehramtsprüfung 1868 studierte er an der Universität Berlin bei Theodor Mommsen, promovierte 1869. 1870 nahm er am Deutsch-Französischen Krieg teil. Von 1863 bis 1897 war Kraus Abgeordneter für die Steiermark im Reichsrat (Fortschrittsklub, später deutsch-national).
- Karl Güntner war Mitglied der Burschenschaft „Braune Arminia“ Wien und beruflich als Realschul-Professor in Wieden tätig.
Nicht zu den sechs Gründern, aber zu den Mitarbeitern im Komitee, das sich 1879 gebildet hatte, zählte Heinrich Friedjung, der aus einer deutsch-jüdischen Familie stammte, Geschichte in Prag und Berlin, unter anderem bei Theodor Mommsen, studierte und Mitglied der Burschenschaft Germania Prag wurde. Friedjung engagierte sich bei der Formulierung des Linzer Programms, das die Stärkung des deutschen Elements in Österreich forderte, wirkte publizistisch im „Deutschen Klub“. 1879 wurde er als Professor an der Wiener Handelsakademie des Dienstes enthoben, weil er „Schönerianer“ war. Aufgrund der zunehmend antisemitischen Tendenzen wandte er sich politisch einer liberal-zentralistischen Politik zu, die großdeutsch blieb.
Noch im Gründungsmonat Mai 1880 rief der Deutsche Schulverein die Öffentlichkeit auf, dem Verein beizutreten, um „in den Ländern mit gemischter Bevölkerung, an unseren Sprachgrenzen und auf unseren Sprachinseln, besonders dort, wo die Errichtung einer deutschen Schule auf öffentliche Kosten nicht erreicht werden kann, die Bestrebungen der Bevölkerung zur Errichtung deutscher Schulen zu fördern und zur Erhaltung der bereits bestehenden durch Zuschüsse zu den Lehrerbesoldungen und Lehrmittelkosten beizutragen“.
Die Gründer des Deutschen Schulvereins waren in einer freiheitlichen Weltanschauung beheimatet. Die Schulgesetze, die die Schulaufsicht dem Klerus entzogen und dem Staat übertrugen, befürworteten sie, wie auch die gesetzliche Schulpflicht. Die Positionierung in der Schulpolitik sowie auch das gesamtdeutsche Bewusstsein, unabhängig der Konfession, war den Klerikal-Konservativen mehr als suspekt.
Die zentrale Aufgabe des Deutscher Schulvereins war die Förderung deutscher Schulen in Gebieten mit deutschsprachigen Minderheiten oder in deutschen Grenzregionen. Darüber hinaus setzte der Verein auf die Stärkung des deutschen Sprach- und Kulturbewusstseins, trieb die Schaffung und den Erhalt von deutschen Kindergärten voran, gab Vereinszeitschriften und Publikationen heraus und sammelte Spenden zur Finanzierung der Volkstumsarbeit. Zu den berühmten Unterstützern zählt der Schriftsteller Peter Rosegger.
Neben zahlreichen Kleinspendern, aber auch Spenden durch Gemeinde, Stdäte und Sparkassen, wurde der Schulverein durch Mäzene und Großdpender gettagen, etwa von den Brauern Anton Dreher (Schwechater) sowie Ignaz und Jakob Kuffner (Ottakringer), vom Bankier Gustav Ritter von Schoeller, vom Pharmaunternehmer Kwizda (Familienunternehmen), den „Design“-Legenden Gebrüder Thonet und dem Spediteur Gottfried Schenker, Corpsstudent in Heidelberg.





Hieronymos Mairhofer arbeitete die Gründungsjahre des Schulvereins detailliert heraus, indem er den Briefverlauf zwischen Kurat Mitterer sowie den Gründungsvätern des Deutschen Schulvereins dokumentierte [4]. Am 25. Oktober 1880 schrieb Kurat Mitterer in Bezug auf die Gründung des Deutschen Schulvereines: „Der heutige Tag ist für mich und die Proveiser ein Freudentag“. Aus den Briefen geht hervor, dass Mitterer in Kontakt mit dem Lehrer Nicolussi aus Lusern stand, Vater von Eduard Reut-Nicolussi.
Die erste Ortsgruppe des „Deutschen Schulvereines“ wurde bereits 1881 in Bozen gegründet, die Leitung übernahm Julius Perathoner.

Bis 1912 errichtete der Deutsche Schulverein Kindergärten in Leifers und St. Jakob, unterhielt Kindergärten in Kurtinig, Leifers, St. Jakob und Burgstall.
Zuschüsse gingen an den Bau von Kindergärten und Volksschulen in Kurtinig, Tramin, Pfatten, Salurn, Buchholz, Laag und Branzoll. Der Schulverein finanzierte deutsche Lehrer in Aichholz und Laag und leistete Beiträge für die Schulen in Neumarkt, Auer und Terlan, ließ den Sprachinseln und den deutschen Gemeinden am Nonsberg und im Fleimstal, in Enneberg, Gröden und Fassa erhebliche Beiträge zukommen. Beiträge für Volksschulhäuser sowie für die Anstellung von Lehrkräften kam auch allen anderen Unterlandler Gemeinden zu.



1906 hatte der Deutsche Schulverein in Südtirol folgende Ortsgruppen: Bozen Männer (316 Mitglieder), Frauen (283), Meran (133), Neumarkt-Tramin (207), ferner zu Brixen, Bruneck, Sand in Taufers, Welsberg, Tob lach, Klausen, Franzensfeste, Sterzing, Gossensaß, letztere im Jahre 1908/09 gegründet.

Der Volksschul-Zweigverein Bruneck beschloss 1883, dem „Deutschen Schulverein“ „für immer“ einen jährlichen Beitrag zu leisten. Dadurch wird unterstrichen, wie lokale Schulvereine und der Deutsche Schulverein verbunden waren:

Der Historiker Josef Fontana erklärt, dass der Deutsche Schulverein eine der wenigen Organisationen im 19. Jahrhundert in Deutschtirol war, die dem Vordringen italienischer Elemente im Etschtal, mitsamt irredentistischer Tendenzen, einbremsen konnte, indem der Schulverein sich bewusst nicht an der nationalen Eskalation beteiligte.

Der Deutsche Schulverein blieb von den Konflikten des späten 19. Jahrhunderts nicht verschont. Die Alldeutschen rund um Georg Ritter von Schönerer traten 1886 aus, weil der Deutsche Schulverein jüdische Mitglieder aufnahm und deutsche Schulen, auch für Juden, finanzierte. Dieser Standpunkt wurde bis 1918 beibehalten..
Heftigst wurde der „Deutsche Schulverein“ auch von der klerikalen Presse attackiert. Das „Andreas Hofer Wochenblatt“ schreibt am 26. Juni 1884 über den Schulverein: „Wir haben den so genannten „Deutschen Schulverein“ als das, was er in Wirklichkeit ist, nämlich als einen Verein, der unter Verschützung eines an sich löblichen Zweckes lediglich dazu gegründet wurde, um den Liberalen die verlorene Herrschaft mit allem, was drum und dran hängt, wieder zu bringen, und wir haben gesagt, dass kein Konservativer beim „Deutschen Schulverein“ mittun kann„. Und weiter, indem dem Deutschen Schulverein die „Rabbinerschulen“ zu finanzieren: „Die Judenschulen erfreuen sich ja des Wohlwollens des „Deutschen Schulvereines“ und warum auch nicht? Die Juden sind ja heutzutage die „Musterdaitschen““ (Link).
Ärgernis ruft bei den Konservativen auch die Symbolik hervor, die der Schulverein verwendet: Die „Kornblume ist an und für sich eine schöne und ganz unschuldige Blume (…) Wenn sie aber so demonstrativ von vielen liberalen Österreichern gebraucht wird, bedeutet sie: „Wir verachten Österreich, und möchten zu Preußen kommen“.“ Nicht minder stoßen sich die Klerikalen an der Verwendung der deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold: „Ein weiter verdächtigerer Umstand ist ferner das Aushängen der schwarz-roth-goldenen Fahnen statt der österreichischen bei den Festen des „Deutschen Schulvereines““.
Die“Tiroler Stimmen“ (oder „Neuen Tiroler Stimmen“), das politische Hetzblatt der Klerikalen, vermied es nicht, den Deutschen Schulverein, der als „liberal-jüdischer Verein“ bezeichnet wurde, zu attackieren: „Der Zweck des Vereins ist vor Allem, die liberale konfessionslose Schule zu erhalten, dann die nationale Hetze in die Schule hineinzutragen und zu erhalten und endlich der gegenwärtigen Regierung Opposition zu machen. Es ist ein Glied der außerparlamentarischen Aktion gegen die Regierung“.
Wahnwitzig ist die Argumentation der „Tiroler Stimmen“, die Zurückdrängung des Deutschtums im Etschtal zu leugnen: „Für uns in Tirol, wo es eben keinen nationalen Kampf gibt, hat die Unterstützung eines solchen Vereins, der sich schon von Vornherein als national gibt, auch vom liberalen Standpunkte keinen Sinn. Bei uns kann man auch auf künstlichem Wege keine Bedrohung des Deutschtums hervorrufen“. Ja, hätten die Klerikalen mehr Weitsicht gezeigt, die Tragödie der Teilung Tirols wäre vielleicht vermeidbar gewesen.

Bis zum Jahr 1914 hatte der Deutsche Schulverein 152 eigenbetriebene Schulen und Kindergärten errichtet und 80 Lehrer und 100 Kindergärtnerinnen eingestellt. Wesentlich war die Spendenbeschaffung. Die dazu angefertigten Postkarten waren äußerst erfolgreich.


1914 erwarb der Deutsche Schulverein im 8. Bezirk in Wien ein Grundstück, auf dem das heutige „Schulvereinshaus“ in der Fuhrmannsgasse errichtet wurde. Gestiftet wurde das Bauwerk von Robert Primavesi, der ein mährischer Unternehmer, Großgrundbesitzer und Politiker war. Während seines Studiums in Dresden wurde er Mitglied des Corps Thuringia. Politisch war er von 1899 bis 1918 im Reichsrat vertreten (Deutsche Fortschrittspartei, Nationalverband) und 1918/19 Mitglied der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich (Deutschnationale Partei), zudem war er in der Handels‑ und Gewerbekammer sowie im mährischen Landtag aktiv.
Für sich und seine Lebensgefährtin Josefine Skywa ließ Primavesi in Wien‑Hietzing die repräsentative Villa Primavesi (auch Villa Skywa‑Primavesi) im Stil der Wiener Architektur der Zeit von Josef Hoffmann erbauen.


Aufgrund der politisch schwierigen Lage Österreichs schloss sich der Deutsche Schulverein 1925 mit dem Verein Südmark, der im Gegensatz zum Schulverein wirtschaftliche Altivitäten unterstütze, zum „Deutschen Verein Südmark“ zusammen. Mit dem „Verein für das Deutschtum im Ausland“ in Berlin wurde die Volkstumsarbeit abgestimmt.
Der Schulverein Südmark unterstütze insbesondere die Katakombenschule in Südtirol sowie die deutschen Schulen des Gottscheer-Landes im ehemaligen Krain, in jenen Jahren Jugoslawien, heute Slowenien.
Die Organisation von Katakombenschulen war in Südtirol ein komplexes Unterfangen: Erstens, mussten Frauen und Männer amgeworben werden, die unterrichteten. Zweitens, musste Unterrichtsmaterial nach Südtirol geschmuggelt werden. Drittens, musste das Material zur Verfügung gestellt werden. Der Schulverein war wesentlich an dieser Logistik-Kette beteiligt.
Michael Gamper nahm im Bereich Katakombenschule in Südtirol eine wesentliche Rolle ein. Gamper wurde 1885 in Prissian geboren, der Vater stammte vom Deutschnonsberg ab und so kam es, dass Gamper wesentlich durch Kurat Franz Xaver Mitterer beeinflusst wurde. Durch Mitterer wurde Michael Gamper auf die intensiven Hilfeleistungen des Deutschen Schulvereins aufmerksam. Der Schulverein unterstütze nicht nur durch deutsche Bücher, durch die Finanzierung deutscher Lehrkräfte oder im Schulbau, sondern ermöglichte durch die finanziellen Förderungen, dass die Heranwachsenden in den deutschen Grenzgebieten überhaupt studieren konnten. Michael Gamper legte die Leistungen des Deutschen Schulvereins im Reimmichl-Kalender 1950 dar [4].
Mit dem Anschluss 1938 wurde der Schulverein Südmark aufgelöst und in den staatlich kontrollierten „Verein für das Deutschtum im Ausland“ integriert.
Die Österreichische Landsmannschaft (ÖLM) wurde am 13. März 1952 als „Gemeinschaft nichtvertriebener Österreicher für die Heimatvertriebenen“ als Rechtsnachfolger des Deutschen Schulvereins gegründet.
Als Südtirol 1946 das Erste Autonomiestatut (Gruber-De-Gasperi-Abkommen) erhielt, stellte sich dieses als leere Hülse dar. Zahlreiche Durchführungsbestimmungen wurden nicht erlassen. Die Kindergartenordnung und der Gebrauch der Sprache im Umgang mit der öffentlichen Verwaltung wurden für »verfassungswidrig« erklärt.
Es waren private Initiativen aus der Bundesrepublik Deutschland und aus Österreich, die Kindergärten und Vereinshäuser finanzierten, Vereine unterstützten, Heimplätze ermöglichten und Studienstipendien vergaben. Zu diesen Vereinen gehörte das »Kulturwerk für Südtirol«, das 1956 in München gegründet wurde, sowie die 1963 in München gegründete »Stille Hilfe für Südtirol«, deren Mitglieder sich in der Regel aus Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten zusammensetzten. Wesentlich war ebenso die Unterstützung durch die „Österreichische Landsmannschaft“.
Vergegenwärtigt man sich, dass der Deutsche Schulverein seine ideellen Ursprünge am Deutschnonsberg hat, weiß man um die großzügigen Leistungen im Bereich der Katakombenschule, die Kanonikus Michael Gamper hervorhob, aber auch die Fördermaßnahmen in den 1960er- und 1970er-Jahren, dann kann man nachvollziehen, dass sowohl Alt-Landeshauptmann Silvius Magnago als auch Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder das Wesen und Wirken der Österreichischen Landsmannschaft stets hervorhoben.
Der Südtiroler Landeshauptmann Silvius Magnago zeigte sich dankbar über die Leistungen der Österreichischen Landsmannschaft. In seiner Festrede zu 25 Jahren Vereinsgründung im Jahr 1977 untermauerte er in Wien die „segensreiche Tätigkeit“ der Landsmannschaft.

Luis Durnwalder war ebenso ein Förderer des Gedankens der Österreichischen Landsmannschaft und trat als Festredner zu 110 Jahren Gründung des Deutschen Schulvereins auf:

Das Schulvereinshaus im 8. Wiener Gemeindebezirk konnte erst 1985 durch Spenden wieder in das Eigentum der Österreichischen Landsmannschaft übergehen.
Literatur:
[1] Walter Marzari: „Kurat Franz Xaver Mitterer. Ein Leben im Einsatz für Volkstums- und Sozialarbeit an der Sprachgrenze in Südtirol“, Hollinek Verlag, Wien 1969
[2] Norbert Prohaska: „Der Deutsche Schulverein. Beiträge zum 120. Gründungstag (13. Mai 1880)“, Eckartschrift 153, Wien 2000
[3] Lothar Höbelt: „Otto Steinwender. Portrait eines Nationalliberalen“, Freiheitliches Bildungswerk, Wien 1992
[4] Toni Ebner (Hrsgb.): „Südtirol in Not und Bewährung – Festschrift Michael Gamper“, Verlagsanstalt Athesia, Brixen – Bozen 1955


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