Bahnstrecke Bozen – Meran. Historie und Zukunft

Die 31,8 Kilometer lange Bahnlinie zwischen Meran und Bozen ist eine der wichtigsten Verbindungen in ganz Südtirol und gleichzeitig ein Nadelöhr. Seit Jahren gibt es Bemühungen, die Streckeninfrastruktur weiter zu verbessern – in erster Linie ist hier der Ausbau von der eingleisigen auf eine zweigleisige Streckenführung zu nennen. Der italienische Schienennetzbetreiber RFI hat der Südtiroler Transportstrukturen AG (sta) dazu diese Woche die ersten Arbeitsunterlagen für den zweigleisigen Ausbau der Meraner Bahnlinie übermittelt. Bereits 2015 wurde dazu das Rahmenabkommen zwischen dem Land Südtirol und RFI unterzeichnet.

Der zweigleisige Ausbau soll in erster Linie die Kapazität und Geschwindigkeit der geschichtsträchtigen Strecke erhöhen. Historisch passt dieser Umbau stimmig ins Bild der prosperierenden Strecke: Bereits im späten 19. Jahrhundert bestand Bedarf an einer Verbindung zwischen den beiden Städten, um den Tourismus zu fördern und den Transport von Gütern zu erleichtern. Im Jahr 1906 wurde schließlich die Bahnlinie eröffnet, die bis heute in Betrieb ist. Die Strecke führte damals über zahlreiche Brücken und Tunnel, was für die damalige Zeit eine besondere technische Herausforderung darstellte.

Oberstes Ziel des Streckenausbaus ist die Erhöhung der Zugfrequenz: „Eine teilweise Begradigung der kurvenreichen Bahnlinie sowie der zweigleisige Ausbau zunächst zwischen Bozen und Terlan sollen künftig nicht nur die Fahrplanstabilität deutlich verbessern, sondern auch die erforderliche Potenzierung des Bahnverkehrs ermöglichen. Geplant ist eine halbstündliche Bedienung aller Bahnhöfe und Haltestellen auf der Linie, die Einführung eines 15-Minutentaktes zwischen Bozen und Terlan und/oder die Einführung von zusätzlichen schnellen Direktverbindungen zwischen Meran und Bozen.“ [1]

Zusätzlich zum Gleisausbau ist im Gesamtkonzept der Bau eines dritten Gleises an der Engstelle zur Einfahrt am Bozner Bahnhof mit Tunnel unter dem Virgl. „Damit solle eine unabhängige Einfahrt der Bahn auf der Strecke Meran-Bozen ohne Kreuzung mit der Nord-Süd-Linie gewährleistet werden.“ [2] Um an dieser Stelle auch ein abgeschlossenes Element im Masterplan zu nennen, sei die 2013 errichtet Zughaltestelle Bozen/Kaiserau erwähnt. Mit diesem 2,1 Millionen Euro teuren Bau wurde für die Bewohner des Stadtviertels ein guter Anschluss zum Stadtzentrum und damit eine gesteigerte Lebensqualität gesichert.

Gemeinsam mit Vertretern des Bauernbunds und Vertretungen von den betroffenen Gemeinden wurden die eingangs erwähnten Arbeitsunterlagen bereits gesichtet. Zudem werden diese in den kommenden Wochen von Technikern des Landes und der Sta begutachtet, denn diese Unterlagen haben noch nicht den Detailgrad, der notwendig ist, um weitere Planungen in Angriff zu nehmen. Sobald diese erste Prüfung abgeschlossen ist, startet ein Optimierungsprozess, um die bestmögliche Variante für die neue Trasse zu finden. Dieser Prozess wird mehrere Monate in Anspruch nehmen und gemeinsam mit den unterschiedlichen Stakeholdern passieren.

Die Bemühungen zur Verbesserung der Verbindung zwischen Bozen und Meran sind Teil eines größeren Plans, um den öffentlichen Nahverkehr in Südtirol weiter zu modernisieren und zu verbessern. Die geplanten Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Bahnstrecke auch in Zukunft eine wichtige Rolle im öffentlichen Nahverkehr spielt und den Fahrgästen ein modernes, zuverlässiges und komfortables Reiseerlebnis bietet.

[1]/[2] sta – Südtiroler Transportstrukturen AG: „Die Meraner Bahnlinie“, Online: https://www.sta.bz.it/de/eisenbahnen-seilbahnen/die-meraner-bahnlinie/

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