Valentin von Braitenberg studierte Rechtswissenschaften in Innsbruck, wurde Mitglied der Burschenschaft der Pappenheimer, Tribunalrat, 1920 Obmann des Bozner Heimatschutzvereins und war von 1922 bis zu seinem Tod Obmann des Landesverbandes für Heimatschutz.
Der Heimatschutzverein Bozen wurde 1909 in Bozen als Ortsgruppe des Tiroler Heimatschutzvereins gegründet. Meran gründete hingegen bereits 1908, im Jahr der Gründung des Tiroler Heimatschutzvereins, eine Ortsgruppe.
Erster Obmann des Bozner Heimatschutzvereins war Tony Grubhofer. Er bekleidete dieses Amt von 1908 bis 1920. Auf ihn folgte der Jurist Dr. Valentin von Braitenberg.
Valentin von Braitenberg kam 1867 in Bozen als Sohn des Stadtarztes Dr. Valentin von Braitenberg, Edler von Zenoburg, zur Welt. Die Weltanschauung des Vaters wird am besten bewusst, wenn man sich die Hommage an seinen Doktorkollegen Anton Profanter, eines 1848ers, ansieht, die von deutschfreiheitlichem Idealismus durchtrieben ist.
Dr. Valentin von Braitenberg, der Vater und Arzt, war ein Begründer des Kurwesens in Gries und verstarb am 26. Mai 1904.

Valentin von Braitenberg, der Sohn, wurde 1867 in Bozen geboren, studierte Rechtswissenschaften in Innsbruck, promovierte Ende 1893 und wurde Tribunalrat.
Die Innsbrucker akademische Burschenschaft der Pappenheimer führte Valentin von Braitenberg mit dem Kneipnamen „Hagen“ als Bundesbruder an. Wie Otto Rudl („Ekkehard“) und Oswald Streiter war Braitenberg Mitglied der Innsbrucker Burschenschaft der Pappenheimer, die durch vier Studenten aus dem südlichen Tirol gegründet wurde.
Im Rahmen der richterlichen Laufbahn, die er an den Gerichten Bozen (1892/93, 1895, 1903 bis 1925), Riva (1894), Kaltern (1896, 97, 1899, 1900), Klausen (1898), Meran (1901 bis 1903) und durch kurze Zeit in Genua (1925) leistete, erwarb er sich „überall wegen seiner strengen Rechtlichkeit, mustergültigen Pflichterfüllung, aber auch verständnisvollen Herzensgüte uneingeschränkte Anerkennung und Verehrung“ und stand „zumal als Strafverhandlungsleiter in verdientem Ansehen“ (Der Schlern 1927).
Erst als sich 1926 ein Herzleiden einstellte, war Braitenberg nicht mehr arbeitstätig, sondern hielt sich in Bozen oder am Rittnerberg auf.
1920 wurde Valentin von Braitenberg Obmann der Bozner Ortsgruppe des Heimatschutzvereins.

Im Jahr 1922 übernahm er auch noch die Verbandsführung des gesamten „Vereins für Heimatschutz“ auf Südtiroler Seite. Es war die Folge der Trennung Tirols, dass der Heimatschutz in Nordtirol und Südtirol getrennte Wege gehen musste. Jener Heimatschutzverein, der mitunter durch Kunibert Zimmeter begründet wurde, war folglich nun zweigeteilt. Das Amt führte Braitenberg bis 1927, bis zu seinem Tod, aus.
„Sein rastlos emsiges, verdienstvolles Wirken auf diesem Gebiete läßt sich nicht in Einzelheiten erschöpfen. Wie ein getreuer Eckart wachte er über Stadt und Land, daß nichts Unrechtes Eingang finde“ [1].

Die Zeitschrift „Der Schlern“ wurde 1920 anlässlich der Teilung Tirols als landeskundliche Zeitschrift südlich des Brenners herausgegeben, während in Nordtirol ab 1921 das Pendent „Tiroler Heimat“ herausgegeben wurde. Der Heimatschutzverein in Südtirol beschloss, dass der „Schlern“ durch jedes Mitglied pflichtmäßig zu beziehen sei und veröffentlichte darin seine Vereinsnachrichten.

Valentin von Braitenberg machte sich im Bozner Stadtmuseum als Obmannstellvertreter, in der Sparkasse Bozen ab 1906 als Direktionsmitglied und ab 1922 als Vizepräsident, im Heimatschutzverein Bozen sowie im Landesverband für Heimatschutz verdient, betätigte sich im Alpenverein, im Turnverein und im Volksliederverein.
„Im Februar 1915 als Nachfolger Dr. Paul Krautschneiders zum Obmannstellvertreter des Bozner Museumvereins berufen, entfaltete er daselbst bald in allen Zweigen eine unermüdliche ersprießliche Tätigkeit und wußte insbesondere alle Verhandlungen mit Behörden zu gedeihlichem Erfolge zu führen. Sein eigentliches Arbeitsgebiet war das weite Feld der Volkskunde, wozu ihn zahlreiche Vorstudien, ein in vielen Reisen geschulter Kunstsinn und innige Vertrautheit mit Land und Leuten besonders befähigten. Auch für sein Heim im Bozner Oelhaus und den Rittner Sommeransitz Schwarzegg, die er mit seinen gleichfalls unverheirateten Schwestern Anna und Maria v. Braitenberg in geschwisterlicher Einigkeit bewohnte, wußte er sich manches schöne oder seltene Stück zu erwerben und zeigte an diesem kleinen Museum seine unverhohlene Freude“ [1].
Nachdem Valentin von Braitenberg 1927 verstarb, verfasste der „Schlern“ eine Biographie des verstorbenen Heimatschützers:



Zum 50-jährigen Doktorjubiläum seines Kollegen Dr. Anton Profanter schrieb Valentin von Braitenberg, der Vater, eine mehrseitige Ehrung, die Einblicke in die politische Gesinnung gibt, die wohl auch den Burschenschafter und Juristen Valentin von Braitenberg, den Sohn, prägte:

Literatur:
[1] Der Schlern, Bozen 1927
[2] Valentin von Braitenberg: „Festschrift zum fünfzigjährigen Doctor-Jubiläum des Dr. Anton Profanter, Ritter des Franz-Josef-Ordens“, Bozen im Februar 1899

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