Trends und Perspektiven einer grünen Mobilität

Verschiedene globale Rahmenbedingungen beeinflussen das Themenfeld Mobilität entscheidend. Diese Rahmenbedingungen können folgendermaßen zusammengefasst werden (Hunsicker, 2012):

  • Der weltweite Warenaustausch nimmt durch die Globalisierung weiter zu;
  • Die Weltbevölkerung wächst an;
  • Die Verstädterung nimmt zu;
  • Der Klimawandel wird immer stärker bemerkbar;
  • Das Umweltbewusstsein wird größer.

Daraus lässt sich einerseits die stärkere Nachfrage nach nachhaltiger Mobilität ableiten, andererseits aber auch Chancen und Perspektiven, die durch die Urbanisierung zunehmen. Eine nachhaltige Mobilität wird in Zukunft die Lebensqualität in vielen Städten entscheidend prägen. Die Nachfrage nach so genannter „grüner“ Mobilität betrifft nicht nur den Personenverkehr, sondern auch den Güterverkehr.

Zentrale Probleme, die die Motorisierung hervorlöst, kann aber auch eine „grüne“ Mobilität nicht ändern, sie kann nur die Umweltauswirkungen reduzieren. So etwa die Verbauung, die Zersiedlung oder die negative strukturelle Entwicklung für ländliche Gebiete.

Weitere wichtige gesellschaftliche Rahmenbedingungen sind die folgenden (VCÖ, 2015):

  • Es zeichnet sich eine gesellschaftliche Tendenz in Richtung Individualisierung ab;
  • Einpersonenhaushalte nehmen zu;
  • Die Gesellschaft wird insgesamt älter;
  • Das Thema Barrierefreiheit wird wichtiger;
  • Die Arbeitswelt wird flexibler;
  • Digitalisierung und Online-Shopping sind stark im Kommen.

Individualisierung und die Zunahme an Einpersonenhaushalten bedingen auch das Phänomen Verstädterung und Urbanisierung. Und die Notwendigkeit so genannter „smarter“ Mobilität.

Das Gegenteil von Urbanisierung ist die Suburbanisierung, nämlich die Migration von der Stadt in das städtische Umfeld. Dieser Suburbanisierung gehen nach Siebel heute die Grundlagen verloren (Siebel, 2016). Diese bestehen einerseits in den sozialen Grundlagen, nämlich den Familien, die zugunsten von Einpersonenhaushalten an Bedeutung verlieren und andererseits in ökonomischen Grundlagen, die an die Möglichkeit gebunden sind, Wohneigentum zu bilden. Die Tatsache, dass stabiles, langfristig kalkulierbares Einkommen heute keine Selbstverständlichkeit mehr sei, mache die ökonomischen Grundlagen für die Suburbanisierung zunichte. Darüber hinaus bieten Städte eine Vielzahl an Möglichkeiten und Dienstleistungen auf engem Raum. Im Umkehrschluss bedeutet diese Entwicklung, dass der ländliche Raum an Bedeutung verliert. Diese Entwicklung hat positive und negative Schlagseiten.

Die Tendenzen in Richtung Individualisierung und Flexibilisierung verändern auch das Mobilitätsverhalten entscheidend. Diese Tendenzen sprechen nicht unbedingt für einen Rückgang des motorisierten Verkehrs. Damit es zu einem solchen Rückgang kommt, ist ein entsprechend höheres und flexibleres Angebot im öffentlichen Verkehr notwendig. Besonders in den Städten herrscht großes Potential im Sinne einer nachhaltigen öffentlichen Mobilität.

Im ländlichen Raum vollzieht sich die Angebotsplanung im öffentlichen Verkehr hingegen schwieriger. Insgesamt ist es neben einem flächendeckenden Mindestangebot notwendig, flexible Ergänzungen zu schaffen, um die „Unabhängigkeit vom Auto“ zu fördern (VCÖ, 2015). Besonders die Digitalisierung bietet zahlreiche Möglichkeiten, um das Mobilitäts-Angebot besser abzustimmen.

Literatur:

Hunsicker, F., 2012. Trends 2030 Mobilität und Logistik – Innovationsworkshop 2012 der DB AG, Berlin: Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel GmbH (InnoZ).

Siebel, W., 2016. Was macht Städte so attraktiv? Einsichten und Konsequenzen für eine (neue) ländliche Raum-Politik! – Vortrag, München: Bayerischen Akademie Ländlicher Raum .

VCÖ, 2015. Gesellschaftliche Entwicklungen verändern die Mobilität, Wien: VCÖ.

Stichworte: Verkehrsplanung in Südtirol, innovative Verkehrsplanung, Integrale Mobilität, Mobilitätskonzepte, Verkehrsgutachten, Güterverkehr, Logistik 4.0

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