Franz Innerhofer und der Heimatschutzverein Meran

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Der Heimatschutzverein Meran wurde 1908 als erste Ortsgruppe des Landesverbandes für Heimatschutz in Tirol durch Franz Innerhofer gegründet. Der Heimatschutzgedanke ordnete sich in ein Weltbild ein, das nicht das reine Konservieren, sondern ein Weiterentwickeln beabsichtigte, indem die ideelle Substanz und nicht die Fassade erhalten blieb.

Der Verein für Heimatschutz wurde als Verband im September 1908 in Innsbruck gegründet. Es handelte sich um den ersten Verein dieser Art in Österreich. Ziele waren: 1. Der Zusammenschluss aller heimatbewussten Tiroler. 2. Die Erkenntnis und Verbreitung von Heimatbewusstsein als ideellem Wert. Der Verein hatte einen bildungsbürgerlichen und intellektuellen, keinen bäuerlichen, sondern einen städtischen Hintergrund.

In der Nachfolge entstanden Ortsgruppen in Meran (1908), Bozen (1909), Lana (1910) und Brixen (1911).

Heimatschutzverein Meran: „80 Jahre Meraner Heimatschutzverein 1908 – 1988“

Der Heimatschutz in Meran hängt eng mit dem Mediziner Franz Innerhofer zusammen, der 1847 in Meran zur Welt kam und 1872 in Innsbruck promovierte, Direktor der Landesgebäranstalt sowie Mitgründer des St. Josefs-Instituts für schwachsinnige Kinder in Mils wurde. Ab 1879 war er selbständiger Arzt in Innsbruck, ab 1897 übersiedelte er in seine Heimatstadt Meran.

Franz Innerhofer wurde 1899 Obmann des Meraner Museumsvereins, überließ dem Verein drei Häuser sowie seine Bibliothek, die 1.500 Bücher umfasste, war folglich der Mäzen des Museums. „Die Schenkungen mehrerer Privatbibliotheken, wie jene von Otto Rudl oder Franz Hafner, halfen die Bestände weiter auszubauen“ schreibt das Stadtmuseum Meran.

Franz Innerhofer

Ab 1901 wirkte Innerhofer bis zu seinem Tod er als Konservator für die „K.k. Zentralkommission für Denkmalpflege“ in den Bezirken Burggrafenamt und Vinschgau. Es handelte sich dabei um den 1850 gegründeten Vorläufer des Bundesdenkmalamtes.

Von 1906 bis 1911 war Innerhofer der Herausgeber der heimatkundliche Zeitschrift „Der Sammler. Organ für tirolische Heimatkunde und Heimatschutz“ und von 1912 bis 1916 der Zeitschrift „Die Heimat. Blätter für Heimatkunde und Heimatschutz in Tirol“. Herausgeber war der Verlag Pötzelberger von Friedrich Wilhelm Ellmenreich.

Der „Sammler“ publizierte intensiv zum Tiroler Freiheitsdichter Hermann von Gilm.

Neben Franz Innerhofer gehörten 1908 Carl Lun und Josef Musch zu den Begründern des Heimatschutzvereins Meran.

Die Landeskonservatoren und Heimatschützer hatten es mit der Kirche nicht leicht. Einerseits wollte sich die Kirche durch den Denkmalschutz nicht dreinreden lassen. Andererseits verstand die Kirche ihre Kunstwerke nicht im Dienste der Kunst, sondern der Religion stehend [1]. Es waren Kirche und Adel, die bis zum Ende der Donaumonarchie die Verabschiedung eines Denkmalschutzgesetzes verhinderten. Beide waren die Eigentümer jener Kulturgüter, die potenziell unter Denkmalschutz gestellt werden sollten.

Es liegt auf der Hand, dass der Denkmalschutz- und Heimatschutzgedanke aus einer republikanischen Weltsicht heraus als „Res publica“, öffentliches Interesse, begründet wurde und einen Anspruch des Volkes auf das kulturelle Erbe erhob.

In den historischen Mitteilungen von 1904 erscheint „Meran. Obm. Dr. Innerhofer“ als Leiter der Meraner Sektion des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins auf.

Will man das Weltbild Franz Innerhofers erschließen, so sind seine heimatkundlichen Arbeiten aufschlussreich. In einer Arbeit, in welcher er 1912 Dr. Franz Tappeiner als Kämpfer für Freiheit und Deutschtum hervorhob, erläuterte er, wieso es für Tappeiner dennoch nicht klappen sollte: „Die Bevölkerung Südtirols, die noch unter dem Metternich’schen Drucke schmachtete, gab, wie es unter den damaligen Verhältnissen wohl nicht anders zu erwarten war, am 8. Mai von den 100 Stimmen 75 dem Professor Beda Weber, welcher also mit großer Majorität gegenüber dem Herrn Dr. Franz Tappeiner aus der Wahlurne hervorging und bereits am 11. Mai nach Frankfurt zum Parlamente abreiste.„

Franz Innerhofer verstarb 1918 in Meran.

Literatur:

[1] Heidi Trenkwalder: „Franz Innerhofer – der Sammler in der Provinz. Kulturelle Ambitionen eines Bildungsbürgers in Meran der Jahrhundertwende“, Diplomarbeit, Universität Innsbruck, 2002

[2] EHB – Erschließung Historischer Bibliotheken (Link)

[3] Heimatschutzverein Meran: „80 Jahre Meraner Heimatschutzverein 1908 – 1988“, Festschrift, Meran 1988

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