Wer war Caroline von Terlago?

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Caroline von Terlago wurde 1839 in Rovereto geboren, wo ihr Vater, Lothar von Terlago, Kreishauptmann war. Der Stammsitz der Terlago liegt namensgebend in Terlago, unweit von Trient. Carolines Bruder Robert kam 1842 zur Welt und die jüngste Schwester Marie 1847, nachdem die Familie 1846 nach Wien gezogen war.

Die Familie zog 1846 nach Wien und drei Jahre später nach Innsbruck, weil Lothar von Terlago Hofrat bei der Statthalterei wurde. In Innsbruck profitierte Caroline von Terlago von dem Privatunterricht, den ihr jüngerer Bruder Robert genoss. „Dadurch kam sie mit Dichtern wie Goethe, Dante und Petrarca in Berührung und fing bald darauf schon als junges Mädchen selbst an zu dichten“ [1].

Lothar von Terlago verstarb im Februar 1865. Robert von Terlago studierte ab 1860 in Innsbruck. Nach dem Tod des Vaters zogen die Mutter, Caroline und die jüngere Schwester Marie nach Gmunden, wo Caroline von Terlago mit der im Ort ansässigen hannoverschen Königsfamilie in Kontakt kam und sich mit Prinzessin Friederike anfreundete. Daraufhin begleitete Caroline von Terlago die Prinzessin als Hofdame auf den Reisen durch die Schweiz und nach Frankreich.

Die Familie Terlago verfügte in Gmunden über eine Villa:

In die Pariser Zeit zwischen 1874 und 1877 fällt die Veröffentlichung desersten Gedichtbandes. Die Lyrik des frühen Bandes ist stark von der Natur geprägt. Besonders intensiv beschäftigte sich Caroline von Terlago mit der Pflanzenwelt, was in ihren Blumensonetten zutage kommt.

Im Frühjahr 1877 kehrte Caroline nach Gmunden zurück und heiratete draufhin ihren Cousin Viktor von Terlago aus der Wiener Familienlinie. Die beiden zogen nach Unter-St. Veit bei Wien. Der gemeinsame Sohn Franz kam 1882 in Gmunden zur Welt.

Aus der Stammtafel der Familie Terlago werden die Verwandtschaftsverhältnisse deutlich:

Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser 1916

Der Dichter Robert Hamerling war mit Alfons von Terlago, dem Vater von Sigmund Victor, befreundet und legte selbst dar, dass er mit dem 12-jährigen Sohn den „Homer“ las:

Robert Hamerlings Berichte

Die dichterische Tätigkeit Caroline von Terlagos trat in den Hintergrund und nahm 1884 nach einem Briefwechsel mit dem Tiroler Schriftsteller Adolf Pichler wieder Fahrt auf. Adolf Pichler beschäftigte sich mit ihren Gedichten und nahm sprachliche und kompositorische Verbesserungen vor. 1885 erschien ein zweiter Gedichtband. Darin wurden Gedichte aus ihrem ersten Band in überarbeiteter und teilweise neu geordneter Form aufgenommen. Der Kontakt zwischen Terlago und Pichler brach daraufhin ab.

Nach dem Tod ihres Mannes kehrte Caroline von Terlago im Juli 1902 von Wien wieder nach Tirol zurück. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie in Hall, Kufstein und Innsbruck. In Innsbruck verstarb sie 1916 und wurde in der Familiengruft auf dem Hietzinger Friedhof in Wien bestattet.

Caroline von Terlago zeigt in ihrer Lyrik ein deutliches deutsches Sprach- und Kulturbewusstsein, das im Gedicht „Muttersprache“ hervortritt. Dort stellt sie ausdrücklich die Begriffe „Muttersprache“ und „Vaterland“ nebeneinander und schreibt: „Muttersprache, Vaterland – / Sagt die alte Sitte, / Zwei Begriffe stets verwandt“, um anschließend den Gegensatz zu formulieren: „Jenes tönt im mächt’gen Nord, / Dieses liegt im Süden.“ Die Vereinigung finde sich dort, „wo italische Natur tönt aus deutschem Sange“.

Caroline von Terlagos Lyrik ist zugleich stark von der Natur- und Landschaftswahrnehmung geprägt. Berge, Alpenblumen, Höhen und die südliche Landschaft bilden wiederkehrende Motive; bereits die Titel „Alpenröschen“, „Auf der Höhe“, „Steinnelken“ und „Bergnebel“ verweisen auf diese enge Verbindung zur alpinen Natur.

Der Tiroler Literaturhistoriker Hans Lederer erhielt den Nachlass Carolines von Terlago und stellte sie gemeinsam mit Walburga Schindl und Angelika von Hörmann als eines der drei herausragenden weiblichen dichterischen Talente Tirols im 19. Jahrhundert dar („Dreigestirn am Tiroler Dichterhimmel des 19. Jahrhunderts“).

Literatur:

[1] Literatur Tirol (Link)

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