Energiepreise im Höhenflug

Mit dem Monatswechsel in den Oktober hinein steht wieder eine Aktualisierung der Versorgungsverträge an. Dies wird zwangsläufig zu einer Erhöhung der Tarife und damit zu einer Steigerung der Energiekosten führen.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten die Preissteigerungen eingesetzt. In der jüngst veröffentlichten vierteljährlichen Analyse des Elektrizitätssystems stellte die ENEA fest, dass der Energieverbrauch, und damit auch die CO2-Emissionen, in Italien in der ersten Jahreshälfte bereits stark angestiegen ist. Zudem waren die Strom- und Gasrechnungen bereits zum 1. Juli angestiegen. Doch während noch darauf gewartet werden muss, dass die italienische Regierung ihre Beschlüsse zur Milderung der Preissteigerungen umsetzt, sind die Zahlen für den Herbst teilweise erschreckend: Am 1. Oktober könnten die Gasrechnungen um über 30% und die Stromrechnungen um 20% steigen. Der zuständige Minister Cingolani hat sogar einen Anstieg der Stromrechnungen um 40% vorausgesagt.

Auch die Kraftstoffpreise steigen, wenn auch weniger stark. In diesem Fall macht der Rohstoff Öl nur ein Drittel des Endpreises aus, während zwei Drittel auf steuerliche Sanktionen entfallen. Bei der am 6. September vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung durchgeführten Erhebung kostete Benzin durchschnittlich 1,65 Euro pro Liter, davon 62 Cent Industriekosten und 1,03 Euro Steuern, und Diesel 1,50 Euro pro Liter, davon 61 Cent Industriekosten und 89 Cent Steuern.

Durch die Abhängigkeit der Südtiroler Verbraucher von den italienischen Versorgern bzw. vom Staat selbst wird auch diesen der Preisanstieg bares Geld aus der Tasche ziehen.

Indirekt bestätigt wird der Preisanstieg durch den Irex-Index, der zum ersten Mal die 21.000-Punkte-Marke überschreitet. Der 2008 eingeführte Irex-Index von Althesys bildet die Performance der, an der italienischen Börse notierten, Small-Mid-Cap-Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien ab und ist die Referenz für die Leistung des Sektors. Die Verlagerung hin zu Energiequellen ohne Kohlendioxidemissionen wird im Nachhaltigkeitsbericht des führenden italienischen Stromversorgers Enel deutlich, der den Prozess der Dekarbonisierung nachzeichnet: Im Jahr 2020 hat das Unternehmen die Stromproduktion aus Atomkraft auf 12,5%, aus Wasserkraft auf 30,1%, aus Windenergie auf 15% und aus Solarenergie auf 2,8% erhöht, während die Kohleproduktion von 16,4% auf 6,3% gesunken ist. Auf diese Weise stieg der Beitrag der CO2-freien Energiequellen von 54,9% im Jahr 2019 auf 63,4% im Jahr 2020.

Interessant wird, wie Südtirol die Steigerung im Energiebereich abfedert, stellt Südtirol doch das Doppelte an elektrischem Strom in Bezug zum Verbrauch her. Die Beteiligung der Südtiroler Bevölkerung an den immensen Gewinnen, die mittels Stromproduktion erzielt werden, war und ist eine politische Versprechung, die noch nicht eingelöst wurde, während Südtirols Landesstromgesellschaft „Alperia“ die Fußball-Millionäre von Juventus sponsert.

Quelle: IlSole24

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