Dorfmarketing – Ja bitte, aber richtig!

Mit dem Konzept des Marketings haben Städte seit den 1980er Jahren ein Instrument für sich entdeckt, mit welchem sie einer ganzen Bandbreite an Zukunftsherausforderungen begegnen. Dabei versteht man unter dieser wirtschaftlichen Arbeitsmethode salopp gesagt, alle Aktivitäten eines Unternehmens, welche zur Steigerung des Absatzes beitragen. Ziel der Städte ist es eine gewisse Attraktivität zu schaffen – für die heimische Bevölkerung, aber auch für auswärtige Geschäftstreibende, Touristen oder neue Mitbürger. In den letzten Jahren schwappt diese Idee, Marketing als Lösungsansatz heranzuziehen, auch immer mehr in kleinstrukturiertere Gebiete und Gemeinden über und soll dabei helfen, der geringen Standortattraktivität und deren Folgen entgegenzuwirken.

Bei der Anwendung von marketingbasierten Konzepten ist jedoch Vorsicht geboten. Die, auf den ersten Blick oft simpel erscheinende, Erarbeitung solcher Vorgehensweisen bedarf einer gründlichen Umsicht um am Ende keine teuren Lösungen anzubieten, welche nicht den Problemen der Bevölkerung gerecht werden. Es muss in einem ersten Schritt eine genaue Identifizierung relevanter Bedürfnisse durchgeführt werden, um in einem zweiten Schritt authentische und individuelle Werte (durch die vier Ps des Marketings – Product, Price, Place, Promotion) und schließlich in einem dritten Schritt den Nutzen für die Dorfbevölkerung (durch die vier Rs des Marketings – Recruitment, Retention, Reclamation, Recovery) zu liefern. Der strategische Gedanke, welcher einem Dorfmarketing zu Grunde liegen muss, ist somit in die bewusste Wahrnehmung von unbefriedigten Bedürfnissen der Bürger und nicht das Handeln auf Basis eines Bauchgefühls. Zudem ist bei der Erhebung der Wünsche und Ansprüche der Menschen ein integratives Vorgehen geboten, um allen Ansprüchen gerecht zu werden.

Durch diese Wahrnehmung wird bereits der Grundstein für eine erste Zufriedenheit gelegt, welche im Kampf gegen die Abwanderung und für das Aufblühen des Dorfes essentiell ist. Ein positives Beispiel, wie dies in die Praxis umgesetzt werden kann, ist das Markenhandbuch der Gemeinde Truden.[1] Dieses biete in seiner Art einen vollumfänglichen Fahrplan an, mit welchem den Problemstellungen der Zukunft schon im Hier und Jetzt begegnet werden kann. Passend dazu heißt es im Handbuch selbst: „Standortmarke ist mehr als ein Logo“.

Quellen:

[1] Gemeinde Truden. Trudner Markenhandbuch. Abrufbar unter: https://cutt.ly/zj98LlA. Truden 2020.

Weiterführender Artikel: Tourismus quo vadis?

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