Ganz am Anfang steht die Natur mit ihren Räumen, ihren Rückzugsorten, ihren Gefahren und Risiken. Wenn wir menschliche Umgebungen schaffen, denken wir notwendigerweise zuallererst an die Natur und ihre Bedürfnisse, an ihre Flora und Fauna, und versuchen in das natürliche Ganze, wo notwendig, gezielt und beschränkt einzugreifen, indem wir forstwirtschaftlich und ingenieurbiologisch wirken, den Hang ordnen, den Wildbach zähmen, gegen Hochwasser vorsorgen, den Schutzwald pflegen und die natürlichen Ressourcen schützen. Dort, wo wir natürliche Belange nicht ausreichend berücksichtigen, werden die Eingriffe gravierend und teuer.
Das ökologische Bauen ist dann eine Frage des Standortes sowie der Einbindung in das Land, in das Territorium, in die Natur und in das Ökosystem. Wir nehmen der Natur etwas weg, wir geben ihr aber auch wieder etwas zurück, am besten Baukultur. Wesentlich ist, dass am Ende und in Summe ein ökologisches Ganzes und ein hohes Maß an Biodiversität entstehen.
Das ökologische Bauen ist folglich eine Frage der Ressourcen, des Bodenverbrauchs, der so genannten Versiegelung, des Zusammenspiels mit dem komplexen Ganzen Boden, auch im geotechnischen Sinne als Baugrund, indem wir uns der geologischen Geschichte, der Kräfte und Spannungen im Untergrund und im Gelände bewusst werden, der Wasserversorgung und Wasserentsorgung, des Grundwassers – und so wenig, wie möglich, in den gewachsenen Boden eingreifen. Dazu ist überlegene geotechnische Planung notwendig.
Verkehrsplanung ist letztendlich aber immer essenziell, weil wir als Menschen mobil sind, mobil sein wollen und weil Mobilität für uns Freiheit bedeutet. Die Frage ist, welche Mobilität wir fördern wollen. Wir gestalten den Raum, die Siedlungen und die Landschaft durch unsere Eingriffe in das Verkehrssystem, durch Zerstreuung, Beschleunigung, aber vor allem auch durch Bindung. Jeder Immobilienentwickler ist sich dieser Effekte bewusst. Es geht folglich im Sinne einer Verkehrsplanung, die ihren Namen verdient, um die Lenkung und Leitung der Mobilität und um Grundsatzentscheidungen statt um die normative Kraft des Faktischen. Unsere Mobilität muss grüner, sanfter und sensibler werden. Wir müssen deshalb mehr modellieren und deutlicher über komplexe Zusammenhänge nachdenken.
Das Ankommen ist dann vielleicht wichtiger als das Fortkommen. Es geht um grüne Projekte, die für uns Heimat sind. Die Baustoffe sowie die Dämmstoffe sollen natürlich sein, in Holzfaserdämmplatten, Flachsfasern, Hanffasern, Schafwolle oder Stroh bestehen. In vielen Bereichen ist Holz das Um und Auf, letztlich muss aber auch der Einsatz von Holz im Sinne des sinnvollen Ganzen bewertet werden und es ist jeder Einsatz von Holz in Relation zu den Kunststoffen zu setzen, die notwendig sind, um das Holz entsprechend langlebig einzusetzen. Vielleicht ist da und dort Ziegelmauerwerk, Lehm oder auch Beton im Sinne der Langlebigkeit nachhaltig. Ein Gewölbe aus Mauerwerk ist ebenso langlebig und durch seine statische Form effizient. Da und dort müssen es Beton, Stahl, Glas und Verbundbauweisen sein.
Das Bauwerk muss in letzter Konsequenz mit dem geringsten Verbrauch an Ressourcen, Materie und Energie ein Auskommen finden. Hier klingt der Leichtbau durch. Es geht um tragfähige und effiziente Verbindungen und konstruktive Lösungen ohne viel Verkleidung. Konstruktive Geradheit gewinnt. Ökologisches Bauen ist immer auch ein Dialog mit dem Bestand, der im Sinne der Baukultur zu erhalten ist.
Die Mission ist: Natur und Bauwerk integrieren. Und zwar deutlich besser als bisher. Ganz zuletzt geht es um bessere Planung. Dazu sind viel Aufwand im Projektmanagement, aber auch gemeinsame Ziele und die gute Zusammenarbeit notwendig. Bioengineering eben. Nur mit einer optimierten Planung, mit einem agilen und digitalen Projektmanagement sowie mit funktionierenden persönlichen Beziehungen sind unsere grünen Ziele denkbar und machbar.


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