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Bürgerbeteiligung bei der Raumplanung

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Bauleitplan Südtirol

Bei der Gestaltung, Entwicklung oder Erschließung von Regionen spielen Planungsnetzwerke die gewichtigste Rolle. Die, in diesen Geflechten vertretenen Akteure aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Politik, prägen mit ihren Entscheidungen nicht nur das Aussehen, sondern ebenfalls die soziale Lebenswelt ganzer Landstriche. Für das Treffen ihrer Entscheidungen ziehen sie ökonomischen Renditeberechnungen, demographische Statistiken und Erfahrungswerte heran. Jedoch fehlt auch bei bester Datenlage eine wichtige Variable, welche die Zielsetzung ganzer Projekte in ein neues Licht rückt: die Bewohner.

Bei Planungsnetzwerken mit ihrem klassischen Top-down-Ansatz werden die Vorstellungen und Ideen der Menschen, welche den gesamten skizzierten und geplanten Korpus erst mit Leben füllen, nur zu einem kleinen Teil miteinbezogen. So überrascht es nicht, dass sich in den letzten Jahren immer mehr partizipative Prozesse mit eingebunden wurden, welche diesen Mangel beseitigen und mit allen Beteiligten eine neue gemeinsame Steuerungsebene, inklusive Zielausrichtung, schaffen.

Die Wissenschaft hat diesen Umstand ebenfalls erkannt. In den Instituten der Partizipations- und Governanceforschung wird über die Umstände einer Bürgerbeteiligung in der Projektierungsphase, sowie deren Wirkung und Nutzen geforscht. Jüngste Ergebnisse zeigen dahingehend eine ganze Bandbreite von positiven Effekten, welche durch die Miteinbeziehung der Bürger generiert werden können. So steigt damit nicht nur das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität der Menschen; durch das geleistete Engagement und die gebotene Möglichkeit zur aktiven Meinungsäußerung steigt auch der Zusammenhalt samt allgemeiner Stimmungsverbesserung und die Akzeptanz der Maßnahmen.

Neben diesen persönlichen Verbesserungen führt eine partizipativer Entscheidungsfindungsprozess des Weiteren zu einer vermehrten Einbindung des Wissens über regionalen Gegebenheiten. Auf Basis dieser Kenntnis wird ein besseres Verständnis für den Markt eröffnet und das spezifische Innovationsverhalten der Akteure erhöht. Bei der praktischen Umsetzung ist dabei neben der Wahl der richtigen Form der Bürgerbeteiligung insbesondere die verpflichtende Umsetzung der erarbeiteten Ergebnisse wichtig. Sollten diese formellen Rahmenbedingungen gegeben sein, ist die partizipative Entscheidungsfällung ein wichtiger Schritt in Richtung umsichtiges Handeln zum Wohle aller und zudem die Basis für ein gemeinschaftliches Verantwortungsbewusstsein.

Weiterführender Artikel: Über schnelle Mobilität und aussterbende Dörfer

3 Antworten zu „Bürgerbeteiligung bei der Raumplanung“

  1. Avatar von Meinungspluralität bei der Weichenstellung – Demanega

    […] Boden und Wasserhaushalt betreffen. Dabei ist es, gleich der im kleineren Rahmen vonstattengehenden Raumplanung, essentiell, die Einheimischen als einen weiteren Akteur mit ins Boot zu […]

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  2. Avatar von Südtiroler Klimaplan 2040 – Demanega

    […] durch die Regierung kontinuierlich verbessert werden kann. Erstmals wurde ein gesellschaftlicher Partizipationsprozess konzipiert und beschlossen. Der Klimaplan sieht vor, einen Bürger-Klimarat sowie ein […]

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  3. Avatar von Raumordnung in Südtirol und Italien – Demanega

    […] Bürgerbeteiligung bei der Raumplanung […]

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