Den roten Ozean vermeiden

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Was ist ein „roter Ozean“? Der Ozean wird rot, wenn alle Haifische im Becken um ein und dieselbe Beute feilschen – und sich dabei gegenseitig zerfleischen.

Systeme haben vielfach den Charakter eines roten Ozeans. Im Politischen feilschen alle Akteure um die gleichen Positionen und tendieren dazu, sich mit aberwitzigen Aktionen zu überholen und zu unterbieten. In der daraus resultierenden Polarisierung sind grundsätzlich keine Lösungen mehr möglich, die – und das ist das Banale – vielleicht auch gar nie beabsichtigt waren.

Im Geschäftlichen wird so lange um den Preis konkurriert, bis in dem Preiskampf niemand mehr einen Gewinn erzielen kann – und alle verlieren. Der Markt ist dann sprichwörtlich „tot“.

Was für die einen der Ozean ist, ist für die anderen ein geschlossener Raum: Fehlt die Frischluft, wird es eng. Das hat einen physikalischen Charakter: Entropie bezeichnet einen fortschreitenden Unordnungszustand. Ganz am Ende steht bei der Entropie der Wärmetod des Systems. So weit muss es wahrlich nicht kommen.

Wieso springt jemand in den roten Ozean? Die Antwort ist denkbar einfach: Wer in ein bestehendes System springt, attestiert einen Mangel an Kreativität. Sich mit bestehenden Positionen zu befassen, nach links und nach rechts auszustoßen, ist einfacher, als ein neues System zu begründen.

Die entscheidende Frage dreht sich um die Auswege. Wenn ein Ozean voll mit Haifischen ist, zahlt es sich aus, in einen anderen, in einen „blauen“ Ozean, zu springen. Vielfach muss dieser aber erst entdeckt, erobert und erfunden werden.

Aus dem roten Ozean steigen könnte man „Thinking outside the Box“ nennen. Dazu gehören Offenheit und Intelligenz. Aber auch Mut. Wer den Standpunkt wechselt, verlässt festgefahrene Positionen, nimmt alternative Blickwinkel ein, erntet Kritik – und findet am Ende des Prozesses die Lösungen.

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