Thinking Outside the Box: Konsens ist möglich

Published by

on

Positionen sind das Problem, nicht die Lösung. In der Politik dreht sich zwar meistens alles nur um Positionen, weil es darum geht, „Fans“ und Stimmungen zu sammeln. Man sollte sich allerdings nicht erwarten, Lösungen von Exponenten präsentiert zu bekommen, deren Geschäftsmodell darin besteht, Probleme breit zu treten.

Geht es um konstruktive Lösungen, sind Positionen zutiefst problematisch.

Im realen Leben, nehmen wir ein Bauprojekt, bedeutet das Verharren auf Positionen den sicheren Untergang. Architekt: „Ich plane nur nach meinem Geschmack, der Bauherr ist mir egal“. Statiker: „Tragwerk zuerst, die Architektur interessiert mich nicht!“. Ausführender: „Ich mache, was ich immer schon gemacht habe…“.

Oder nehmen wir ein anderes Beispiel: Der Terrorist und der Krisenverhandler werden kaum zu einem Konsens kommen, wenn beide auf ihren eigenen Positionen beharren.

Nun kann es sich in der Wirtschaft, im Gegensatz zur Politik, in der Regel niemand leisten, stur auf Positionen zu beharren und in Kauf zu nehmen, dass das Projekt gänzlich an die Wand fährt.

Daraus folgend wird dann, wenn es um Lösungen und Fortschritte geht, die Auseinandersetzung mit Motiven oder Interessen zentral. Werden die Motive ergründet, sind kreative Lösungen möglich, die auf den ersten Blick wie die Quadratur des Kreises erscheinen. Weil unsere Motive zumeist auf unterschiedlichen Ebenen gelagert sind – nehmen wir die Maslow-Pyramide als Denkmodell – ist ein Konsens möglich, bei dem niemand verliert. Bedingung ist, dass starre Positionen aufgegeben und ein „Thinking outside the Box“ möglich wird.

Freilich, immer und überall wird es nicht möglich sein, einen zufriedenstellenden Konsens zu finden, wie er durch das Harvard-Konzept („Getting to Yes“) vorgegeben wird.

Wer allerdings noch nicht einmal die Möglichkeit eines Konsenses bedenkt, riskiert, auf ganzer Linie zu verlieren. Und: Auf der individuellen Ebene wird es selbst dann, wenn alle verlieren, vereinzelte „Gewinner“ geben – oder solche, die es glauben. Zumindest eine Zeit lang.

Kommentar verfassen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..