Feministinnen geben gerne vor, es gehe ihnen um die Frauen. Faktisch geht es ihnen in der radikalen Form um die Ablehnung von Mutterschaft und um den primitiv-populistischen Geschlechterkampf. Die theoretische Grundlage liefert die marxistische Doktrin.
Was sich heute als „Progressivismus“ tarnt, also Gender ohne Ende, Geburtenverweigerung, künstliche Reproduktion, Misstrauen gegenüber Familie und Mutterschaft sowie der primitiv-populistische Kampf gegen das „Patriarchat“, basiert im Wesentlichen auf einem fiebrigen Manifest des radikalen Feminismus aus dem Jahr 1970.
Die Kanadierin Shulamith Firestone schrieb kein Buch über Gleichberechtigung, sondern eine Kriegserklärung an Biologie, Familie und letztlich an den Menschen selbst.
Mit dem Buch „The Dialectic of Sex: The Case for Feminist Revolution“ (deutsch „Frauenbefreiung und sexuelle Revolution“) wurde Firestone zur gefeierten Bestseller-Autorin.
Ihr Ausgangspunkt ist radikal zerstörerisch: Im Rückgriff auf die Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels verstand Shulamith Firestone die Geschichte der Menschheit als eine permanente Geschichte von Konflikten zwischen den Geschlechtern. Die biologische Differenz zwischen Mann und Frau sei keine Grundlage menschlicher Ordnung, sondern eine Form von Unterdrückung.
Ähnlich wie die sozialistische Revolution nicht nur wirtschaftliche Privilegien, sondern Klassengegensätze insgesamt abschaffen wolle, sah Firestone als Ziel der feministischen Revolution nicht nur die Überwindung männlicher Vorrechte, sondern auch die Auflösung starrer Geschlechterunterschiede.
Schwangerschaft wird als „Versklavung“, Mutterschaft als „Last“ und Familie als Herrschaftsinstrument der „patriarchal-kapitalistischen Gesellschaftsordnung“ deklariert. Die Familie gilt als Ursprung von Macht und Gewalt, die zu überwinden sei.
Firestones Ziel ist nicht die Verbesserung der Beziehung zwischen Männern und Frauen, auch nicht die Verbesserung der Rolle der Frau, sondern die radikalmarxustische Auflösung von Familie. Geschlecht wird zur feindlichen Kategorie erklärt. Liebe erscheint nur noch als Machtbeziehung. Der Mensch wird nicht mehr als Wesen mit Bindungen, Pflichten und Herkunft verstanden, sondern als formbare Materie im Sinne der linken Milieutheorie.
Firestone fantasiert offen über künstliche Reproduktion und über die Überwindung biologischer Mutterschaft. Heute scheint die technologische Revolution jenen kühnen, radikalfeministischen Traum zu verwirklichen, indem sich Kapitalismus und Linksliberalismus zum Herrschaftsbegriff der Gegenwart vereinigen und Kinder im Labor entstehen.
Die Folgen derartiger, menschenfeindlicher Theorien sind heute überall sichtbar: Demographischer Kollaps, Vereinsamung, sinkende Geburtenraten, psychische Instabilität und eine Gesellschaft, die zwar permanent von „Befreiung“ spricht, aber unfähig geworden ist, sich selbst zu erhalten.
Das „Freiheit, wozu?“ ist die Frage, die keine Antwort mehr findet.
Shulamit Firestone blieb sich treu: Nach zahlreichen persönlichen Krisen verstarb sie völlig vereinsamt. Die feministische Revolution hatte ihre eigenen Töchter gefressen.


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