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Wer war Hugo von Goldegg?

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Hugo von Goldegg kam als Hugo Ritter von Goldegg zu Lindenburg am 14. März 1829 in Trient zur Welt, entstammte dem Adelsgeschlecht Goldegg zu Lindenburg. Vater war Anton vom Goldegg, die Mutter war Maria Freiin von Bukassvoich.

Der Vater, Anton von Goldegg, kaufte 1822 Schloss Velthurns (Schloss Zirnberg). Hugo von Goldegg verkaufte Schloss Velthurns 1875 wieder.

1838 kaufte Anton von Goldegg die Burg Karneid, die damals eine Ruine war. Nach der aufwändigen Restaurierung wurde Schloss Karneid 1884 an Ferdinand Freiherr von Miller verkauft, dem Bruder des Wasserkraftpioniers Oskar von Miller.

Burg Karneid

Hugo von Goldegg studierte Philosophie und Rechtswissenschaften in Innsbruck und Graz. 1855 heiratete Hugo von Goldegg Filomene (Philomena) Freiin Putzer von Reibegg, die Tochter von Johann Putzer von Reibegg.

Als Großgrundbesitzer standen Hugo von Reibegg neben Schloss Velthurns und Schloss Karneid das Gut Spauregg in Partschins, das Gut Steidl auf der Töll in Partschins sowie der Ansitz Prackenstein in Bozen, zur Verfügung.

Ansitz Prackenstein in Bozen

1859 stand Hugo von Goldegg als Hauptmann der Schützenkompanie Klausen im Tiroler Grenzkampf 1859 in Pejo.

Hugo von Goldegg wurde 1861 Tiroler Landtagsabgeordneter für die freiheitliche Partei. Gewählt wurde er für den adeligen Großgrundbesitz. Im Zuge der hitzigen Debatten rund um die „Glaubenseinheit“ in Tirol wurde Goldegg als Komitee-Mitglied zur Behandlung der Anträge, die die Bischöfe 1863 in den Landtag einbrachten, durch die Stimmen der Klerikalen verhindert. Die katholische Presse skandierte, dass der „Offizier“ Goldegg gegen katholische Positionen stimmte.

Im Rahmen der Debatte um die Schulgesetze 1867 opponierten die Tiroler Klerikal-Konservativen gegen die staatliche Gesetzgebung, die die Trennung von Kirche und Schulwesen verlangte. Die Konservativen sicherten den Einfluss der Kirche auf die Schule und setzten sich im Landtag durch. Baron Napoleon Prato brachte ein Hoch auf „Seine Majestät, unsern konstitutionellen Kaiser!‘ aus. Hugo Ritter von Goldegg ging noch einen Schritt weiter, indem er ein Hoch auf das „parlamentarische Ministerium‘ aussprach und damit die Klerikalen vor den Kopf stieß.

Als 1862 der Bozner Turnverein gegründet wurde, fungierte Goldegg als Vorsitzender.

1866 wurde Hugo von Goldegg königlich-kaiserlicher Kämmerer. Ein Kämmerer gehörte der aristokratischen Elite an, bildete bei öffentlichen Auftritten das persönliche Gefolge des Kaisers.

Im Tiroler Grenzkampf 1866 wirkte Hugo von Goldegg als Hauptmann der Kompanie Bozen-Sarntal.

Im Jahr 1870 wurde er Mitglied des Corps Athesia Innsbruck, das 1861 mit dem Wahlspruch „Furchtlos und treu“ und dem Waffenspruch „Das Schwert sei unser Rächer“ gestiftet wurde. Hugo von Goldegg war folglich zugleich wie Alois Riehl Mitglied des Corps Athesia. Das Corps Athesia entstand aus einer Tischrunde von Bozner Studenten heraus, die sich ab 1848 bildete, hat folglich in seinen Ursprüngen einen engen Bezug zu Südtirol.

Hugo von Goldegg

Von 1873 bis 1877 war Hugo von Goldegg freiheitlicher Reichsratsabgeordneter in Wien. 1875 wollte Hugo Ritter von Goldegg in einer Interpellation im Reichsrat vom Unterrichtsminister wissen, ob er weiterhin ein Institut dulde, das dem „Provinzial der bis zum Brenner reichenden südtirolisch-venetianisch-dalmatinischen Jesuiten-Ordensprovinz“ unterstehe und „den Gesetzen des Reiches“ nicht entspreche.

Hintergrund war das Vorhaben der Jesuiten, sich in Tramin niederzulassen. Goldegg unterstellte den italienischen Jesuiten „imperialistisch-irredentistische Bestrebungen“ und eine frühe Grenzziehung am Brenner. Die Klerikalen waren den Jesuiten freilich sehr aufgeschlossen. Tramin fiel letztlich flach, weil die Dichte an Klöstern in Deutschtirol bereits zu hoch war.

Bekanntschaft erlangte Hugo von Goldegg als Heraldiker, indem er das Werk „Die Tiroler Wappenbücher im Adelsarchiv des k.k. Ministerium des Inneren zu Wien“ verfasste.

Hugo von Goldeggs Tochter Itha Maria von Goldegg und Lindenburg, die Schrifstellerin, heiratete Graf Alfons Maria Liquori Bossi Fedrigotti von Ochsenfeld. Letzterer war Eigentümer der Herbstenburg in Toblach.

2 Antworten zu „Wer war Hugo von Goldegg?“

  1. Avatar von Wer war Andreas (von) Hofer? – Demanega

    […] 1877 wurde er in der V. Legislaturperiode nach dem Rücktritt von Josef Graf Melchiori und Hugo Ritter von Goldegg für den Tiroler Großgrundbesitz […]

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  2. Avatar von Das Tiroler Schützenwesen in der Geschichte: Klerikal oder nicht? – Demanega

    […] Ennemoser, Anton von Gasteiger, Ferdinand Weller, Hugo von Goldegg, Anton Kink: Die Liste jener Tiroler, die sich um das Tiroler Schützenwesen verdient machten, aber […]

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