Die herkömmliche Karriere im Ingenieur-Beruf beginnt meistens als Sachbearbeiter, später dann mit Tendenz in Richtung Projektleitung. Der Karriere-Berater Heiko Mell meint, dass nach 5 Jahren die Lernkurve im Bereich des Fachlichen ohnehin stark abflacht und die Fachkarriere an Grenzen stößt. Weiter geht es ohnehin nur noch in der Führungslaufbahn.
Irgendwann folgen dann nach der mehrjährigen erfolgreichen Projektleitung die Teamleitung oder Bereichsleitung, im Bereich der Ingenieurkarrieren vergehen dorthin locker um die 15 bis 20 Jahre. Einige haben mehr Glück, auch wenn es ohne ausreichende fachliche Erfahrung alles andere als seriös ist, jemanden in eine solche Führungsposition zu setzen.
Kritisch ist der Umstand, dass in dieser relativ hierarchischen, statischen und engen Denke, die ohnehin damit leben muss, dass nie genügend Führungspositionen für alle, die es drauf hätten, zur Verfügung stehen, unterstellt wird, für eine Projektleitung würde es keine herausragenden Führungskompetenzen brauchen. Wer das glaubt, muss mit schlechten und versemmelten Projekten leben.
Ein agiles Projektmanagement geht anders, bildet und führt funktionierende Teams, die fachliche Höchstleistungen bringen, bindet in Entscheidungen ein, versucht sich seriell zu verbessern, führt fachlich und personell, stellt Kunden zufrieden und macht diese mit Projekterfolgen glücklich.
Damit das gelingt, ist schnellstens damit aufzuräumen, dass die Projektleitung am Anfang kommt und die Führung im besten Fall 10-20 Jahre später. Projektleitung und Führung müssen für bessere Projekte Hand in Hand gehen. Und dazu sind Ressourcen und Verantwortung notwendig.
Wer heute ein Ingenieurstudium absolviert, einem Bachelor einen Master hinzufügt, sich weiterbildet, einige Jahre in Projekten hinter sich hat, bringt grundsätzlich bereits alles mit, um in Projekten fachlich und personell zu führen.
Dynamischer werden müssen nur die Rahmenbedingungen und die Karriere-Leitplanken. Folgen nämlich nach 5 bis 10 Jahren nur die Sachbearbeitung, dann liegen Talent- und Ressourcenverschwendung vor. Fatal in Zeiten, wie diesen.
Für herausragende Projekte und Ergebnisse müssen wir Talente mehr fördern und individuelle Stärken gezielt einsetzen.


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