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Weniger Gemütlichkeit, mehr Ehrgeiz!

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Nicht jeder unter uns ist von zu Hause aus gut begütert. Alleinverdienend und angestellt. Die Geschichte, aus denen Träume entstehen, die schwer erfüllt werden können. Da und dort nicht mitmachen und nicht mithalten können, gehört dann dazu. Die Zahnspange, das Skifahren, der Urlaub. Die Dinge summieren sich. Diese Kluft wird auch erst beim Erwachsenwerden bewusst.

Es gibt diese so genannte „Mitte“, die durch den Rost fallt, die weit entfernt ist von der privilegierten besitzenden Klasse, aber auch von sozialstaatlicher Unterstützung. Um diese Mitte kümmert sich niemand, wenngleich sie das stille Rückgrat unserer Gesellschaft darstellt, Rechtschaffenheit und familiäre Werte verkörpert, übrigens Werte, die heute mediale eher kaum Zustimmung finden.

Eine Mitte, die nicht jammert, niemals bettelt, sich auch niemals durchschwindelt, sich niemals durchbückt, nicht schleimt, niemals Privilegien in Kauf nimmt, einfach nur arbeitet und zahlt. Um die sich keine Politik, kein Medium, kein Verband und keine Lobby scheren. Am wenigsten die Medien auf ihrer Suche nach Glitzer.

Und dann entsteht in unserer falschen liberalistischen Welt das Versprechen, jeder könne „alles“ erreichen nur mit Ehrgeiz und mit Fleiß. Jein. Und eher nein als ja. Letztlich nutzen all die guten Noten und das Streben nichts. Die Plätze an der guten „Aussicht“ sind alle reserviert nach sozialer Herkunft, politischer Beziehung und medialem Nahverhältnis. Die Gefahr ist groß, in kleinbürgerlichem Biedermeiertum und in der zurückgezogenen Gemütlichkeit zu enden. Oder aber mehr Ehrgeiz zu entwickeln.

Umso größer das Bewusstsein dieser strukturellen Asymmetrie, umso größer auch die Fühlbarkeit der eklatanten Abweichung der politischen Sonntagsromantik von der realen Wirklichkeit. Umso größer müssen umgekehrt aber auch der Drang und der Ehrgeiz sein, um es zu beweisen. Von Erfolg sprechen wäre vermessen. „Erfolg“ ist immer relativ. Leistung aber nicht.

Wir erarbeiten und erkämpfen uns diese Welt, Stück für Stück. Wir stehen dann auf eigenen Füßen, kritisch, unabhängig, aber frei. Und wir misstrauen grundsätzlich. Jeder Politik und jedem Medium. Aber wir können im Gegensatz zu jenen, die „funktionieren“ müssen und deren Auskommen davon abhängt, „systematisch“ zu funktionieren, lachen, weil wir nicht abhängig, sondern frei sind. Wir haben „nichts zu verlieren“ und können wir selbst sein.

Das mag man nicht an uns. Der Gegenwind ist scharf, der davon ausgeht, dass alle immer nur den Weg des geringsten Widerstandes gehen würden. Der Widerstand gegen diese Tendenz zur Gemütlichkeit ist aber auch bewusst und klar.

Manchmal ist das Herausfordern alles, was wirklich zählt. Es sind die Ehrgeizigen, die Durchkämpfer, die Hungrigen, die Unabhängigen, die Strebsamen, die Innovation und Fortschritt verkörpern und die „mehr“ wollen, nicht an fragwürdigen Besitzständen, sondern an den Farben dieses Lebens. Auf den Weg kommt es an.

Es zählen diejenigen, die die Dinge anders, klarer und neu sehen. Die auf dem Weg zum Gestalten die Widerstände in Kauf nehmen, weil es um Überzeugung und nicht um Mitschwimmen geht. Unsere gesellschaftliche Entwicklung hängt von Innovation und von Disruption ab und nicht vom „Funktionieren“.

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