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Wer war Andreas (von) Hofer?

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Die Rede ist freilich nicht vom Sandwirt, dem Landeskommandanten der Tiroler, sondern von dessen Enkel, Andreas Hofer, Edler von Passeier, Dr. iur.

Der Oberkommandant der Tiroler, Andreas Hofer, wurde im Mai 1809 in den österreichischen Adelsstand gehoben. Das Adelsdiplom erreichte ihn allerdings nicht mehr, sondern erst seine Nachkommen.

Andreas Hofer und Anna Ladurner hatten vier Töchter, nämlich Maria, Geltrude, Crescenzia und Rosa, sowie einen Sohn, Johann.

Das Adelsdiplom für den Sandwirt Andreas Hofer wurde erst 1818 ausgestellt und adelte den Sohn, Johann Hofer (1794 – 1855), der zu jener Zeit königlich-kaiserlicher Tabakhauptverleger in Fischamend war. Johann Hofer trat nach dem Tod seiner Schwester Maria 1835 auch als Gutsbesitzer im Passeiertal auf, wobei die Besitzumstände nicht ganz klar sind.

Die Besitztümer im Passeiertal beim „Sandwirt“ wurden nämlich 1838 durch den Kaiser erworben, der damit „einen Enkel“ Andreas Hofers belehnte, der nicht näher spezifiziert wurde:

Johann Hofer, hatte mit seiner Gemahlin 15 Kinder, nur 7 davon erreichten das Erwachsenenalter, die Söhne wurden mehrheitlich Offiziere.

Andreas Franz Seraph Hofer, einer der Söhne und folglich der Enkel des Sandwirtes, wurde 1833 in Fischamend bei Wien geboren.

Von 1843 bis 1852 besuchte er das Piaristengymnasium in Wien, von 1852 bis 1855 studierte er Rechtswissenschaft Universität Wien, wurde 1860 Bezirksamtsaktuar, 1867 öffentlicher Agent und 1871 Notar in Amstetten. Die Besitztümer im Passeiertal mit dem „Sandwirt“ kaufte Andreas von Hofer aus dem kaiserlichen Lehen heraus.

1866 wurde Dr. Andreas Hofer nach dem Vorbild des Großvaters Hauptmann der zweiten freiwilligen Tiroler Schützenkompanie in Wien, um im Tiroler Grenzkrieg 1866 mitzuwirken.

Zum 100. Geburtstag des Sandwirts Andreas Hofer wurde 1867 die Grundsteinlegung der Andreas-Hofer-Kapelle beim Sandwirt feierlich vollzogen. Gebaut wurde die Kapelle erst 1882. Für die Familie Hofer dankte Dr. Andreas von Hofer „für die Verherrlichung des Großvaters“.

Symbolbild: Andreas Hofers Enkel

Dadurch, dass Andreas Hofer Großgrundbesitzer „am Sand“ bei St. Leonhard in Passeier war, war er für den adeligen Großgrundbesitz in Tirol wahlberechtigt. Als solcher wurde er 1870 für den verfassungstreuen, also freiheitlichen, Großgrundbesitz in den Tiroler Landtag gewählt.

Für die Klerikalen war dies in Zeiten des Tiroler Kulturkampf zu viel des Guten. Im „Bote für Tirol und Vorarlberg“ wird ein klerikaler Großgrundbesitzer zitiert mit: „Wie ein Enkel Hofers so etwas tun könne; sein Großvater würde von seinem Monumente herabsteigen, wenn er das wüsste“.

Zudem war Andreas von Hofer 1876 bis 1881 Gemeinderat in Amstetten.

Am 13. September 1873 erschien in der Bozner Zeitung der Wahlaufruf an die „Wähler Deutsch-Tirols“. Dem „verfassungsfreundlichen Wahlkomitee für Deutsch-Tirol“ gehört auch Andreas von Hofer an. Im Aufruf stand: „Wir wollen endlich mit den übrigen Deutschen Österreichs in Glück und Not, in Sieg und Gefahr zusammenstehen zum Heile des Reichs und zum eigenen Wohl“.

Andreas von Hofer war von 1877 bis 1881 Mitglied des Abgeordnetenhauses. 1877 wurde er in der V. Legislaturperiode nach dem Rücktritt von Josef Graf Melchiori und Hugo Ritter von Goldegg für den Tiroler Großgrundbesitz nachgewählt.

In der VI. Legislaturperiode 1879 wurde er wiedergewählt. Er gehörte dabei folgenden Klubs an: 1877 dem Neuen Fortschrittsklub, 1879 dem Klub der Liberalen (von 10.11.1879 bis 14.1.1880 als Obmann-Stellvertreter).

Andreas Hofer war bis 1880 Abgeordneter im Tiroler Landtag und bis zu seinem Tod Reichsratsabgeordneter, verstarb im Juni 1881 in Wien im Alter von 47 Jahren und ist am Wiener Zentralfriedhof begraben. Um die Friedhofsgebühren rund um das Grab entstanden politische Fragestellungen:

Die Gräber der Nachkommen Andreas Hofers

Die Witwe und Erbin, Albertine von Hofer, geborene Selinger aus Laxenburg (1844 – 1903), schenkte die Ehrenkette des Landeskommandanten Andreas Hofer, der diese 1809 als Regent Tirols vom Kaiser geschenkt bekommen hatte, 1882 auf Wunsch ihres verstorbenen Gatten dem Tiroler Museum Ferdinandeum.

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