Die Technologie des aktiven Vernähens stellt eine Technologie dar, um Tragkonstruktionen, insbesondere Mauerwerk, aber auch Stahlbeton, nachträglich zu verstärken.
Italiens historisches Erbe besteht größtenteils aus Mauerwerksbauten, die aufgrund der Altertümlichkeit zeitgemäße technische Anforderungen nicht erfüllen können. Das Mauerwerk ist unregelmäßig angeordnet, es kommen Hohlräume im Inneren vor und das Bindemittel, der Mörtel, hat seine ursprüngliche Wirkungsweise verloren. Das alles würde in einem nicht-denkmalgeschützten Bereich zu einem Abriss führen. Im Bereich Denkmalschutz sind allerdings Methoden notwendig, um die historische Bausubstanz zu erhalten.
Daher beruht die Widerstandsfähigkeit dieser Gebäude gegenüber horizontalen Kräften ausschließlich auf der Reibung zwischen den Steinelementen, die aufgrund von Verschiebungen leicht einstürzen können. Hinzu kommt nämlich die hohe Erdbebengefährdung in zahlreichen Regionen Italiens, die technische Eingriffe notwendig macht.
Hier bieten Unternehmen wie EDIL CAM (Link) entsprechende Lösungen in Form eines dreidimensionalen Netzes (Mauerwerksvernadelung), welche das Mauerwerk unter Spannung versetzt und gleichzeitig die Paramente des Mauerwerks kraftschlüssig verbindet.

Das Netz entsteht durch die Anordnung horizontaler und vertikaler Ringe, die die Wandstärke durchdringen. Jeder Ring besteht aus einem oder mehreren überlappenden Edelstahlstreifen (Dicke ≤ 1 mm), die mittels einer speziellen pneumatischen Maschine gespannt werden.

Das Ausbeulen des Mauerwerks wird durch die Mauerwerksvernadelung verhindert. Mechanisch entsteht eine Wandscheibe. Hinzu kommt, dass durch die Verbindung der Mauerscheiben mit den Decken ein dreidimensionales System entsteht, welches das Bauwerk nach dem Schachtelprinzip aussteift.
Es handelt sich um ein aktives Verfestigungssystem:
- Das Edelstahlband wird vorgespannt.
- Die Masse wird nicht erhöht.
- Es handelt sich eine Leichtbauverstärkung.
- Das System ist flexibel.
- Das System ist rückbaubar.
- Das System ist trocken anwendbar.
Grundsätzlich ist nicht davon auszugehen, dass ein Erdbeben und ein Brand gleichzeitig auftreten. Kommt es nämlich zu einem Brandfall, sind die Edelstahlverstärkungen naturgemäß beeinträchtigt und das System ist gegenüber horizontalen Einwirkungen nicht sicher.
Literatur:
[1] Ioannis Vayas & Federico M. Mazzolani: „Protection of Historical Constructions“, Springer, Cham 2001


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