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Wer war Wilhelm Greil?

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Wilhelm Greil, geboren am 25. Mai 1850 in Innsbruck und verstorben am 13. Mai 1928 ebenso in Innsbruck war ein österreichischer Textilunternehmer und langjähriger freiheitlicher Bürgermeister von Innsbruck.

Der deutschfreiheitliche Bürgermeister Wilhelm Greil prägte die Stadtentwicklung Innsbrucks maßgeblich und wird oft als „Schöpfer des modernen Innsbruck“ bezeichnet, was in Bozen auf Julius Perathoner zutrifft.

Greil übernahm das Familienunternehmen, das Tuchhaus Greil, in der Maria-Theresien-Straße. Sein Einsatz für die Stadt begann 1885 mit der Wahl in den Gemeinderat. Ein Jahr später wurde er Vizebürgermeister und 1896 schließlich Bürgermeister. Wilhelm Greil war von 1897 bis 1923 Innsbrucker Bürgermeister.

Zudem war Wilhelm Greil Mitglied der Deutschfreiheitlichen Partei und von 1902 bis 1904 Abgeordneter zum Tiroler Landtag. Lothar Höbelt charakterisiert Wilhelm Greil als Reformflügel der Deutschfortschrittlichen, der einen Kompromiss mit den Deutschnationalen zu schmieden in der Lage war. Im „Grauen Bär“ in Innsbruck handelten 1895 Wilhelm Greil und Eduard Erler die Grundzüge einer Kooperation mit den Deutschnationalen aus.

Während seiner Amtszeit initiierte Greil zahlreiche Infrastrukturprojekte:

  • Elektrifizierung der Lokalbahn Innsbruck–Hall in Tirol
  • Bau der Innsbrucker Mittelgebirgsbahn und der Stubaitalbahn
  • Erwerb des Elektrizitätswerks Mühlau und Errichtung der Sillwerke
  • Errichtung der Standseilbahn auf die Hungerburg im Jahr 1906
  • Ausbau der Kanalisation und Trinkwasserversorgung
  • Bau von Volksbädern

1904 erfolgte die Eingemeindung von Wilten und Teilen von Pradl, wodurch die Einwohnerzahl Innsbrucks auf 40.000 anstieg. 1919 erwarb die Stadt Innsbruck unter Wilhelm Greis Führung den Achensee, was später die Grundlage für die städtische Energieversorgung bildete.

Biographie im Innsbrucker Adressbuch 1957

Greil führte Innsbruck durch den Übergang von der Habsburgermonarchie zur Republik Österreich. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte er die Besetzung Südtirols durch italienische Truppen, was für ihn als deutschnationalen Vertreter besonders belastend war. In einer außerordentlichen Sitzung des Innsbrucker Gemeinderates deklarierte Wilhelm Greil: „Kein Volk der Erde hat eine so tiefe, innige Heimatliebe wie die Tiroler. Unser ganzes Volk fühlt es in tiefster Seele, dass Süd- und Nordtirol ein untrennbares Gebiet ist, welches zusammengehört (…) Wir können ohne Südtirol nicht leben, und Südtirol nicht ohne Nordtirol“.

1923 wurde Wilhelm Greil zum Ehrenbürger der Stadt ernannt, und 1919 wurde die Karlstraße in Wilhelm-Greil-Straße umbenannt. Er wurde im städtischen Ehrengrab auf dem Innsbrucker Westfriedhof beigesetzt.

Bilder: Bildarchiv Austria, Österreichische Nationalbibliothek

Literatur:

[1] Österreichiches Biographisches Lexikon 1815 – 1950

[2] Lothar Höbelt: „Kornblume und Kaiseradler. Die deutschfreiheitlichen Parteien Altösterreichs 1882–1918“, Böhlau Verlag, Wien 1993

5 Antworten zu „Wer war Wilhelm Greil?“

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    […] gilt als Eisenbahnvater Tirols und „Landesbohrwurm“. Das Werk der freiheitlichen Bürgermeister Wilhelm Greil (Innsbruck) und Julius Perathoner (Bozen) wäre ohne ihn undenkbar. Sein Hotel Stubai in Fulpmes […]

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