Demanega

#ingenieurbaukultur

Massenbewegungen: Murgänge und Muren

Published by

on

Eine „Mure“ ist in der Regel ein Sammelbegriff, der für zahlreiche, durchaus unterschiedlich gelagerte Prozesse, verwendet wird. Streng begrifflich wäre die „Mure“ eigentlich ein Synonym für den Murgang, also eine schnell fließende Suspension aus Wasser und Feststoffen, die im Zusammenhang mit Wildbächen auftritt.

In diesem Zusammenhang ist auch die Hangmure zu nennen, die sich im Bereich von Steilhängen ausbildet, indem sich wassergesättigtes Erdreich ablöst und sich ein Murgang ausbilden kann.

Der generelle Sammelbegriff lautet „Massenbewegungen“. Dazu zählen verschiedene Formen von Massen, die sich durch die Schwerkraft bedingt, ablösen, nämlich Rutschungen, Hangbewegungen, Steinschlag, Felssturz, Bergsturz oder Murgang und Muren.

Bezieht man sich auf Wildbäche, kommen fluviatile und murartige Prozesse vor:

  • Fluviatile Prozesse: Hochwasser sowie fluviatiler Feststofftransport
  • Murartige Prozesse: Murartiger Feststofftransport sowie Murgang.

Hinzu kommen außerhalb des Kontextes Wildbach stürzende Massenverlagerungen, nämlich Steinschlag, Felssturz und Bergsturz, sowie rutschende Massenverlagerungen, dazu zählen Hangmuren, Erdströme und Rutschungen.

Bezieht man sich auf fluviatile und murartige Prozesse, also um jene Prozesse, die sich im Bereich von Wildbächen ausbilden, dann handelt es sich um Verlagerungsprozesse, an denen ein strömendes Medium, nämlich Wasser, und Feststoffe, nämlich Fein- und Grobmaterial, beteiligt sind.

Ein Reinwasserabfluss führt unerhebliche Feststoffmengen mit sich, bei denen es sich hauptsächlich um Schwebstoffe handelt. Die Dichte ist unwesentlich höher als jene des Wassers (1000 kg/m³).

Ein fluvialer Feststofftransport führt einen bedeutenden Feststoffanteil mit, der sich aus Schwebstoffe und sohlennahem Geschiebe zusammensetzt. Das Feststoff macht bis zu 20 % aus, die Dichte des Wasser-Feststoff-Gemisches beträgt bis 1300 kg/m³.

Murartige Feststofftransporte verfügen über eine hohe Feststoffkonzentration bis zu 40 %. Die Dichte beträgt bis zu 1700 kg/m³, das Geröll bewegt sich in der Geschwindigkeit des Wassers mit, die Feststoffe sind über den ganzen Abflussquerschnitt verteilt.

Ein Murgang ist eine langsam bis schnell abfließende Suspension aus Wasser, Feststoffen und Holz und kann sich aus mehreren Murschüben zusammensetzen. Die mittransportierten Feststoffe sind unabhängig von der Korngröße über den ganzen Abflussquerschnitt verteilt, der Feststoffanteil beträgt bis zu 70 % mit Dichten bis 2400 kg/m³. Durch die hohe Masse ergibt sich eine entsprechend hohe kinetische Energie.

Literatur:

[1] Jürgen Suda und Florian Rudolf-Miklau: „Bauen und Naturgefahren: Handbuch Für Konstruktiven Gebäudeschutz“, Springer Verlag, Wien 2011

[2] Wolfgang Dachroth: „Handbuch der Baugeologie und Geotechnik“, Springer Verlag, Berlin 2017

Eine Antwort zu „Massenbewegungen: Murgänge und Muren“

  1. Avatar von Was tun zum Schutz gegen Muren? – Demanega

    […] Massenbewegungen: Murgänge und Muren Schlammlawinen: Hintergrund und Problematik […]

    Like

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..