Brückeninstandsetzungen sind zweifellos ein Zukunftsthema. Brücken spielen eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Infrastrukturentwicklung und sind für den Erhalt der Mobilität, die Sicherheit sowie den Umweltschutz von großer Bedeutung. Hintergrund der Brückeninstandsetzungen oder Brückenmodernisierungen sind der wachsende Verkehr, die Zunahme des Schwerverkehrs mit LKWs bis zu 40 Tonnen sowie die Winterwartung.
Die Luegbrücke an der Brennerautobahn A13 in Nordtirol erhitzt in diesem Zusammenhang verständlicherweise die Gemüter. Das Viadukt, das rund 1.800 Meter lang ist, hält der Belastung nicht mehr stand. Die Luegbrücke ist lokal durch Stahlstrukturen bereits verstärkt. Zudem überwachen Sensoren den Brückenzustand. Grundsätzlich besteht das Problem in der korrodierten Bewehrung, die nicht wirtschaftlich saniert werden kann. Problematisch ist im Zusammenhang mit der Luegbrücke das steile Geländer. Erneuert werden soll die Brücke durch ein talseitiges Ersatzbauwerk, das über 4 Spuren verfügt, bei denen mindestens 2 pro Fahrtrichtung verwendet werden können. Anschließend entsteht ein neue Brückenbauwerk. Letzten Endes stehen zwei Brückentragwerke zur Verfügung.
In den kommenden Jahren wird ab 2028 auch die Sillbrücke bei Innsbruck erneuert. Da es sich um zwei parallele Brücken handelt, dürfte sich das Verkehrschaos in Grenzen halten. Die Sillbrücke wurde bereits in der Vergangenheit verstärkt, um dem zusätzlichen Verkehr standzuhalten.
Durch die Salzstreuung werden Stahlbauteile stark beeinträchtigt. Ausschlaggebend sind die Chloride, die durch Streusalz eingetragen werden und tief in die Betonstruktur eindringen und Korrosionsprozesse auslösen können. Daraus folgend zersetzt sich der Stahlbeton. Neben der korrodierten Bewehrung sind die Brückenlager sowie die Fahrbahnübergänge und Stahlbauteile auszutauschen.
Die Probleme werden damit nicht enden: In den 2040er-Jahren wird laut ASFINAG die Erneuerung der Europabrücke anstehen, die abgerissen und neu gebaut werden soll. Der Neubau der Europabrücke mit einer Länge von 815 Metern und einer Stützenhöhe von 190 Metern wird technische anspruchsvoll.
Das Problem der Brückenerneuerung kommt laut Wochenzeitung FF 03 / 2025 auch auf die Brennerautobahn A22 südlich des Brenners zu, die 1968 für den Verkehr freigegeben wurde. Diese wurde zwar seit den 1990er-Jahren saniert, die rund 30 Kilometer Brücke werden allerdings spätestens in den 2050er-Jahren erneuert werden müssen.

Alternde Infrastruktur
Viele Brücken weltweit, insbesondere in Industrienationen, wurden in der Mitte des 20. Jahrhunderts gebaut. Diese Bauwerke nähern sich nun dem Ende ihrer Lebensdauer, was umfassende Sanierungen oder Ersatzbauten erforderlich macht.
Zunehmende Verkehrsbelastung
Der stetig wachsende Verkehr und schwerere Lasten stellen Brücken vor große Herausforderungen. Anpassungen an neue Belastungsnormen und die Verstärkung von Bauwerken sind essenziell.
Klimawandel und Umweltbedingungen
Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hochwasser, Temperaturwechsel und Korrosion durch Umwelteinflüsse setzen Brücken zusätzlich unter Druck. Ihre Widerstandsfähigkeit muss erhöht werden, um die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern.
Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung
Die Sanierung bestehender Bauwerke ist oft umweltfreundlicher und kosteneffizienter als der Neubau. Sie hilft, Ressourcen zu schonen und den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren.
Digitalisierung und neue Technologien
Moderne Technologien wie digitale Zwillinge, Sensorik, KI-basierte Schadensfrüherkennung und innovative Materialien (z. B. selbstheilender Beton) revolutionieren die Art, wie Brücken überwacht und instandgesetzt werden.
Gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung
Brücken sind essenzielle Verbindungen für den Waren- und Personenverkehr. Ihr Ausfall führt zu erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Kosten, was ihre kontinuierliche Instandhaltung zur Priorität macht.
Investitionen in Infrastruktur
Viele Länder planen in den kommenden Jahrzehnten massive Investitionen in die Erneuerung ihrer Infrastruktur, wobei Brücken ein zentraler Bestandteil sind. Programme wie der „Infrastructure Investment and Jobs Act“ in den USA oder europäische Fördermaßnahmen zielen genau darauf ab.


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