Die Kitzbüheler Gams ist allseits bekannt. Diese internationale Ikone wurde von Alfons Walde konzipiert. Walde und andere schufen nicht nur ein Markenzeichen, sondern den Tiroler Ort Kitzbühel als Marke im Tourismus.
Alfons Walde (1891–1958) war ein österreichischer Maler und Architekt, der vor allem durch seine Darstellungen von alpinen Landschaften und Winterszenen bekannt wurde. Seine Werke zählen zu den wichtigsten des österreichischen Expressionismus und des frühen Realismus. Alfons Waldes Schifahrer, wer kennt sie nicht?
Alfons Walde wurde am 8. Februar 1891 in Oberndorf bei Kitzbühel geboren. Er wuchs in Kitzbühel auf, wo seine Begeisterung für die alpine Landschaft und das bäuerliche Leben der Region früh geweckt wurde. Seine künstlerische Begabung zeigte sich bereits in der Jugend, und Walde begann früh zu malen.
Nach der Matura am Realgymnasium in Innsbruck studierte er von 1910 bis 1914 Architektur an der Technischen Hochschule in Wien. In dieser Zeit hatte er auch Kontakt zur Wiener Kunstszene, die von Künstlern wie Gustav Klimt und Egon Schiele geprägt war. Der Wiener Secessionismus prägte Walde.
Walde diente im Ersten Weltkrieg, was seine künstlerische Entwicklung kurzzeitig unterbrach. Nach Kriegsende kehrte er nach Kitzbühel zurück und widmete sich verstärkt der Malerei. Bereits in den frühen 1920er Jahren entwickelte er seinen charakteristischen Stil: eine klare, reduzierte Formensprache kombiniert mit kräftigen, leuchtenden Farben.
Sein Durchbruch als Maler erfolgte Mitte der 1920er Jahre, als er begann, die winterlichen Landschaften seiner Heimat in Szene zu setzen. Besonders die dynamischen Darstellungen des Skisports und des bäuerlichen Lebens im Schnee fanden großen Anklang.
Walde malte vor allem die winterliche Bergwelt Tirols, wobei seine Werke durch eine Mischung aus Expressionismus und einer frühen Form des Realismus geprägt sind. Charakteristisch sind die klaren Linien, die reduzierte Farbpalette und die Darstellung des Lichts. Neben Winterszenen zeigen seine Bilder oft bäuerliche Motive, Bergdörfer und Landschaften im Sommer.
Seine bekanntesten Werke wie „Auracher Kirchlein“, „Beim Schlittenfahren“ und „Sonniger Wintertag“ spiegeln das Leben in den Tiroler Alpen wider. Waldes Bilder wirken oft idyllisch und zugleich monumental, was ihnen eine zeitlose Qualität verleiht.
Neben der Malerei war Alfons Walde auch als Architekt tätig. Er entwarf mehrere Gebäude in Kitzbühel, darunter das bekannte Berghaus Hintereben und zahlreiche private Villen. Walde war zudem am Ausbau Kitzbühels zu einem internationalen Wintersportort beteiligt.
In den 1930er Jahren wurde Walde international bekannt und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte er sich weiterhin auf seine Malerei und blieb seiner Heimat Kitzbühel treu. Seine Werke erzielten zunehmend hohe Preise und wurden von Sammlern geschätzt.
Walde selbst gründete bereits 1923 den Kunstverlag Alfons Walde, der seine Bilder als Postkarten und Kunstdrucke vertrieb, wodurch Waldes Werk allseits bekannt wurde.
Alfons Walde starb am 11. Dezember 1958 in Kitzbühel. Er hinterließ ein umfangreiches Werk, das bis heute als bedeutend für die österreichische Kunst des 20. Jahrhunderts gilt. Der „Aufstieg der Schifahrer“ (1927) wurde 2021 im Dorotheum um eine knappe Million Euro versteigert.
Alfons Waldes Gemälde sind heute in zahlreichen Museen und Privatsammlungen zu finden. Seine Werke werden regelmäßig auf Auktionen gehandelt und erzielen hohe Preise. Walde gilt als einer der wichtigsten Künstler Tirols und ein Wegbereiter der modernen alpinen Malerei.
Literatur:
[1] Paul Naredi-Rainer, Lukas Madersbacher (Hrsg.): „Kunst in Tirol. Band 2. Vom Barock bis zur Gegenwart“, Athesia/Tyrolia, Bozen/Innsbruck 2007


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