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Gemischtkörnige Böden: Erkennen und ordnen

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Während die Bodenmechanik die Böden gemäß ihrer Korngröße strukturiert, treten in der Wirklichkeit häufig gemischtkörnige Böden auf.

Befasst man sich mit der Geologie von Lockerböden, dann wird klar, dass Ablagerungsprozesse verschiedenartigen Ursprungs sind und sich prozesshistorisch abwechseln. Gemischtkörnige Böden sind folglich die Regel und nicht die Ausnahme und enthalten eine Mischung aus verschiedenen Korngrößen, die durch die geologischen Prozesse entstehen.

Grobkörnige Böden weisen einen Feinkornanteil von unter 5 % auf. Feinkörnige Böden verfügen hingegen über einen feinkörnigen Anteil von über 40%. Gemischtkörnige Böden ordnen sich dazwischen ein. Bereits 5 bis 10 % Ton oder Feinschluff geben dem Boden allerdings ein leicht bindiges Verhalten. Ab 15 bis 20 % Ton und Schluff ist das Verhalten deutlich bindig. Gemischtkörnige Böden werden bodenmechanisch ungünstigerweise durch die ungünstigste Schicht charakterisiert.

Böden, deren einzelne Körner mit bloßem Auge erkennbar sind (Sande, Kiese, Schotter usw.), werden „grobkörnig“ und vereinfachend „nichtbindig“ oder „rollig“ genannt. Böden, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sich ihre einzelnen Körner nicht mehr mit bloßem Auge erkennen lassen (Tone, Schluffe usw.), werden als „feinkörnig“ und, bei Korngrößen der Böden von unter 0,02 mm, vereinfachend als „bindig“ oder „kohäsiv“ bezeichnet“.

Böden werden je nach Korngröße eingeteilt in:

  • Sehr grobkörnige Böden, dazu gehören Blöcke (>200 mm Korngröße) und Steine (63 – 200 mm).
  • Grobkörnige Böden, dazu zählen Kiese (2 – 63 mm) und Sande (0,063 – 2 mm).
  • Gemischtkörnige Böden, dazu gehören Kies-Schluff, Kies-Ton, Sand-Schluff und Sand-Ton. Bei gemischtkörnigen Böden kann das Verhalten des Bodens je nach Masseanteil bindig oder nichtbindig sein.
  • Feinkörnige Böden, dazu gehören Schluffe (0,002 – 0,063 mm) und Tone (<0,002 mm).
  • und organische Böden, die nicht als Baugrund geeignet sind.

Während bodenmechanische Laborproben das dezidiert bis mäßig bindige oder nichtbindige Verhalten von Böden kennzeichnen und die Bodenparameter festlegen, können im Feld über einfache Proben grobe Aussagen getätigt werden.

Reibeversuch

Beim Reibeversuch wird eine kleine Probemenge, eventuell unter Wasser, zwischen den Fingern gerieben. Toniger Boden fühlt sich seifig an, klebt an den Fingern, lässt sich auch im trockenen Zustand nicht ohne Abwaschen entfernen. Schluffiger Boden fühlt sich weich und mehlig an, Bodenteile an den Fingern lassen sich durch Fortblasen im trockenen Zustand oder durch Klatschen problemlos entfernen. Sandkörner sind durch bloßes Auge erkennbar und sind über das Rauhigkeitsgefühl feststellbar.

Schneideversuch

Beim Schneideversuch wird eine erdfeuchte Bodenprobe mit einem Messer durchgeschnitten. Eine glänzende Schnittfläche ist charakteristisch für Ton, während eine stumpfe Schnittfläche Schluff oder tonig, sandigen Schluff mit geringer Plastizität kennzeichnet.

Schüttelversuch

Schluffige Böden sind gegen Schütteln empfindlich. Beim Schüttelversuch wird eine feuchte, nussgroße Probe auf flacher Hand hin- und hergeschüttelt. Ermittelt wird die Geschwindigkeit, mit der das Wasser beim Schütteln verschwindet. Eine schnelle Reaktion charakterisiert Feinsand, Feinsand-schluffig, Schluff-feinsandig und Kies-schluffig. Eine langsame Reaktion kennzeichnet Schluff – tonig, Schluff und Sand-tonig. Keine Reaktion zeigen Ton-schluffig und Ton.

Literatur:

[1] Gerd Möller: „Geotechnik – Bodenmechanik“, Ernst und Sohn Verlag, Hoboken 2013

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