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Bessere Planung durch mehr Planungskultur

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Ein Bauprojekt beginnt nicht mit dem ersten Tag an der Baustelle, sondern weitaus früher. Was im Vorfeld an Organisatorischem verabsäumt wird, ist im Nachhinein kaum nachzuholen.

Grundlegend ist die Bedarfsklärung: Worin besteht der Zweck, was sind die Ziele, wie hoch ist der Kostenrahmen, wie schaut der Zeitrahmen aus? Hans Sommer ist der Meinung, dass hier auch unabhängige Berater ansetzen können und sollen, weil diese die „Sprache“ des Auftraggebers sprechen [1].

Das methodische Vorgehen ist dabei wie folgt einzugrenzen:

1.      Projektstart: Ziele festlegen

2.      Qualitäten festlegen

3.      Quantitäten festlegen: Kosten und Termine

4.      Konsens schaffen: Strategien und Konzepte entwickeln

5.      Planungsaufgaben formulieren

Der Baustart erfolgt erst wesentliche später.

Insofern es sich gewerbliche Immobilienentwicklungen handelt, sind die Prozesse naturgemäß um einiges komplexer: Hier geht es um das Abwiegen zwischen Investition und erzielbarem wirtschaftlichem Nutzen. Sind dann die Projektziele definiert, geht es um die geordnete Projektorganisation. Dazu sind klare Strukturen unerlässlich. Dazu gilt: So viel Hierarchie wie notwendig, doch so wenig wie möglich, um die Workflows kurz und effizient zu halten.

Grundsätzlich hat das Projektmanagement die Vorgaben, die mit dem Auftraggeber abgestimmt sind, an die Planer und Ausführenden weiterzuleiten. Umgekehrt besteht eine Berichtspflicht vonseiten der Ausführenden und Planer.

Eine Schlüsselrolle nehmen Projektkommunikationssysteme ein, welche eine Projektplattform bilden und sich durch Transparenz und Aktualität auszeichnen, somit die Möglichkeit zu Austausch und Kontrolle bilden.

Immer ein Thema ist im Rahmen der Digitalisierung im Bauwesen das Thema BIM – Building Information Modeling. Beim Thema BIM gibt es Closed-BIM – Lösungen, bei denen in einem Software-System gearbeitet wird. Open-BIM – Lösungen bezeichnen hingegen einen Ansatz, der auf Datenaustausch ausgelegt ist und somit entsprechend komplexer ist, weil universelle Kriterien, die unabhängig von einer Software-Familie gelten, festzulegen sind.

Der Vorteil von BIM liegt auf der Hand: Planen besteht immer darin, in wechselseitigen Prozessen, so genannten „Loops“ an neuen und fortlaufend besseren Lösungen zu arbeiten. Durch den Rückgriff auf digitale Methoden wie BIM können diese wechselseitigen Prozesse beschleunigt werden, sodass die Erkenntnisfunktion deutlich beschleunigt ist. An den Erkenntnisgewinn glauben, bedeutet dabei auch, dass davon ausgegangen wird, dass sich durch diese dynamischen Rückkopplungen Synergien und Potentiale freilegen.

Durch das beschleunigte Planen soll das Bauen deutlich beschleunigt werden, sodass eine Zeitersparnis auftritt. Im BIM-Prozess findet Planung sowie Prüfung durch die ausführenden Unternehmen parallel und mehr oder weniger in Echtzeit statt, sodass zeitraubende Schleifen vermieden werden können.

Literatur:

 [1] Hans Sommer: „Projektmanagement im Hochbau – 35 Jahre Innovationen bei Drees & Sommer“, Springer Verlag, Heidelberg 2009

[2] Bernd Kochendörfer , Jens H. Liebchen , Markus G. Viering: „Bau-Projekt-Management – Grundlagen und Vorgehensweisen“, Springer Verlag, Wiesbaden 2021

[3] Falk Würfele , Bert Bielefeld , Mike Gralla: „Bauobjektüberwachung Kosten – Qualitäten – Termine – Organisation – Leistungsinhalt – Rechtsgrundlagen – Haftung – Vergütung“, Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 2012

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