Um glücklich zu sein, sind mehr oder weniger große Ziele notwendig. Das „Groß“ ist natürlich relativ, hat sich aber mit dem eigenen Ego zu decken. Heute sprechen alle vom Purpose, also von einem Zweck, der einen antreibt und zu den täglichen Leistungen drängt. Aus dieser Orientierung und Festlegung auf die Ziele ergibt sich eine langfristige Ausrichtung.
Denken wir auf das Gemeinschaftliche und auf das Gemeinwesen, dann bestehen die großen Ziele natürlich in dem, was diesem Gemeinschaftlichen größtmöglich nützt. Als planender oder beratender Bauingenieur ist die Ausrichtung auf das Gemeinschaftliche evident und immanent. Selbst das private Bauwerk hat öffentliche Ansprüche zu erfüllen, normativen Vorgaben und Gesetzen gerecht zu werden und wird im Ernstfall zur öffentlichen Angelegenheit.
Weiter gedacht geht es um die Gestaltung unserer Umgebungen, unserer Infrastruktur, des Verkehrsnetzes und Verkehrssystems, der Ingenieurbauwerke, der öffentlichen Versorgung und Entsorgung sowie an der Gestaltung des Energiesystems. Summa summarum steht die Gestaltung funktionierender Umgebungen, die elementare öffentliche Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Dienstleistung erfüllen, die dem Einzelnen durch gemeinschaftliche Organisation die täglichen Lasten abnehmen, im Mittelpunkt. Es geht um das übergeordnete Ganze und um den konkreten Beitrag zum Gemeinschaftlichen.
Bauingenieurwesen und Infrastruktur sind untrennbar miteinander verwoben. Das Planen und Bauen ist dabei die eine Seite, das Organisieren, das Planen der Planung, die Ausschreibung und die Vergabe die andere Seite, an die sich nach der Fertigstellung das Betreiben, das Erhalten und das Sanieren gesellt, um dauerhafte Zustände zu gewährleisten. Es geht heute mehr den je und im Sinne einer Nachhaltigkeit, die nicht nur grüner Aufputz ist, um den gesamten Lebenszyklus, der eher 100 als 30 Jahre betragen muss.
Große und global wirkende Ingenieurbüros versprechen gar nicht so sehr technische Leistungen, die von denen der Konkurrenz deutlich abweichen würden, sondern allumfassende Serviceleistungen, Know-how in Bezug auf eine erfolgreiche Projektentwicklung, auf Abläufe und Entscheidungen, auf Ausschreibungen und Verträge, auf Projektbegleitung und Projektbetreuung, auf technisches und juristisches Projektmanagement, auf Mängelverfolgung und Claim Management, auf Fachwissen im Bereich der Immobilienbewertung und -veräußerung, auf Facility Management und Eingriffe im Lebenszyklus, sodass der Auftraggeber sich nicht um diese Angelegenheiten kümmern muss.
Abseits der üblichen Projektbearbeitung geht es um sehr viel weitere Hilfestellungen, die durch verschiedene Projektbeteiligte zu erfüllen sind, ist immer aber auch eine starke Projektsteuerung und Führung notwendig, die auf Auftraggeber-Seite angesiedelt ist und die Rahmenbedingungen und die Regeln stringent setzt.
Insbesondere dann, wenn weitreichende gesellschaftliche Veränderungen anstehen, wenn Disruptionen gesteuert werden müssen, wenn Schwerpunkte zu setzen und Richtungen zu priorisieren sind, ist eine entschiedenes Projektsteuerung notwendig, die Haltung zeigt, sich durch Kohärenz und Klarheit auszeichnet und den Mut hat, Entscheidungen zu treffen.
Bessere und nachhaltigere, aber auch resilientere Umgebungen zu schaffen, die uns als Gemeinschaft dauerhaft zur Verfügung stehen, ist ein Ziel, das stark antreibend wirkt und uns glücklich macht. Wenn denn nur die entsprechenden Projekte kompetent und zielführend umgesetzt werden.


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