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Fahrradvereine in Tirol

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In den 1860er-Jahren tauchten auf den Tiroler Straßen erstmals Fahrradfahrer, so genannte „Velocipisten“, auf.

Das Fahrradfahren organisierte sich in Clubs, die Clubrennen verabstalteten. Es erklärt sich von selbst, dass zum Fahrradfahren zu jener Zeit eine gesteigerte soziale Stellung gehörte.

Infolgedessen entstanden zahlreiche Fahrradclubs bildeten, so etwa 1883 der Bicycle Club Innsbruck, 1885 der Lienzer Radfahrer Club, 1886 der Bregenzer Radfahrer-Club, 1886 der Brunecker Radfahrer-Club, 1887 der Veloce-Club Trento, 1888 der Radfahrer-Verein Bozen, 1889 der Radfahrer Club „Union“ Innsbruck, 1893 der Innichner Radfahrerverein, 1894 der Brixner Radfahr Verein, 1885 der Sterzinger Radfahrer-Verein, 1896 der Meraner Radfahrer Verein „Burggräfler“, 1912 der Radfahrer Verein Salurn.

In den 1880er-Jahren entstanden verschiedene deutsche Radfahrerverbände, die miteinander konkurrierten. 1882 wurde in München der „Deutsche und Deutsch-Österreichische Velocipedisten-Bund“ gegründet. Ebenso 1882 entstand in Hannover der „Norddeutsche Velocipedisten-Bund“. Im Mai 1884 entstand in Düsseldorf der „Rheinische Velocipedisten-Bund“. Diese Bünde schlossen sich im August 1884 in Leipzig zum Deutschen Radfahrer-Bund (DRB) zusammen.

1894 wurde der „Tiroler Fahrradverband“ gegründet, der im Deutschen Radfahrer-Bund als Gau 39 – Tirol aufgenommen wurde. 1895 schlossen sich die Verbände Steiermark, Kärnten, Tirol und Niederösterreich zum „Cartell“ zusammen, das sich 1895 „Bund der selbständigen Herrenfahrerverbände Deutsch-Oesterreichs“ nannte.

Paul von Sternbach war 1898 Präsidialmitglied der Allgemeinen Radfahrer-Union, die im Gegensatz zum Deutschen Radfahrer-Bund aus Einzelmitgliedern, nicht aus Clubs, bestand. Die Allgemeine Radfahrer-Union firmierte auch unter „Deutscher Touren-Club“.

Im „Handbuch der selbständigen Herrenfahrer-Verbände Deutsch-Österreichs“ scheinen Ortsfahrwarte und Verbands-Gasthöfe auf, etwa der Ortsfahrtwart Ernst von Vilas, Kaufmann aus Salurn oder der Verbands-Gasthof Schwarzer Adler. Die Abzeichen der Tiroler Fahrradclubs zeugen von einer Vielfalt, aber auch von einem herausragenden Deutschbewusstsein.

Fahrradverein Salurn: „All Heil!“ und Schwarz-Rot-Gold

Ein österreichischer Radfahrerbund bildete sich erst 1924, womit die österreichischen Gaue nicht mehr dem Deutschen Radfahrer-Bund angehörten.

Der Gruß „All Heil!“ war das offizielle Bundesmotto und wurde als Radfahrergruß verwendet. Die Turner, die zweifelsohne in einem Nahverhältnis zu den Fahrradfahrern stehen, verwendeten das „Gut Heil!“.

Literatur:

[1] „Handbuch der selbständigen Herrenfahrer-Verbände Deutsch-Österreichs“, Verlag Johann Leon, Klagenfurt 1899

[2] „Hand- und -Tourenbuch des Bundes deutscher Radfahrer Oesterreichs“, Braumüller Verlag, Wien 1898

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