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Crazy states

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Ein so genannter „Crazy state“ („verrückter Staat“) ist ein Staat, der unberechenbar, irrational oder extrem aggressiv handelt, oft gegen internationale Normen und eigene langfristige Interessen. Solche Staaten können durch impulsive Entscheidungen, ideologische Starrheit oder einen Mangel an institutioneller Stabilität auffallen.

Es handelt sich wohlgemerkt nicht nur – und das muss betont werden – um Staaten, die durch irrationale Beweggründe geleitet werden, sondern auch um solche, „die Ziele verfolgen, die außerhalb der Normen- und Regelgefüge“ der internationalen Ordnung liegen [1].

„Crazy States“ werden durch drei Eigenschaften charakterisiert: Erstens sind sie regional isoliert, zweitens, sie stehen unter einem erheblichen sozio-ökonomischen Problemdruck und drittens, sie verfügen über die Mittel, um großen Schaden anzurichten und zwar sich selbst und anderen (so genannte „Chaos-Macht“). Als Strategien gegen „Crazy States“ werden militärischer, wirtschaftlicher und diplomatischer Druck genannt.

Verrücktheit betrifft auf der anderen Seite die Spieltheorie.

In der Spieltheorie werden im Kontext mit der Verrücktheit zwei Begriffe verwendet: Erstens, „Credible Threats“ (glaubwürdige Drohungen): Eine Drohung wirkt nur, wenn sie glaubwürdig ist, wenn davon auszugehen ist, dass sie durchgeführt wird. Ist eine Drohung nicht glaubwürdig, bedeutet dies völligen Gesichtsverlust. Zweitens, „Brinkmanship“ („Politik am Abgrund“ oder „Spiel mit dem Feuer“, auch als „Feiglingsspiel“ bezeichnet): Bewusst an den Rand einer Katastrophe, bis zur Ultima Ratio, gehen, um Druck aufzubauen. Der Gegner wird, gelingt die Strategie, aus Angst vor dem gemeinsamen Absturz zur Einsicht getrieben.

Ein verwandtes Konzept ist die „Madman Theory“, die Richard Nixon während des Kalten Krieges nutzte. Er wollte die Sowjets glauben lassen, dass er unberechenbar sei und möglicherweise extreme Maßnahmen ergreifen könnte, um sie zur Vorsicht zu zwingen.

Literatur:

[1] Wilfried von Bredow, Thomas Jäger: „Neue deutsche Außenpolitik. Nationale Interessen in internationalen Beziehungen“, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2013

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