Auf der einen Seite wird seit Jahren behauptet, Geschlecht (gender) sei eine soziale Konstruktion, während biologisches Geschlecht (sex) als quasi inexistent dargestellt wird.
Auf der anderen Seite wird der „Gender Pay Gap“ (von englisch „Lücke“) vor allem der unbereinigte Gender Pay Gap als Beweis struktureller geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Ungerechtigkeit präsentiert, also als etwas, das durch das angeblich konstruierte Geschlecht systematisch erzeugt werde.
Kurzum: Etwas, das es angeblich gar nicht gibt, wirke diskriminerend.
Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht den durchschnittlichen Bruttostundenlohn aller Männer mit jenem aller Frauen ohne Berücksichtigung von Arbeitszeit (Vollzeit / Teilzeit), Beruf und Branche, Qualifikation, Ausbildung und Erfahrung, Erwerbsunterbrechungen oder Führungsverantwortung.
Er misst keine Diskriminierung, sondern Unterschiede in Erwerbsbiografien. Während der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland bei 16 Prozent liegt, liegt der bereinigte, der wesentliche Kriterien wie Ausbildungsgrad, Beruf, Qualifikation, Arbeitserfahrung, Branche berücksichtigt, bei „nur“ 6 Prozent.
Trotzdem wird der unbereinigte Gap gezielt politisch genutzt, weil er hoch ausfällt, einfach kommunizierbar ist, moralisch empörungsfähig wirkt, sich gut für populistische Kampagnen eignet und dem ideologischen Narrativ von links nutzt: „Gegen das Patriarchat“, „gegen die alten weißen Männer“ und „gegen die autochthone Mehrheitsgesellschaft„.
Die andere Seite der Wahrheit ist: Bei kinderlosen Paaren oder Singles ist der Gender Pay Gap oft sehr klein oder sogar fast verschwindend: In vielen Studien (SOEP, Ifo, Destatis-Analysen) liegt er bei unter 30–35-Jährigen ohne Kinder bei 0–5 %.
Erst ab etwa 30 Jahren steigt der Gender Pay Gap deutlich an, was stark mit der Familiengründung zusammenhängt.
Frauen und Männer ohne Kinder verdienen vergleichbar viel, wenn ähnliche Jobs, Stunden und Qualifikationen verglichen werden.
Der große „Gap„, die Lücke, entsteht durch den Übergang eines Haushaltes von „kinderlos“ zu „mit Kind(ern)“ und trifft Familienhaushalte insgesamt stark (niedrigeres verfügbares Einkommen, höhere Armutsrisiken, geringere Vermögensbildung).
Paare mit Kindern haben pro Person (äquivalisiert) oft 15 bis 30 Prozent weniger als kinderlose Paare (Destatis EU-SILC 2024/2025). Das ist der „Familien-Pay-Gap“ im Haushaltskontext.
In Familien mit kleinen Kindern arbeiten nur ca. 1,3 bis 1,5 Vollzeitäquivalente (meist 1 Mann Vollzeit und die Frau stark reduziert), während kinderlose Paare bei 1,8 bis 2,0 liegen. Das führt zu massiv geringeren Haushaltseinkommen bei gleichzeitig höheren Haushaltsausgaben.
Der effektive „Gender Pay Gap“ entsteht dadurch, dass Frauen Kinder bekommen.
Es ist in diesem Kontext freilich diskutabel bis absurd, wenn der „Gender Pay Gap“ durch Frauen thematisiert wird, die aus ideologischen Gründen ohnehin gegen Kinder und gegen Familien sind.
Letztlich entspricht die Debatte rund um den Gender-Pay-Gap einer radikal individualistischen Sichtweise, die Familien nicht als Einheit einbezieht, sondern nur in Einzelpersonen denkt.
Die politische Lösung könnte darin bestehen, Familien stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Weil sich Familien jedoch nicht für linkspopulistische Debatten eignen und ohnehin auf der ideologischen Abschussliste stehen, werden Äpfel mit Birnen verglichen und die essenzielle Gegebenheit im Menschenleben – der eigene Nachwuchs – ausradiert.


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