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Risse, Rissbilder, Bauwerksdiagnose

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Ein Riss tritt in einem Bauwerk selten bis nie ohne Grund auf. Grundsätzlich gilt, dass ein Riss senkrecht zur Ursache auftritt, weil das Mauerwerk auf Zug versagt. Wird historisches Mauerwerk untersucht, gilt es, detailliert vorzugehen. Zu untersuchen sind:

  • Bauwerksgeschichte
  • Historische Bauwerksergänzungen
  • Historische Bautechnik
  • Annehmbare Lastgeschichte
  • Baugrundannahmen
  • Materialeigenschaften

Getragen werden muss das Arbeiten im historischen Kontext durch den Respekt vor der Bauwerksgeschichte. Nur, wer die architektonischen und mechanischen Zusammenhänge versteht, kann zielgerichtete Eingriffe vornehmen, die das Bestehende nicht ersetzen, sondern bestmöglich einbeziehen.

Bevor Eingriffe geplant werden, zahlt es sich aus, einen unabhängigen Bauwerksbefund in Auftrag zu geben. Wer nämlich den Befund erst während der Bauphase vornimmt, nimmt teure Mehrkosten in Kauf. Ein Befund durch einen unabhängigen Tragwerksplaner zahlt sich aus.

Rissbilder gewähren wertvolle Einblicke in die Geschichte eines Bauwerks. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Rissen, die bereits abgeschlossen und abgeklungen sind, oder Rissen, die weiter „arbeiten“. Bei letzteren sind Eingriffe dringend notwendig:

Risse durch unterschiedliche Setzungen
Risse in unmittelbarer Nähe eines Aushubes
Risse bei dynamischen Einwirkungen
Risse bei ausmittigen Setzungen
Risse bei ausmittigen Setzungen
Risse bei mittigen Setzungen
Risse bei Schub
Risse bei Erdbebeneinwirkung

Literatur:

[1] Michele Vinci: „Metodi di calcolo e tecniche di consolidamento per edifici in muratura“, Dario Flaccovio Editore, Milano 2025

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