Oswald Eccher wurde in Mezzocorona (Deutschmetz) geboren, war Mitglied im Corps Athesia, Kommandant der 1. Kaiserjägerbrigade und militärischer Landesbefehlhaber in Tirol sowie Militäresxperte im Nationalrat, wo er im November 1918 die aussichtlose Lage der österreichischen Truppen darlegen musste.
Oswald Eccher ab Echo Edler von Marienberg, wurde am 28. September 1866 in Mezzocorona (Deutschmetz) geboren. Der Vater, Dr. Alfons Eccher Edler von Marienberg war Finanzprokurator, Gutsbesitzer und Hofrat.
Nach Absolvierung des Gymnasiums studierte Oswald Eccher von 1885 bis 1890 Rechtswissenschaften in Innsbruck und wurde Mitglied im Corps Athesia. Seine Zugehörigkeit zum Corps ist am Schmiss unschwer zu erkennen.
Das Corps Athesia wurde 1861 in Innsbruck von Südtiroler und Innsbrucker Studenten mit dem Wahlspruch „Furchtlos und treu“ und dem Waffenspruch „Das Schwert sei unser Rächer“ gestiftet. Zuvor bestand seit 1848 eine Tischrunde Bozner Studenten, die sich landsmannschaftlich organisierte und aus der die Athesia hervorging, die sich nach der Etsch („athesis“) benannte.
1885 bis 1890 besuchte Oswald Eccher die k.u.k. Militärakademie in Wiener Neustadt und wurde als aktiver Leutnant des 97. Jägerregiments 1892 in Pola (Istrien) eingesetzt.
1893 promovierte er zum Doctor iuris und zwar gemeinsam mit seinem späteren Corpsbruder Paul von Sternbach:

Nach einem Aufenthalt in Triest besuchte Eccher die Kriegsschule in Wien, um zum Oberleutnant aufzusteigen. In Triest wurde er Mitglied des Radfahrerclubs. Die Radfahrerclubs stehen in einer bestimmten Nähe zu den Turnvereinen, an deren deutschfreiheitlicher Gesinnung besteht kaum ein Zweifel. Im Radverein betätigte sich auch Paul von Sternbach.

1899 war Eccher Generalstabsoffizier in Lemberg, 1900 Hauptmann beim 33. Jägerregiment in Arad. 1906 kehrte er nach Innsbruck zurück, um an der Kadettenschule zu lehren. 1910 wurde er Major und Generalstabschef in Cattaro, 1913 Oberstleutnant und Kommandant des Korpjägerregiments Nr. 10 in Moena.
1914 wurde er zum Oberst befördert und erhielt die Leitung des 84. Wiener Hausregiments.
Nach Kriegsausbruch diente er 1916 als Generalstabschef des 19. Korps unter General Ignaz Trollmann von Lovcenberg. 1917 schließlich wurde er Kommandant der Kaiserjägerbrigade und 1918 militärischer Landesbefehlshaber von Tirol.
Am 4. November 1918 stand er an der Spitze der Militärkommission des Nationalrates, die Ende Oktober 1918 aus den vorherigen Institutionen der österreichisch-ungarischen Monarchie hervorgegangen war. In dieser Funktion informierte er die Abgeordneten über den chaotischen Rückzug der österreichisch-ungarischen Armee, der im Gange war, und machte auf die Probleme der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie der Versorgung der Truppen aufmerksam. Um den chaotischen Rückzug über den Brenner zu verhindern, forderte er, Tirol so rasch wie möglich zu besetzen.

Darüber hinaus war Eccher wesentlich damit beschäftigt, die Tiroler Zivilbevölkerung in schweren Stunden zu schützen und zu versorgen.
In der Nachkriegszeit wurde er zum Militärkommandanten von Tirol ernannt. Seine militärische Laufbahn setzte sich zunächst in der Republik Deutschösterreich und später in der Ersten Republik Österreich fort. Im Jahr 1920 wurde er zum Generalmajor befördert. 1921 trat er aus dem aktiven Dienst zurück und starb am 11. Dezember 1935 in Innsbruck.
Nach Oswald Eccher ist die General-Eccher-Straße in Innsbruck benannt, in welcher das Militärkommando von Tirol angesiedelt ist.
Der Nachruf in den Innsbrucker Nachrichten am 16. Dezember 1935 würdigt das Werk Oswald Ecchers und geht auch auf die persönlichen Eigenschaften ein sowie auf die Leistungen im Corps. Als „ganzer Soldat und ganzer Akademiker“ wird er beschrieben, „treu seinem Beruf, treu seinen Kameraden und Freunden, treu sich selbst“ und als Soldat eine „Gestalt besonderer Prägung“.



Literatur:
[1] „Der Adler“, Truppenzeitung des Stabsbataillons 6, Jahrgang 24, Ausgabe 1/2008
[2] Alexander Jordan: „Krieg um die Alpen. Der Erste Weltkrieg im Alpenraum und der bayerische Grenzschutz in Tirol“, Duncker & Humblot, Berlin 2008


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