Demanega

#ingenieurbaukultur

Die Traminer, „ein hitziges Völklein“

Published by

on

Die Traminer schafften es in den 1890er-Jahren, ihr Wahlverhalten um fast 100 Prozent zu ändern. Episoden, die zeigen, wie umkämpft das Land im „Tiroler Kulturkampf“ war.

Die Gemeinde Tramin wirft rund um die Jahrhundertwende vielerlei politische Fragen auf. Die Traminer wählten nämlich im Jahr 1891(Reichsratswahl) zu 98 Prozent freiheitlich. Im Jahr 1895 wählten die Traminer hingegen zu 82 Prozent und 1897 (Reichsratswahl) zu 96 Prozent klerikal.

Die „Bozner Zeitung“ urteilt: „Die Traminer scheinen ein schnell zu entschließendes, hitziges Völklein zu sein“.

Die „Bozner Zeitung“ erklärte, für Tramin „als einen der äußerste deutschen Vorposten ein besonderes Interesse“ zu haben.

In der Folge lieferten sich die Redakteure der „Bozner Zeitung“ und Pfarrer Christian Schrott aus Tramin heftige Streitereien in den Leserbriefspalten der Bozner Zeitung, die ganze Titelseiten zieren.

Schrott fühlte sich provoziert, weil ihm vorgeworfen wurde, heimlich die freiheitliche „Bozner Zeitung“ zu lesen, die jedoch vom Bischof verboten war.

Die Redakteure der Bozner Zeitung konterten dem „Politiker Schrott“, es handle sich bei seiner Einsendung wohl um einen Scherz aus der „Faschingszeit“ als Wiedergutmachung für das Tanzen, das der Pfarrer „verboten“ hätte und listeten allerlei fragwürdige, politischen Aktivitäten auf, die sich der Pfarrer leistete.

So hätte selbst der Neubau der Kirche in Rungg (der Bau erfolgte 1901) der politischen Beeinflussung der Traminer gedient.

Insgesamt handelten die Klerikalen im 19. Jahrhundert in Tirol aus einer religiösen, politischen, erzieherischen und wirtschaftlichen Machtposition heraus, die die Landbevölkerung auf vielfältige Art und Weise zu beeinflussen versuchte.

Wahlberechtigt waren bis 1907 nicht alle: Das Wahlrecht war nur Männern erlaubt, die nicht-abhängige Stellungen einnahmen und eine Mindeststeuerlast verrichteten. Folglich war der Wählerkreos überschaubar.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..