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Eckartschrift 263: Michael Demanega. Das Südtiroler Unterland

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Das Südtiroler Unterland ist ein historisch umkämpftes Land. Am Beginn waren es Räter und Römer, die um die Vorherrschaft kämpften, ehe die Römer im Unterland Festungen gegen die einfallenden Germanen bauten. Für die Langobarden war das Unterland die nördlichste Grenzlinie, die sie gegen die Bajuwaren zu verteidigen versuchten.

Unter den vielen Grafengeschlechtern, die im Unterland um die weltliche Vorherrschaft wetteiferten, waren die Tiroler die erfolgreichsten. Für die Tiroler Grafen war Salurn lange Zeit der südlichste Machtbereich, weshalb ihnen eine deutsche Besiedlung wesentlich war. Das Deutschtum reichte im Mittelalter zwar bis fast nach Trient, wurde jedoch durch Gegenreformation und wirtschaftliche Krisen wieder nach Salurn zurückgedrängt. Es ist durchaus möglich, dass sich die Sprachengrenze noch weiter nach Norden verlagert hätte. Für den italienischen Nationalismus war die Grenze bei Salurn nämlich das erste Hindernis bei dem Versuch, den Brenner zu erobern. Dass es anders kam, liegt an der Zähigkeit, die die Unterlandler an den Tag legten.

Für die vielen Durchreisenden, die nach Süden unterwegs sind, mag das Unterland, eingebettet in schroffe Felswände, Obstgärten und Weinberge, eine »hübsche« Kulisse sein. Ob sie die Veränderungen wahrnehmen, die sich im Unterland abzeichnen, sei dahingestellt. Dass südlich von Salurn die Einzelhöfe seltener, die Dörfer dichter, die Bauweisen anders und die Häuser bunter werden, werden wohl nur die Aufmerksamsten bemerken. Und doch, das Unterland ist deutsches Siedlungsgebiet, und will es bleiben. Davon soll diese Schrift Zeugnis ablegen. Deutsch wird südlich von Salurn – abgesehen vom Tourismus – weder gesprochen, noch verstanden, und schon gar nicht gefühlt. Die Mentalität schlägt um.

Eckartschrift 263: Michael Demanega. Das Südtiroler Unterland -> Erhältlich HIER

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