Das Wissen muss ein Können werden.
Carl von Clausewitz, „Vom Kriege“
Die US Navy und das US Marine Corps haben unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Aufgaben.
US Navy (United States Navy – USN):
Seemacht & globale Präsenz: Die Navy sichert die Seewege, schützt Handelsrouten und projiziert militärische Macht weltweit.
Flugzeugträger & Seeflotte: Sie betreibt große Kriegsschiffe, U-Boote und Flugzeugträger, die als mobile Basen dienen.
Abschreckung & Nuklearwaffen: Ein Teil der US-Atomwaffen ist auf U-Booten stationiert (nukleare Triade).
Kriegsführung & Unterstützung: Sie führt Seekriege, blockiert Küstenregionen und unterstützt amphibische Landungen.
US Marine Corps (United States Marine Corps – USMC):
Schnelle Eingreiftruppe: Das Marine Corps ist darauf spezialisiert, schnell an Land zu gehen und zu kämpfen, oft als erste Bodentruppen.
Amphibische Kriegsführung: Marines operieren eng mit der Navy zusammen, um Angriffe von See auszuführen.
Expeditionstruppen: Sie sind weltweit stationiert und können kurzfristig in Konflikte eingreifen.
Luft- und Bodenkampf: Das USMC hat eigene Kampfjets, Hubschrauber und gepanzerte Fahrzeuge für unabhängige Einsätze.
Die US-Navy ist darauf ausgelegt, die Seewege zu kontrollieren, während die US-Marines Landangriffe vom Meer aus durchführen. Die US-Marines haben operationalisierte Bewegungskrieg-Strategien mit Fokus auf Geschwindigkeit und Überraschung übernommen:
- Schock & Lähmung (Shock and Awe) durch massive Luftangriffe
- Extrem schnelle Bodenoffensiven durch 100-Stunden-Kriege
- Überlegene Technologie (Satelliten, Drohnen, Präzisionswaffen) macht die Offensive noch effektiver
Die Wurzeln des Blitzkrieges reichen bis zu Helmuth von Moltkes Strategie des Bewegungskrieges im 19. Jahrhundert zurück, die durch Schnelligkeit, flexible Kommandostrukturen gekennzeichnet war. Im Ersten Weltkrieg entwickelte das deutsche Heer Stoßtruppen- und Bewegungstaktiken. Der „Blitzkrieg“ im Zweiten Weltkrieg war eine Evolution dieser Bewegungskriege und verzahnte Luftwaffe und Bodentruppen, um Schwachstellen des Gegners gezielt auszunutzen.
Franz-Stefan Gady hält Blitzkrieg-Strategien insgesamt für überoptimistisch und wenig realistisch. Insgesamt sind derartige Strategien stark von der logistischen Unterstützung abhängig und eröffnen Probleme bei einer tief gestaffelten Verteidigung, wie der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, die durch mehrere Verteidigungslinien, Raumgewinn durch Tiefe und „Tötungszonen“ gekennzeichnet war.
Mit Blick auf Partisanenkämpfe und Guerilla-Taktiken zeigen sich Blitzkrieg-Strategien ebenso als wenig wirksam. Zudem verbreitet High-Tech-Optimismus die Illusion, Kriege könnten ohne Opfer und ohne Pattsituationen geführt werden.
Literatur:
[1] Franz-Stefan Gady: „Die Rückkehr des Krieges: Warum wir wieder lernen müssen, mit Krieg umzugehen“, Quadriga Verlag, Köln 2024
[2] Robert M. Citino: „Blitzkrieg to Desert Storm: The Evolution of Operational Warfare“, University Press of Kansas, Kansas 2004


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