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Verkehrsplanung und Verkehrsmodellierung

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Ein Modell ist eine vereinfachte Beschreibung der Realität. Infolgedessen besteht das Modell aus notwendigen Vereinfachungen, um Verhaltensweisen darzustellen und Prognosen abzuleiten.

Verkehrsmodelle sind wesentlich, um nicht auf Grundlage von kühnen Vermutungen, sondern durch berechnete Prognosen verkehrspolitische Entscheidungen zu treffen, die vielfach aufgrund des Umfangs von Infrastrukturmaßnahmen langfristig ausgelegt sein müssen. Infolgedessen bilden Verkehrsmodelle die Grundlage für eine smarte und nachhaltige Mobilität von morgen, die darauf ausgerichtet ist, Probleme zu lösen und Lebensqualität zu sichern.

Verkehrsmodelle gliedern sich in makroskopische Verkehrsmodelle, mesoskopische Verkehrsmodelle und mikroskopische Verkehrsmodelle. Mikroskopische Verkehrsmodelle befassen sich mit dem Verhalten einzelner Verkehrsteilnehmer und beziehen sich etwa auf eine einzelne Kreuzung. Makroskopische Verkehrsmodelle befassen sich mit der Beurteilung der Verkehrsinfrastruktur und implementieren Verkehrsdichten und Verkehrsgeschwindigkeiten. Mesoskopische Verkehrsmodelle bilden beide Realitäten ab: Auf Grundlage eines makroskopischen Modells werden einzelne Bestandteile, etwa eine Kreuzung, mikroskopisch betrachtet und daraus folgend die Bedeutung für das makroskopische Gesamtmodell abgeleitet.

Eine mikroskopische Modellierung ist mit der Software SUMO (Simulation of Urban Mobility) des Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Verkehrsteilnehmer werden einzeln als so genannte „Agenten“ oder Akteure abgebildet. Als makroskopisches Modell gilt die Software PTV VISUM. Das Berechnungstool FREEVAL („freeway facilities“), das in den USA die Verkehrsqualität auf Autobahnabschnitten überprüfen soll, bietet ein makroskopisches Verkehrsflussmodell auf Excel-Basis.

Die Verkehrserzeugung befasst sich mit der Frage, wie viel Verkehrsaufkommen generiert wird. Die Daten ergeben sich aus sozialen und demographischen Gegebenheiten sowie aus der Flächennutzung.

Die Verkehrsverteilung (das Wohin?) befasst sich mit den Zielorten, indem die Attraktivität bestimmter Zielorte und Routen analysiert wird. Dazu werden Verkehrsmodelle genutzt, die sich aus dem Gravitationsmodell ableiten lassen.

Die Verkehrsaufteilung befasst sich mit der Zuordnung der Verkehrsteilnehmer auf die unterschiedlichen Verkehrsträger und ist eine Folge der Charakteristik des jeweiligen Verkehrsmittels. Die Verkehrsaufteilung kann makroskopisch oder mikroskopisch erfolgen.

Die Verkehrsumlegung befasst sich mit den gewählten Routen, indem das Verkehrsaufkommen, das Angebot und die Auslastung einberechnet werden.

Verkehrsmodellen liegt immer die Schwierigkeit zugrunde, Untersuchungsgebiete in Verkehrszellen abgrenzen zu müssen, die möglichst homogen sein sollten. Modell stellen immer nur Annahmen und Vereinfachungen dar, die plausibilisiert und kalibriert werden müssen.

Literatur:

[1] Michael Demanega: „Das Verkehrswertmodell als Grundlage für eine intelligente und transparente Verkehrsplanung am Beispiel Südtirols“, Technische Universität Wien 2017

[2] Werner Schnabel & Dieter Lohse: „Grundlagen der Straßenverkehrstechnik und der Verkehrsplanung: Band 2 Verkehrsplanung“, Beuth Verlag, Berlin 2011

[3] Werner Schnabel & Dieter Lohse: „Grundlagen der Straßenverkehrstechnik und der Verkehrsplanung: Band 1 Straßenverkehrstechnik“, Beuth Verlag, Berlin 2011

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