„Tellus“ bedeutet im Lateinischen „Erde“ und bezeichnet in der römischen Mythologie die Gottheit der mütterlichen Erde. „Terra mater“ wird (später) synonym zu „Tellus“ verwendet. In diesem Sinne ist Tellus die Erdenmutter.
Die „Erde“ wird in diesem Zusammenhang nicht als Element, sondern als „heimischer Erdboden“ interpretiert, der Werden und Vergehen beheimatet. Nach einem antiken Gebet gibt die Erde Nahrung, bietet aber auch Zuflucht, wenn sich die Seele zurückzieht: Was die Erde gibt, fällt auf sie zurück.
Tu alimenta vitae tribuis perpetua fide, et, cum recesserit anima, in tete refugimus: ita, quicquid tribuis, in te cuncta recidunt.
Tellus gilt als Göttin der erdbezogenen Fruchtbarkeit, vereint Saatgut und Mutterschoß, Feldbestellung und Zeugung. Der „Altar der Friedensgöttin Pax Augusta“ in Rom stellt Tellus, die zwei Kleinkinder an der Brust hält, umgeben von Vieh und Getreide, zwischen der Personifikation der Landwinde und Meerwinde, dar.
„Tellurisch“ ist ein Adjektiv, das von „Tellus“ abgeleitet ist und zur Erde gehörend, erdbezogen, die Erde betreffend oder von der Erde stammend bedeutet.
Als „tellurisch“ werden Phänomene oder Prozesse bezeichnet, die mit der Erde in Verbindung stehen. Carl Schmitt unterstellt dem Partisanen, der für die Freiheit seines Landes einsteht, einen tellurischen Charakter. Dadurch ergibt sich eine politische Konstellation des Heimatlichen.
„Tellus“ steht aber auch in Zusammenhang mit Erdbeben, die Anlass waren, um Tempel zu errichten, die der Tellus gestiftet waren.
„Tellur“, auch „Tellurium“ ist ein silbergraues, giftiges, weiches, sprödes sowie seltenes Halbmetall, hat das Elementsymbol „Te“ und die Ordnungszahl 52 und ist nach Tellus benannt.
Literatur:
[1] Wilhelm Heinrich Roscher: „Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie“. Teubner Verlag, Leipzig 1917


Hinterlasse einen Kommentar