Der Zwiespalt zwischen Idealismus und Realismus verfolgt uns unser ganzes Leben lang. Vorausgesetzt, wir verfügen über so etwas, wie Ideale. Und vorausgesetzt, wir kennen die Grenzen des Möglichen an und wissen, dass letztlich die konkreten Ergebnisse zählen und nicht die Illusionen.
Idealismus strebt nach der Verwirklichung höherer Prinzipien und „perfekter“ Vorstellungen, oft basierend auf Werten wie Gerechtigkeit, Moral oder Wahrheit.
Realismus orientiert sich hingegen an den tatsächlichen Gegebenheiten, an den Begrenzungen, die die Wirklichkeit setzt sowie an den tatsächlichen Ergebnissen.
Gegenüber der linken Abstraktion ist rechtes Denken immer im Konkreten verankert, sucht dort seine Bestätigung. Freilich, gegenüber einer materialistischen Rechten sucht sich eine kulturelle Rechte stets im Ideal rückzuversichern, geht folglich den Mittelweg: Ich kann als Idealist auch nur dann etwas erreichen, wenn ich Realist bin, wenn ich mich an den konkreten und realen Ergebnissen ausrichte.
Reiner Idealismus ist Selbstverschleiß mit der Tendenz, die sinnlose Aufopferung auch noch zu idealisieren und ein „nutzloses Dienen“ zu rechtfertigen. Die Hoffnung auf die „Erlösung“ im Jenseits ist ein reichlich schwacher Trost.
Freilich ist Idealismus auf der anderen Seite häufig der Vorwand, um die eigenen Interessen durchzuziehen.
Dem Idealismus ist darüber hinaus auch die Tendenz eigen, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, „Bürgerkriegsparolen“ zu kultivieren, die Energie letztlich in innerer Destruktion zu vergeuden.
Ganz und gar falsch ist natürlich auch der reine Utilitarismus. Es geht in einer wertebasierten Weltanschauung nicht nur um Nützlichkeit und Ergebnisse. Familie, Volk, Tradition, selbst Berufungen und Unternehmungen basieren auf Idealismus, nicht auf Eigennützlichkeit.
Wichtig ist, dass wir an das „Wozu?“ denken, dass Ideale nicht im luftleeren Raum ihr Eigenleben entwickeln. Sondern dass wir Minimalziele im Blick behalten. Dass wir uns der sinnlosen Larmoyanz verwehren, dem Nörgeln um des Nörgelns willen und stattdessen anerkennen, dass der Freie sich zum Gestalter seines Schicksals macht.


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