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Niedrigwasser und Wasserknappheit

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Wir leben in Zeiten, in denen sich Wasserüberschuss und Wasserknappheit abwechseln. Technische Gegenmaßnahmen sind unausweichlich.

Wassermangel entsteht durch Bevölkerungswachstum, durch landwirtschaftliche und industrielle Nutzung, durch Schadstoffbelastungen, aber auch durch Nutzungsverluste und sind infolgedessen ein zunehmend relevantes Thema.

Wassermangel wird zum Problem, wenn die Nachfrage nach Wasser die verfügbare Menge übersteigt oder wenn die Wasserqualität so schlecht ist, dass sie für die vorgesehenen Zwecke ungeeignet ist.

Länger anhaltende Niedrigwasserphasen sind äußerst problematisch und zwar quantitativ, aber auch qualitativ, weil stoffliche Belastungen erhöht und die Temperaturen höher sind.

Der Begriff des „Niedrigwassers“ ist nicht eindeutig definiert. Grundsätzlich bezeichnet „Mittelwasser“ in Bezug auf Abflussmengen einen langjährigen Durchschnittswert. Daraus ausgelegt stellen Niedrigwasserereignisse deutliche Unterschreitungen und Hochwasserereignisse deutliche Überschreitungen dar.

Niedrigwasserphasen sind gekennzeichnet durch ausbleibende Niederschläge, hohe Temperaturen und hohe Verdunstungsraten.

Der mittlere minimale Abfluss bezeichnet den niedrigsten Jahreswert an 7 aufeinanderfolgenden Tagen (Wochenmittel). Weiters werden Vielfache des mittleren Minimalabflusses sowie mehrmonatige Minimalwerte gebildet.

Das niedrigste arithmetische Mittel an x aufeinanderfolgenden Tagen definiert den mittleren Niedrigwasserabfluss (zum Beispiel bezogen auf 7 Tage oder 1 Jahr). Relevant ist in diesem Sinne die Festsetzung eines Schwellenwertes innerhalb des betrachteten Zeitraumes. Daraus folgend lässt sich ein Abflussdefizit ermitteln.

Wichtige Kennwerte sind:

  • Der Niedrigwasserdurchfluss in m³/s
  • Die Dauer des Niedrigwasserereignisses in Tagen oder Monaten
  • Das Wiederkehrintervall
  • Die Fehlmenge in Bezug auf einen Bedarfswert
  • Der zeitliche Verlauf
  • Die räumliche Ausdehnung.

Praktisch erfolgt eine statistische Auswertung mit Festlegung einer Überschreitungswahrscheinlichkeit. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zu Hochwasseranalysen in der Regel mit Bezug auf maximal 50 Jahre.

Wassermangel wird zunehmend auch zum wirtschaftlichen und politischen Spannungsfeld, macht andererseits umfangreiche Infrastruktureingriffe erforderlich.

Literatur:

[1] Ulrich Maniak: „Hydrologie und Wasserwirtschaft“, Springer Vieweg, Wiesbaden 2016

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