Risikomanagement und Risikosteuerung gewinnen derzeit stark an Bedeutung. Gegenüber starren Sicherheitsbegriffen hat sich längst die Sichtweise durchgesetzt, dass der Risikobegriff dynamisch gelagert ist.
In der Debatte rund um die Risiken ist zu berücksichtigen, dass die Wirklichkeit komplex ist, dass Risiken nur schwerlich vollständig erfasst werden können, dass Eintrittswahrscheinlichkeiten ebenso schwer zu erfassen sind und die Vergleichbarkeit von Risiken kaum möglich ist.
Wichtig ist im Bereich Risiko- und Krisenmanagement die Ordnung der Begriffe:
- Ein Notfall ist eine Situation, die Hilfeleistungen erforderlich macht.
- Eine Krise ist eine vom Normalzustand abweichende Situation mit dem Potential, Schäden zu verursachen. Krisen beeinträchtigen folglich den Normalablauf eines Systems.
- Eine Katastrophe ist eine Steigerungsform, bei welcher eine Vielzahl von Menschen und Sachwerten gefährdet sind.
Vulnerabilität ist die Anfälligkeit eines Systems für Gefahren. Resilienz ist hingegen die Fähigkeit eines Systems, Störungen zu widerstehen und die Funktionsfähigkeit rasch wieder zu erlangen. Vulnerabilität, also Anfälligkeit, ist zu minimieren und Resilienz oder Robustheit zu maximieren, um im Krisenfall gewappnet zu sein und schnell wieder auf die Füße zu kommen. Dazu sind Prozessketten für den Ernstfall notwendig. Vorausschau ist essenziell.
Eine Gefahr ist ein Zustand oder Umstand, durch den ein Schaden an einem System entstehen kann.
Demgegenüber bezeichnet ein Risiko die erwarteten Konsequenzen eines Umstandes oder Zustandes sowie die Wahrscheinlichkeit des Eintrittes.
Die Sicherheit betrifft Gewissheit eines Schutzes gegenüber Gefahren. Anders ausgedrückt stellt Sicherheit die Minimierung von Risiken dar.
Ist von Sicherheitsarchitektur die Rede, dann ist damit einerseits die äußere Sicherheit gemeint als militärische Verteidigung und andererseits die innere Sicherheit, welche die innere Ordnung umfasst.
Zur Sicherheitspolitik gehört der Zivilschutz, welcher die nichtmilitärischen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung bezeichnet und sich infolgedessen sowohl auf die äußere als auch auf die innere Sicherheit beziehen kann. Die polizeiliche Struktur spielt auch im Zivilschutz eine wesentliche Rolle, um die öffentliche Ordnung zu wahren. Zwar handelt es sich beim Zivilschutz um nichtmilitärische Maßnahmen, allerdings schließen diese eine Kooperation mit den Streitkräften nicht aus.
Gefahren verfügen über eine Magnitude als Maß für die Intensität eines Ereignisses, über eine Frequenz als Wiederholungsintervall. Weiters sind Geschwindigkeit, Dauer, Regelmäßigkeit und räumliche Ausdehnung relevant.
Schutzziele legen das Maß des Schutzes bestimmter Güter fest: Was muss bis zu welchem Grad auf jeden Fall geschützt sein. Daraus ergeben sich konkrete Maßnahmen.
Literatur:
[1] Harald Karutz, Wolfram Geier & Thomas Mitschke (Hrsg.): „Bevölkerungsschutz- Notfallvorsorge und Krisenmanagement in Theorie und Praxis“, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2017


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