Im Mittelpunkt steht nicht die konservative Idealisierung der guten oder schlechten Gewohnheit, sondern der starke Einzelne, der ein individuelles Bewusstsein, einen Geist, eine Verantwortung, eine Ehre und eine Verpflichtung hat. Darum lesen wir Ernst Jünger, Nietzsche und all die anderen Anarchen.
Die Freiheit versteht sich allerdings nicht im rücksichtslosen und individualistischen Sinne persönlicher Selbstverwirklichung, sondern mit nationaler Verantwortung. In diesem Sinne trägt jeder Einzelne seine individuelle Verantwortung für das kollektive Ganze. Dabei wirkt jeder auf seiner Stellung in Familie, Beruf oder Ehrenamt und leistet je nach Möglichkeit und Fähigkeit seinen individuellen Beitrag für das übergeordnete Ganze.
Auf diese Ganzheit im Lebensentwurf ist die persönliche Lebensführung auszulegen, diese Ganzheit steht für eine Vornehmheit und ein Leben, das vom Ende her seinen Sinn ergeben muss: Wir leben, um zu hinterlassen.
Diese Freiheit ist dem sinnlosen Dienen radikal entgengesetzt, das ohne Reflexion und Kontemplation, ohne Tiefe und Geist, ohne Philosophie und Literatur, keine beflügelnden Gedanken, keine kreativen Momente und keine Revolutionen im Kopf erwarten lässt.
Wenn es im Leben darum geht, zu hinterlassen, dann geht es vorerst erstmal darum, zu schaffen, zu kreieren, zu gründen, zu gestalten, zu bewegen – und zwar im Großen, nicht im Klein-klein.
Freilich muss diese Freiheit erst einmal erkämpft werden, oftmals geht ihr ein Mangel oder ein Verlust, auf alle Fälle ein radikales Hinterfragen und Überwerfen des Bestandes zuvor, der nicht grundsätzlich „gut“, sondern stets zu prüfen ist. Grundlage ist ein Anstoß zur Alternative, der aus einschneidenden Ereignissen hervorgeht oder deshalb entsteht, weil man es im Gewöhnlichen und Ungunterfragten nicht mehr aushält.
Das Denken ist die Grundlage. Ein Denken, das sich keine Grenzen setzt, gewohnte Bahnen verlässt und aus dem radikalen Hinterfragen ein neues Bewusstsein formt. Schlüsselwerke lesen und sich mit der Lage der Nation befassen, gehören dazu.
Wer sich kein intellektuelles Rüstzeug zulegt, ist dazu verdammt, sich im Banalen aufzuhalten und letztlich durch die anderen gelenkt zu werden.


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