Jeder kennt es aus Unternehmen oder Vereinen: Am weitesten kommen vielfach nicht die Talentiertesten, sondern diejenigen mit der größten Ausdauer, die vielleicht auch noch erfolgreich dazu beitragen, dass die Talentierteren früher oder später das Weite suchen und systematisch entmutigt und ausgegrenzt werden.
Gerade aus der Politik kennt man die Negativauslese, die einer „Herrschaft der Besten“ grundlegend widerspricht. Aber auch Unternehmen und Organisationen sind vielfach kaum besser unterwegs.
Der personelle Kreis verkleinert sich folglich sukzessive. Übrig bleibt nur noch ein eingeschworener Kreis, der sich gegenseitig bestärkt und auf die Schultern klopft, Fehlleistungen als Erfolge feiert. Zumindest eine Zeit lang, bis dann die äußeren Unstände gravierend werden.
In der Fachsprache ist von „geistiger Inzucht“ die Rede: Mangels Selbstkritik und mangels neuer Perspektiven stellt sich früher oder später eine Negativspirale ein.
Erwartbare Konsequenzen sind der Verlust an Kreativität und Innovation, beeinträchtigte Außenwahrnehmung sowie die angeschlagene Reputation mit der Fragestellung, wieso denn keine Attraktivität als Organisation mehr gegeben sei.
Wenn Charles Darwin vom „Survival of the fittest” spricht, also vom Erfolg derjenigen, die sich am besten an Veränderungen anzupassen vermögen, dann erklärt sich damit von selbst, wieso mangelnde Anpassungsfähigkeit ins Abseits führt. Anpassungsfähigkeit bedeutet nicht Selbstaufgabe, sondern die Neuausrichtung der eigenen Interessen an veränderten äußeren Umständen mit dem Ziel, eine Strategie zu entwickeln. Wer sich nicht an der Wirklichkeit ausrichtet, riskiert Ohnmacht.
Gegen diese Tendenzen hilft eine offene Organisationskultur, die darauf ausgerichtet ist, Netzwerke zu schaffen, Kontakte zu vermitteln, individuellen Erfolg anzustreben, Erfahrungen zu nutzen, Wissen anzueignen und sich gegenseitig zu höheren Leistungen anzuregen.
Erfolgreiche Organisationen wissen individuelle Leistungen erfolgreich für die Organisation zu nutzen. Grundlage ist eine Führung, die offen ist für Innovation und die im Sinne eines Fußballtrainers individuelle Leistungen optimal abruft.


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