Die „Südtiroler Wirtschaftszeitung“ wirft im Juni 2024 die Frage auf, wie politisch Unternehmen sein sollen und sein dürfen.
In Zeiten, in denen Klimaaktivismus und der „Pride month“ von zahlreichen Unternehmen begangen werden, sich aber auch auf Linkedin die politischen und durchaus auch parteipolitischen Stellungnahmen mehren, die vor bestimmten Tendenzen warnen und sogar mit Unternehmensabwanderung und schwerwiegenden Folgen für einen Wirtschaftsstandort drohen (beides bleibt freilich praktisch aus), ist die Fragestellung nach der politischen Ausrichtung von Unternehmen wichtig und wesentlich.
Unternehmerisches Engagement braucht Werte und Haltung. Infolgedessen sind grundsätzliche Festlegungen berechtigt und wichtig. Sich an die herrschende Meinung anschließen und sich relativ mutlos dort anhängen, wo ohnehin mit keinem Widerstand zu rechnen ist und wofür auch wenig Haltung notwendig ist, ist gut und günstig, vor allem aber opportunistisch und charakterisiert infolgedessen nicht jenen Mut zur Haltung, den wir heute brauchen und auch bewerben.
Leif Neugebohrn, der Berater für strategische Kommunikation ist, meint in der Südtiroler Wirtschaftszeitung: Politik sei nicht mit Parteipolitik zu verwechseln. Stattdessen gehe es darum, wie sich ein Unternehmen zu gesellschaftlichen und kulturellen Fragestellungen und mitunter auch zu Herausforderungen und Zukunftsfragen positioniere. Ein Unternehmen sei nämlich stets in eine Gesellschaft eingebunden.
Als Grundregeln bei politischer Haltung durch Unternehmen gelten:
- Ziel und Botschaft müssen eindeutig und klar sein.
- Die Botschaft muss mit den Unternehmenswerten und der Markenpolitik im Einklang stehen.
- Botschaften sollen mit der Lebenswirklichkeit in Unternehmen übereinstimmen.
Grundsätzlich seien politische Botschaften in Unternehmen allerdings Chefsache. Auf der anderen Seite seien auch die Konsequenzen für ein Unternehmen abzuschätzen.
Eine politische Haltung ist gewissermaßen auch Teil einer staatsbürgerlichen Verantwortlichkeit und eines gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins.


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