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Welchen Boden braucht ein guter Wein: Geologie und Terroir

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Die Faszination am Weinbau besteht darin, dass aus dem Grund, dem Boden, ein Veredelungsprodukt gewonnen wird, wofür ein hohes Maß an Kultur notwendig ist. Diese Verbindung vom Boden zum Wein spielt im Bereich Weinbau mit dem Begriff des „Terroirs“ eine herausragende Rolle.

Die Geologie spielt als Ressource eine entscheidende Rolle bei der Ausprägung des Terroirs mit den Faktoren:

Mineralien und Bodenbeschaffenheit: Die geologische Formation eines Gebiets bestimmt die Art und Menge der Mineralien im Boden. Verschiedene Gesteinstypen erzeugen unterschiedliche Bodenprofile, die wiederum das Wachstum von Pflanzen und die Entwicklung ihrer Aromen und Geschmacksprofile beeinflussen. Zum Beispiel neigen kalkhaltige Böden dazu, Weinen eine mineralische Note zu verleihen, während vulkanische Böden oft zu fruchtigen Aromen beitragen.

Wasserhaushalt und Drainage: Die Geologie beeinflusst auch die Wasserhaushalt eines Gebiets und die Drainageeigenschaften des Bodens. Dies kann Auswirkungen auf die Wasserversorgung der Pflanzen haben, indem es entweder zu viel oder zu wenig Wasser zur Verfügung stellt. Eine gute Drainage kann das Risiko von Staunässe verringern und das Wurzelwachstum fördern, was sich positiv auf die Qualität der Ernte auswirkt.

Topografie und Mikroklima: Die geologische Struktur eines Territoriums bestimmt seine geomorphologischen Merkmale, wie Hügel, Täler und Abhänge. Diese topografischen Variationen können zu unterschiedlichen Mikroklimata innerhalb des Anbaugebiets führen, die wiederum das Wachstum der Pflanzen und die Reife der Früchte beeinflussen.

Weinreben bevorzugen in der Regel gut durchlässige Böden, die nicht zu stark verdichtet sind. Bindige Böden, wie Lehmböden, neigen dazu, Wasser und Nährstoffe besser zu halten, was für den Weinbau von Vorteil sein kann. Allerdings müssen solche Böden gut belüftet und drainiert sein, da Staunässe den Wurzeln schaden kann.

Nichtbindige Böden, wie sandige Böden, bieten eine bessere Drainage und belüften die Wurzeln gut, haben aber oft Schwierigkeiten, Wasser und Nährstoffe ausreichend zu speichern. Diese Böden können bei Trockenheit schnell austrocknen, was eine Bewässerung notwendig machen kann.

Ideal sind oft Mischböden, die sowohl gute Drainage als auch ausreichende Wasserspeicherung bieten. Weinreben gedeihen gut in Böden mit hohem Mineralgehalt, wie z.B. Kalkstein- oder Schieferböden, die oft eine gute Drainage und eine moderate Wasserspeicherung bieten.

In diesem Sinne setzen bestimmte Winzer gezielt auf den Faktor „Mikrostress“, also gute Durchlässigkeit bei begrenzter Nährstoffverfügbarkeit.

Ein tieferes Verständnis der geologischen Eigenschaften eines Terroirs ermöglicht es, das Potenzial eines Anbaugebiets auszuschöpfen und einzigartige Weine zu erzeugen.

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