Demanega

#ingenieurbaukultur

Message Control? Kommunikation und Kontrolle

Published by

on

Kaum ein Begriff wurde in der Kanzlerschaft Sebastian Kurz vergleichbar dämonisiert, wie der Begriff des „Message Control“. Grundsätzlich wird die so genannte Steuerung von Botschaften, die mit „Message Control“ gemeint ist, in den öffentlichen Beziehungen in jeder professionellen Kommunikationstätigkeit angewandt. Zum Problem wird das Prinzip grundsätzlich nur dann, wenn sich die veröffentlichte Meinung inhaltlich daran stößt.

Dass Medienarbeit koordiniert und abgestimmt wird und dabei Organisationen ein einheitliches Bild abgeben sollen, ist abgesehen von intrigenorientiertem Verhalten einzelner Subjekte, das in bestimmten Organisationen zutage tritt, eigentlich essenziell. Dass es Medien gerne andersherum hätten, indem nämlich alle Teile einer Organisation individuell und konträr kommunizieren und dadurch die „Storys“ befeuern, leuchtet eigennützig ein, kann allerdings kaum im Interesse der betroffenen Organisationen sein.

Nun ist ebenfalls bekannt, dass bestimmte Medien eine bestimmte politische „Haltung“ einnehmen, dass sich Meinungen immer deutlicher ungeschminkt mit Journalismus vermischen und dass weitreichende Interessen im Spiel sind, sodass sich eine nüchterne, aber bestimmte Herangehensweise auszahlt, die weiß, wie sie mit welchem Medium kommunizieren soll. Darin besteht die Medienkompetenz.

Es gehört zur Machtsphäre von Medien, Botschaften nach eigenem Ermessen zu kürzen, zu entscheiden, was relevant ist und was nicht, wegzulassen und dicker aufzutragen.

Gerald Fleischmann ist ein österreichischer Kommunikationsberater, Autor und Experte für strategische Kommunikation. Allgemeine Bekanntheit erlangte Gerald Fleischmsnn als strategischer Kommunikationsleiter unter Bundeskanzler Sebastian Kurz, wo der abstürzenden Österreichischen Volkspartei ein türkiser Paradigmenwechsel und mitunter eine „konservative Revolution“ gelang.

Aus dem Buch „Message Control“ von Gerald Fleischmann gehen folgende essenzielle Punkte hervor:

Die Gunst der Stunde entscheidet darüber, ob Botschaften ankommen oder nicht. Subjektive Wahrheiten werden letztlich durch Kommunikationsstrategien in der Objektivität platziert. Medienereignisse beeinflussen den Lauf der Dinge, das wird ganz besonders in der Krisenkommunikation bewusst. Bilder und bewegte Bilder bewegen. Bedrohungsszenarien wirken sich für Medien günstig aus. Vorsprung ist Macht, wer schnell agiert und reagiert, verschafft sich Vorteile. Das so genannte „Storytelling“ ist essenziell.

Dass Fleischmann stark auf die Strategie der selektiven Hintergrundgespräche setzte, wurde kritisiert und problematisiert.

Daraus ergeben sich Strategien:

  1. Reaktion auf unerwartete Situationen, um die Kontrolle über die Botschaft zu behalten.
  2. Konsistenz in der Kommunikation.
  3. Verständnis der Bedeutung von Timing und Kanalwahl für die Übermittlung von Botschaften.
  4. Einsatz von Sprache und Rhetorik, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
  5. Berücksichtigung der Zielgruppe und ihrer Bedürfnisse bei der Gestaltung von Botschaften.
  6. Kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Kommunikationsstrategien basierend auf Rückmeldungen und Erfahrungen.
  7. Schaffung von klaren und prägnanten Botschaften, die leicht verstanden und erinnert werden können.
  8. Einhaltung ethischer Grundsätze und Transparenz in der Kommunikation, um Vertrauen aufzubauen und Glaubwürdigkeit zu gewinnen.
  9. Effektive Gestaltung von Botschaften, um Zielgruppen zu erreichen.

Literatur:

[1] Gerald Fleischmann: „Message Control: Was Sie schon immer über Politik und Medien wissen wollten“, Edition a, Wien 2023

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..