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Woke ins Abseits

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Unter dem Begriff „woke“ wird ein gesteigertes politisches Bewusstsein für allfällige reale und gefühlte Unterdrückungsmechanismen bezeichnet. Vom Englischen „woke“ für wach, wachsam oder aufgewacht, geht es dabei um die Feststellung von Diskriminierungen.

Die woke Ideologie hat ihre Wurzeln in der sozialen Gerechtigkeitsbewegung und zielt darauf ab, Bewusstsein für systemische Ungerechtigkeiten aufgrund von Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung und anderen Identitätsmerkmalen zu schärfen. Sie fordert eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und Unterdrückungsmechanismen.

Die „Wokeness“ bezieht sich folglich auf das erhöhte Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten und Diskriminierung . Wokeness beinhaltet den Fokus auf bewusste und unbewusste „Mikroaggressionen“, strukturellen Rassismus, kulturelle Aneignung und andere Formen der vermeintlichen Unterdrückung.

Von der Feststellung realer oder gefühlter Diskriminierung ausgehend, entwickelt sich im Sinne einer Inflation des Diskriminierungsbegriffes die „Wokeness“ als ein wesentlicher Bestandteil linksprogressiver und neomarxistischer Identitätspolitik, die sich auf Ungleichheiten konzentriert und Ungleichheiten durch Definition unterschiedlicher moralischer Standards kultiviert.

Fragwürdig ist die Tendenz, unterschiedliche moralische Standards willkürlich für unterschiedliche Kollektive festzusetzen, dadurch universelle moralische Standards abzulehnen und eine gesellschaftliche Spaltung zu betrieben. Dass es innerhalb eines Staatswesens universelle moralische Kategorien gibt, die sich im Gesetz niederschlagen, ist eine Errungenschaft der Moderne.

Die Wokeness begründet sich darüber hinaus aus vermeintlichen Kränkungen und Minderwertigkeitsgefühlen heraus. Im Sinne einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ ist damit niemandem real gedient.

Wokeness kann folglich als eine populärere und informellere Ausdrucksform der Ideen und Ziele der Kritischen Theorie betrachtet werden. Durch die Mischung marxistischer Unterdrückungstheorien und psychischer Kategorien, die sich aus dem Freudianismus ergeben, ist die „perfekte“ Kombination geschaffen, um ein permanentes Klima der Empörung zu schaffen.

Die Wokeness führt demgemäß direkt in Richtung Cancel Culture, die sich auf den Trend beziehen, Personen, Unternehmen oder Organisationen öffentlich zu verurteilen, an den moralischen Pranger zu stellen und zu boykottieren, die als nicht konform mit den Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit angesehen werden. Freilich kultiviert die Wokeness dadurch eine Praxis, in welcher sich Anklage und Verurteilung in Personalunion abspielen.

Selbst der Rechtsstaat als solcher wird delegitimiert. Der Rechtsstaat ist angeblich selbst Teil des Problems, da er historisch betrachtet allzu oft dazu verwendet wurde, Macht und Privilegien der herrschenden Klasse zu erhalten und marginalisierte Gruppen zu unterdrücken.

Infolgedessen eröffnet die Selbstjustiz durch medialen Pranger, Boykott und Gewaltaufruf den faktischen Übergang zum Extremismus.

Abweichende Meinungen werden demgemäß durch die Wokeness unterdrückt und zensuriert und es wird ein Klima der permanenten Einschüchterung erzeugt.

2 Antworten zu „Woke ins Abseits“

  1. Avatar von Regenbogen-Wokeness: Machtansprüche und kultureller Generalangriff – Demanega

    […] „Regenbogen-Wokeness“ ist in diesem Sinne ein Begriff, der die Verbindung von LGBTQ+-Themen (und allfälliger weiterer Gruppen) mit der Wokeness-Bewegung beschreibt. Wokeness bedeutet ein Bewusstsein und die Sensibilisierung für angebliche soziale „Ungerechtigkeiten“. […]

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  2. Avatar von Volkstumspolitik im 21. Jahrhundert: Real und ergebnisorientiert – Demanega

    […] Radikale Antidiskriminierungspolitik im Sinne von „Cancel culture“; […]

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