In einem politischen Diskurs, der zunehmend polarisiert und in dem grundsätzliche Debatten nicht mehr länger innerhalb einer undifferenzierten „Mitte“ ausgetragen werden können, weil immer öfter ein klares Bekenntnis erforderlich wird, das eine verbindliche Gültigkeit besitzt, gilt es über die Prinzipien und Perspektiven einer modernen Politik von rechts zu debattieren.
Mit „Moderne“ ist selbstverständlich nicht jener politisch-kulturelle Komplex gemeint, den die Linke meint, wenn sie von „Moderne“ spricht und damit eine linksliberale bis linke Realität als vermeintliches „Ende der Geschichte“ intendiert.
Mit dem Zusatz „modern“ ist stattdessen die Abgrenzung von einer rückwärtsgewandten bis nostalgischen Rechten gemeint, die die Konflikte des 20. Jahrhunderts zu bewältigen versucht und dabei offensichtlich in Kauf nimmt, alle Auseinandersetzungen der Gegenwart und Zukunft zu verlieren. Es geht stattdessen um Konsequenz, Kohärenz und um den Blick in eine lebenswerte Zukunft.
Ebenso essenziell ist die Abgrenzung von populistischen Tendenzen, die – ohne Orientierung, ohne Rückgrat und ohne Halt – an einer Relativierung unserer Ordnung arbeiten und dadurch das Volk den gravitativen Kräften des globalen Marktes aussetzen, die destruktiv wirken.
Wer sich heute als „rechts“ definiert, ist allerlei diffusen Diffamierungen ausgesetzt, die einzig und allein darauf ausgerichtet sind, notwendige Debatten zu verhindern, um unter Ausblendung der Öffentlichkeit linken Mainstream durchzusetzen.
Wer sich als „rechts“ erachtet und öffentlich dazu steht, wird aus der „schönen“ Gesellschaft ausgeschlossen und darf höchstens ein gesellschaftliches Randdasein führen. Diese Tendenz besteht so lange, wie in diesem fragwürdigen Spiel mitgespielt wird. Der „Mut zur Sezession“ beseht darin, aus diesem Spiel mit vielen Verlierern und fragwürdigen Gewinnern auszusteigen.
Wer nicht mehr „links“ und „rechts“ sagt, sieht nur noch das eigene Ich mit fragwürdigen Egoismen, persönlichen Befindlichkeiten und partikularen Interessen. Eine Tendenz, die wir heute vielfach wahrnehmen, die aber im Abseits landet.
Es muss wieder darum gehen, zu sich selbst und zu seinen Idealen zu stehen, diesen Idealen beständig und langfristig nachzugehen, das eigene Ich zu bändigen und das größere Ganze in den Mittelpunkt zu stellen. Darum diese Abhandlung.
Teil 2: Programmatische Züge einer modernen Rechten.


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