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Politische Unordnung – Patriotismus als Ausweg

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Die politische Lage unserer Zeit ist durch ein extrem hohes Maß an Unordnung gekennzeichnet. Das zeichnet sich nicht zuletzt im Politischen ab. In Südtirol, einem Land, das für Außenstehende immer durch ein extrem hohes Maß an politischer Stabilität gekennzeichnet war, dominieren infolgedessen heute zunehmend Egoismen, rücksichtslose liberale Einzelgänge sowie machtpolitische Spielchen, um nicht das Wort der Intrige zu benutzen.

Individuelle Ansichten gehen teilweise im individualistischen Sinne weit auseinander, Wertehaltungen stehen in Veränderung, tradierte kulturelle Hegemonien stehen zur Disposition, Macht wird neu verteilt, Populismus und Symbolpolitik ist einfach, handfeste Lösungen sind komplex.

Die strukturierte Welt, wie sie war, gehört demnach endgültig der Vergangenheit an. Nostalgie ist allerdings auch keine Lösung, ganz im Gegenteil. Das Verharren in so genannten „Traditionskompanien“, die nur noch äußerlich und formell einer Ordnung angehören, welche längst nicht mehr faktisch gegeben ist, ist eher Problem als Lösung und das „Reiten des toten Gauls“ erweist sich als wenig zielführend. Wenn es um das Feuer und nicht um die Asche gehen soll, dann „lebt“ nur, wer bereit ist, zu kämpfen, und zwar nicht mit Windmühlen, sondern mit mehr oder weniger intelligenten Gegnern.

Alle Probleme, die uns heute in voller Härte begegnen, waren faktisch auch schon vor 15 oder 20 Jahren erkennbar, nur haben sich die allermeisten in verantwortungsloser Flucht vor dem Eigentlichen auf anderweitiges konzentriert und damit diese Entwicklungen hingenommen, zugelassen und vorangetrieben. Ob öffentliche Unsicherheit, globale Migration, abstrakte Theorien der Gesellschafts- und Kulturpolitik: Die Tendenzen waren bekannt, die Exponenten, die diese Problemfelder thematisiert und sich ihnen entgegen gestellt haben, sind auf einer Hand abzuzählen.

Wie begegnen wir dem Umstand zunehmender Unordnung heute? Fakt ist, dass wir uns immer weniger auf eine allgemein gültige Ordnung mit einem Universalismus der Werte verlassen können. Weder innerhalb unserer politischen Systeme noch im internationalen Kontext. Ordnung vollzieht sich nur noch in Teilsystemen. Das Gesamtsystem ist zunehmend instabil und infolgedessen unübersichtlich, unberechenbar, überraschend und wackelig.

Diese zunehmende Instabilität verlangt von allen Akteuren, dynamischer und behutsamer zu agieren. Ständig ist an das Ganze und an seine Dynamiken zu denken sowie an den Umstand, dass sich grundsätzlich von heute auf morgen alles grundlegend verändern kann.

Die Überhand behält, wer in diesem dynamischen Umfeld zu agieren und zu wirken weiß, wer den Blick auf das größere Ganze wagt, die Herausforderungen der Zukunft erkennt und sich in multiplen Machtordnungen zu positionieren weiß, nicht, wer nostalgisch und unbeweglich am Gestern hängt.

In diesem Kontext ist der Begriff des Patriotismus neu zu definieren. Wer diesen mit Nostalgie gleichstellt, verliert. Wer mit Patriotismus den vitalen und selbstbewussten Glauben an Gemeinschaft und Gemeinwesen, Land und Leute, an Volk und Heimat, meint, schafft es, gemeinsame Werte zu definieren, die hinter Idealen vereinen und in einer Welt in Unordnung und Selbstauflösung wieder ordnend wirken.

Eine Antwort zu „Politische Unordnung – Patriotismus als Ausweg“

  1. Avatar von Anschwellender Bocksgesang – Demanega

    […] Strauß zieht die Grenzen zum plumpen Populismus dieser Zeit, fordert Gehalt und Substanz als kulturelle und politische Kultiviertheit. Der starke […]

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