Während Polizeikräfte typischerweise in zivilen Angelegenheiten agieren, ist das Militär in der Regel für militärische Angelegenheiten und den Schutz unseres Gemeinwesens sowie des Staates vor äußeren Bedrohungen verantwortlich.
Die Herausforderungen stellen sich in Zeiten asymmetrischer Konflikte allerdings neu. Durch soziale Segregation und irreguläre Migration werden Konflikte verstärkt und außergewöhnliche Umstände verursacht, die künftig angesichts der welt- und europapolotischen Lage eher die Regel als die Ausnahme sein werden.
Konflikte realistisch betrachten, bedeutet, die Herausforderungen vom Ernstfall her zu denken.
Die heute vorherrschende öffentliche Unsicherheit kann als asymmetrischer Konflikt betrachtet werden, insbesondere wenn nichtstaatliche Akteure oder substaatliche Gruppen die öffentliche Ordnung durch gewalttätige Mittel herausfordern, nämlich durch:
- Terrorismus: Terroristische Organisationen zielen darauf ab, Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung zu verbreiten, oft durch den Einsatz von Gewalttaten gegen Zivilisten oder Infrastruktur.
- Kriminelle Banden und organisierte Kriminalität: Diese Gruppen können die öffentliche Sicherheit durch Drogenhandel, Menschenhandel, Erpressung und andere illegale Aktivitäten untergraben, die die Lebensqualität und das Vertrauen in staatliche Institutionen beeinträchtigen.
- Aufstände und Bürgerunruhen: Soziale Unruhen, Proteste oder Aufstände können asymmetrische Konflikte darstellen, insbesondere wenn sie von kleinen, aber gut organisierten Gruppen initiiert werden, die gegen staatliche Autorität oder politische Missstände kämpfen, mitunter ethnischer oder religiöser Natur sind und internationale Verflechtungen gegeben sind.
- Cyberkriminalität und digitale Bedrohungen: Angriffe auf kritische Infrastruktur, Datendiebstahl und Cyberattacken können die öffentliche Sicherheit ernsthaft gefährden und asymmetrische Auswirkungen haben, insbesondere wenn sie von kleinen, hochspezialisierten Gruppen durchgeführt werden.
In diesen Situationen kann die traditionelle Reaktion staatlicher Sicherheitskräfte mitunter nicht ausreichen, um die Bedrohung effektiv zu bekämpfen. Stattdessen wird eine ganzheitliche Strategie erforderlich, die präventive Maßnahmen, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behörden, die internationale Kooperation sowie die Verfügbarkeit schnell agierender, flexibler Einheiten umfasst, im Ernstfall zur Verfügung stehen.
Der heutige Sicherheitsbegriff umfasst mehr denn je Elemente der inneren sowie der äußeren Sicherheit, die Grenzen verschwimmen durch die weltpolitische Lage zunehmend.
Militäreinheiten werden normalerweise nur in extremen Situationen zur öffentlichen Sicherheit eingesetzt, wie zum Beispiel bei Naturkatastrophen, bei terroristischen Bedrohungen, im Grenzschutz, bei sozialen Unruhen oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen, bei denen die zivile Ordnung nicht mehr aufrechterhalten werden kann und die Ressourcen der lokalen Behörden erschöpft sind. Derartige Zustände sind heute immer öfters gegeben.
In Südtirol ist die Lage selbstverständlich anders gelagert und der Idealismus bedingt eine distanziertere Betrachtungsweise. Allerdings ist durch die Brisanz der Lage in bestimmten Orten die realitätsbezogene Handlung statt der utopischen Abstraktion ohne Potenz zur Verwirklichung notwendig, woraus sich im Ernstfall die Notwendigkeit ergibt, alle verfügbaren Einheiten effizient einzusetzen, um Problemsituationen schnell zu lösen. Die erwartete öffentliche Sicherheit gewährt keine Aufschübe.


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