Im negativen Sinne bezieht sich Intrigenkompetenz auf die „Kompetenz“, wie geschickt jemand darin ist, Intrigen zu schmieden, Manipulationen durchzuführen oder andere negativ zu beeinflussen, um persönliche Ziele zu erreichen, oft auf Kosten anderer. Zumeist sind die Ziele gar nicht inhaltlicher Natur, sondern befrieden das eigene Ego und den immensen Drang nach Aufmerksamkeit.
Das Intrigieren im Inneren, also in einem vertrauten Umfeld – in der Familie, im Freundschafts- und Bekanntenkreis, im Unternehmen -, mag für einige einfacher erscheinen, weil sie möglicherweise mit den Dynamiken und Schwächen der Personen um sie herum vertraut sind. Sie können möglicherweise leichter die Schwachstellen anderer erkennen und diese ausnutzen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen.
Im Gegensatz dazu erfordert die Auseinandersetzung mit einem intelligenten Gegner von außen weitaus mehr Anstrengung und strategisches Denken, da dieser in der Lage ist, sich zur Wehr zu setzen, weil der unaufrichtige Versuch, von innen zu zersetzen und zu erodieren, nicht möglich ist und weil es um das Essenzielle geht, um einen so genannten „Kulturkampf“ mit Theorien, Begriffen und Strategien.
Insbesondere denjenigen, die die Auseinandersetzung um die Begriffe führen, wird durch derartig kurzsichtiges und unaufrichtiges Verhalten jedes einzelne Mal der Boden unter den Füßen weggezogen, bis man sich die eigenen Inseln und die Felsen in der Brandung schafft und von liquidem Verhalten fernhält.
Auf der anderen Seite zeichnen sich intrigenkompetente Charaktere durch keine Weltanschauung, keine Grundsätze, kein ehrenamtliches Engagement in Vereinen aus. Das Motiv, sich anfangs abseits des Mainstreams politisch zu betätigen, entstammt egoistischer Motive nach Aufmerksamkeit. Entsprechend egozentrisch fällt dann auch das Vorgehen und das Ausscheiden aus, Nachtreten inklusive.
Die „Negativauslese in Parteien“ bezieht sich hingegen auf den Prozess, durch den weniger geeignete oder weniger ethische Personen in politischen Parteien an Einfluss gewinnen oder in Führungspositionen gelangen. Dies kann geschehen, wenn intrigenkompetente oder machthungrige Individuen ihre Positionen durch Manipulation stärken, auf der anderen Seite aber auch Parteien statt auf die ideologische Basis, auf unorganisches Wachstum durch Daherkömmlinge setzt, die schneller weg sind als sie kommen. Negativauslese kann langfristig zu einem Verlust an Vertrauen in die Partei, einem Mangel an qualifizierten Führungskräften und einer Verschlechterung der politischen Kultur führen, weil destruktives Verhalten zunimmt.
Gefördert wird diese Unkultur des Politischen vor allem auch durch die mediale Show, die dann, wenn es Intrigen gibt, viel Raum, doch wenig investigativen Journalismus zur Verfügung hat.


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